Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Gifhorn Stadt Wie Gifhorns Verwaltungen immer digitaler werden
Gifhorn Gifhorn Stadt Wie Gifhorns Verwaltungen immer digitaler werden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:20 17.05.2019
Anträge per Mauklick: Im Gifhorner Rathaus hält die Digitalisierung mehr und mehr Einzug. Quelle: dpa
Gifhorn

Eltern, die ihren Kindern ein Angebot im Ferienprogramm der Stadt Gifhorn buchen wollen, gehen schon lange nicht mehr in den Ratssaal, sondern ins Internet. Sie buchen die Angebote online. Dorfgemeinschaftshäuser in der Stadt sind ebenfalls online buchbar. Und Beschwerden setzen die Gifhorner auf der Homepage unter „Sag’s uns einfach“ ab.

Digitalisierung bei der Kfz-Zulassung

Beim Landkreis können Einwohner in der Kfz-Zulassung Außerbetriebnahmen und Wiederzulassungen online erledigen. „Auch die Zuteilung eines Wunschkennzeichens oder die Terminreservierung im Verkehrsamt können komplett digital erledigt werden“, sagt Landrat Dr. Andreas Ebel.

Digitalisierung: Das ist die neue AZ-Serie

Der Kühlschrank kauft Butter ein, der Arzt schickt das Rezept per App und die Autos fahren wie von selbst: Die Digitalisierung hält immer mehr Einzug in den Alltag der Gifhorner, und das immer rasanter. In einer Serie mit loser Folge stellt die Aller-Zeitung den Einfluss der modernen Technik in verschiedenen Bereichen vor. Welche Veränderungen bringt die Digitalisierung mit sich, worauf müssen wir uns einstellen, und wo müssen wir auf Fallstricke achten? Darüber spricht die AZ mit Fachleuten und Betroffenen.

„Zurzeit arbeitet die Stadt an der vollständigen Digitalisierung der Kindergartenverwaltung“, sagt Rathaus-Sprecherin Annette Siemer. Das Anmeldeverfahren erfolge bereits ausschließlich online. „Nun sind die IT-Experten im Haus dabei, auch die Verarbeitungsebenen dahinter zu digitalisieren. Die Digitalisierung der Schulen und der Stadtbibliothek sind ebenfalls in der Umsetzungsphase.“

Viele Anträge online verfügbar

Die Entwicklung wird in den kommenden Jahren weiter gehen und sich wohl beschleunigen. Viele Anträge können längst online runtergeladen werden, müssen aber noch per Hand ausgefüllt und abgezeichnet werden, wo eine Unterschrift nötig ist. Diese Hürden könnten aber bald Geschichte sein.

Wie läuft die Stadtverwaltung in fünf Jahren? „Bis dahin wird die Frage der Signatur geklärt und Online-Payment eingeführt sein“, prognostiziert Alice Semm, zuständig für eServices im Rathaus Gifhorn. „Man wird die meisten Anträge online stellen können, ohne dafür ins Rathaus kommen zu müssen. In der ferneren Zukunft wird die künstliche Intelligenz soweit fortgeschritten sein, dass auch in der Verwaltung Algorithmen die Anträge vollautomatisch bearbeiten und Sachbearbeiter sich nur noch mit den Ausnahmen befassen müssen.“

Bisherige Wege bleiben erhalten

„Bei alledem darf nicht außer Acht bleiben, dass es sich beim Onlinezugang für den Bürger um einen weiteren, neuen Zugangskanal handelt“, sagt Ebel. Die bisherigen Wege würden nicht ersetzt. Deshalb stehe im Gesetzeswortlaut das Wort „auch“. Es gebe genug Tätigkeiten, die gar nicht digital erledigt werden könnten. Beratungsgespräche zählt Ebel dazu, ebenso „notwendige persönliche In-Augenscheinnahmen von Sachverhalten durch Verwaltungsmitarbeiter vor dem Treffen einer abschließenden Entscheidung, beispielsweise im Bereich des Umwelt- oder Naturschutzes“.

Verwaltungen sehen nicht nur Vorteile

Digitalisierung erspart dem Bürger den Gang ins Amt und dem Beamten den Gang ins Papierarchiv: Die kommunalen Verwaltungen sehen darin Vorteile für beide Seiten, aber auch Grenzen.

