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Gifhorn Stadt LSW stößt auf Misstrauen an der Haustür
Gifhorn Gifhorn Stadt LSW stößt auf Misstrauen an der Haustür
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20:00 11.01.2020
Zählerstand ablesen: Nicht immer müssen es die Kunden selbst machen, und nicht immer ist der Zählerstand-Ableser ein Betrüger.
Zählerstand ablesen: Nicht immer müssen es die Kunden selbst machen, und nicht immer ist der Zählerstand-Ableser ein Betrüger. Quelle: dpa Archiv
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Gifhorn

Energieversorger schicken nicht nur Karten zum Selbstablesen zu ihren Kunden. Immer wieder sind auch Mitarbeiter unterwegs, die die Zählerstände registrieren. Einige Kunden sind überrascht und wollen sie erst gar nicht einlassen – aus Angst, einem Betrüger aufzusitzen.

Als es an der Haustür klingelt und draußen jemand steht, der behauptet, den Zähler ablesen zu wollen, weigert sich ein 57-Jähriger aus der Sassenburg zu öffnen. „Den lasse ich doch nicht rein.“ Es ist die dunkle Jahreszeit, und er hat schon oft genug Berichte über Betrugsmaschen gelesen. „Gerade in der heutigen Zeit, wo so viele Betrüger unterwegs sind. Ich bin sehr misstrauisch.“

Legitime Ableser können sich ausweisen

Im Fall des Sassenburgers ist das unbegründet. Der Mann an der Haustür ist tatsächlich für die LSW unterwegs. „Alle Ableser können sich mit einem Ausweis ausweisen, der mit Lichtbild sichtbar getragen wird“, sagt LSW-Sprecherin Birgit Wiechert. „Im Bedarfsfall können sie sich immer in Verbindung mit ihrem Personalausweis legitimieren.“ Es sind eigene Leute der LSW und Mitarbeiter der Firma ASP im Einsatz.

Das rät die Polizei

Ausweis zeigen lassen ist auch ein Tipp von Polizeisprecher Thomas Reuter. 100-prozentige Sicherheit gebe es damit allerdings nicht. „Der kann auch gefälscht sein“, räumt Reuter ein. Im Zweifelsfall könne der Kunde aber bei der LSW anrufen und sich vergewissern, bevor er den Ableser herein lasse. „Das schafft dann ganz schnell Klarheit.“

Handwerker-Masche ist gerade nicht aktuell

„Es sind bekannte Maschen“, sagt Reuter über den Handwerker-Trick, mit dem Betrüger in fremde Wohnungen gelangen wollen. „Es kommt immer wieder mal vor.“ Aktuell geben sich die Ganoven aber eher als Enkel oder falsche Polizisten aus, der Zählerablese-Trick sei gerade nicht angesagt.

„Wir kommunizieren das rechtzeitig“

Wiechert verweist darauf, dass die LSW vorher auf den Besuch der Ableser hingewiesen hatte. „Wir kommunizieren das rechtzeitig.“ Der Sassenburger hätte sich dagegen eine Ankündigung der LSW vorab in seinem Briefkasten gewünscht.

Besuch vom Ableser: Jeder Kunde ist mal dran

Der Besuch des Ablesers erfolge nach einem rotierenden System, sagt Wiechert. Auch wer in den vergangenen Jahren eine Karte zum Selbstablesen bekommen habe, könnte beim nächsten Mal stattdessen Besuch von einem Mitarbeiter erhalten.

Von Dirk Reitmeister