AZ-Serie „Gifhorn 4.0“: Weitere Artikel

Folge 1: So funktioniert Digitalisierung an Gifhorns Schulen

Muss der Antrag auf Kindergeld, Reisedokument oder Baugenehmigung nun im Rathaus oder im Schloss gestellt werden? Digital kann dem Bürger diese Frage künftig egal sein, sagt Landrat Dr. Andreas Ebel. Angedacht sei nämlich ein gemeinsames Portal, das der Bürger aufruft und das ihn an die jeweils richtige Stelle bringt. Einer der Vorteile, die Ebel für die Kunden seines Hauses sieht. Die Digitalisierung vermeide Behördengänge.

Auch die Verwaltung selbst hätte etwas davon – nämlich „schlankere Abläufe“, sagt Ebel. „Nur beispielhaft seien hier die bisher häufig notwendigen und dann aber überflüssigen Gänge ins Papierarchiv genannt.“ Oder aber auch die Datenerfassung in Handarbeit. Der Sachbearbeiter hätte künftig mehr Zeit für eigentliche Aufgaben, statt etwas abtippen zu müssen.

Digitalisierung optimiert Verwaltungsprozesse

Digitalisierung ermöglicht die Optimierung der Verwaltungsprozesse und ist damit eine Reaktion auf den demografischen Wandel, der uns den Fachkräftemangel spüren lässt“, sagt Alice Semm, bei der Stadt Gifhorn zuständig für eServices. „Die zentrale Verfügbarkeit von Daten, auch institutionsübergreifend, führt zu einer schnelleren Auskunftsfähigkeit und Bearbeitungszeit.“

Ein Experte für die Stadt Gifhorn

Bis das alles so läuft, sind noch Hausaufgaben zu erledigen. Der Rat der Stadt hat eine Stelle für einen Digitalisierungsexperten genehmigt. Diese wird nun ausgeschrieben. Semm: „Aufgabe dieser neuen Fachkraft wird es sein, Ideen und Visionen nicht nur für die Verwaltung 4.0, sondern auch im Bereich Smart City und Wirtschaftsförderung zu entwickeln.“ Ähnliches wollte auch Ebel. Doch die Politik habe in der Haushaltsberatung eine Stelle erst für 2020 in Aussicht gestellt.

„Die Umstellung ist ein organisatorischer Kraftakt, der neben der sonstigen Aufgabendichte zu bewältigen ist“, sagt Ebel. „Der IT-Bereich muss personell massiv aufgestockt werden, aber es gibt zu wenige Fachleute auf dem Markt“, sagt Rathaus-Sprecherin Annette Siemer. Die Verwaltungen müssen ihre Prozesse analysieren und den Anforderungen der digitalen Welt anpassen. Knackpunkt dabei ist die Identifizierung und Authentifizierung, die mal die analoge Unterschrift ersetzen soll.

Darauf müssten sich nicht nur die Verwaltungen, sondern auch die Bürger einstellen. Sie müssten sich zum Beispiel eine Signaturkarte plus Lesegerät (laut Ebel 50 bis 70 Euro) anschaffen.

Nicht jeder will die Online-Verwaltung

Annette Siemer betont aber auch: „Es geht auch um die Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger, inwieweit sie die digitalen Angebote nutzen möchten.“ So wie nicht jeder Online-Banking machen wolle, wolle auch nicht jeder online Anträge bei der Verwaltung stellen.

Von Dirk Reitmeister

Bei dem mysteriösen Fall mit drei Toten in einer Pension bei Passau gibt es eine Verbindung in den Kreis Gifhorn. Eine der beiden toten Frauen ist aus Wittingen. Im Laufe des Montags wurden in Wittingen zwei weitere Frauenleichen gefunden – in der Wohnung jener in Passau tot aufgefundenen Frau.

13.05.2019

Wie man lecker und gesund zugleich kochen kann, dafür hat die Kreisvolkshochschule so manchen Tipp parat. In den nächsten Tagen gibt es mehrere Kurse zu dem Thema.

13.05.2019

Bei strahlendem Sonnenschein und frühlingshaft kühlem Wind zog es viele Gifhorner am Muttertag zum Sommerfest des AZ-Aktion Helfen vor Ort auf den Eichenhof.

13.05.2019