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Gifhorn Stadt Wenn der Doktor mit IT zur Visite kommt
Gifhorn Gifhorn Stadt Wenn der Doktor mit IT zur Visite kommt
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20:00 05.08.2019
Keine Hängeregister mehr: Das Helios-Klinikum in Gifhorn arbeitet in der Notaufnahme längst mit einem IT-Visitenwagen. Quelle: Sebastian Preuß
Gifhorn

„Es wird unglaublich viel noch handschriftlich dokumentiert“, sagt Dr. Stefan Sudmann, Chef der Notaufnahme. Mit allen Problemen, vor allem bei der Leserlichkeit. Schnell könnten sich durchaus gefährliche Fehler einschleichen. Etwa wenn ein Mitarbeiter die vom Arzt angeordnete Medikation nicht richtig entziffern kann und statt der verschriebenen Arznei eine ähnlich klingende verabreicht.

Fast zu 100 Prozent digital

In Sudmanns Abteilung ist das inzwischen nahezu ausgeschlossen. Die Notaufnahme ist, was Digitalisierung angeht, Vorreiter im Gifhorner Klinikum. Dort läuft laut IT-Fachmann Edgar Wendt fast 100 Prozent digital. „Es gibt ganz wenig Papier, was wir dort noch erzeugen.“ Früher seien Diagnosen fünf bis sechsmal handschriftlich abgeschrieben worden, so Sudmann. „Das gibt es nicht mehr.“

Weniger Rennerei

„Es ist nicht unbedingt kostengünstiger, aber schneller“, berichtet Sudmann aus dem Alltag. Zum Beispiel haben ihm zufolge die Pflegekräfte weniger Rennerei. Früher waren die Dokumente zum Patienten auf Papier und damit in der Regel an einer Stelle: am Patientenbett. Dort musste die Schwester nachsehen, was der Arzt angeordnet hat. Heute läuft das ganz anders. Jetzt hat die Schwester an etwa 30 PCs in der ganzen Notaufnahme Zugriff auf einzelne Patientendaten. So könne sie gleich im Labor „just in time“ die aktuellsten Informationen abfragen.

Aufwändiges Sicherheitssystem

Sind die Daten im Netzwerk sicher? Ja, sagt Sudmann, sicherer als seinerzeit am Bett. Der Zugriff auf den 30 PCs im internen Netz sei passwortgesichert – und Helios als großer Konzern habe ein entsprechend aufwändiges Sicherheitssystem. Im Gegensatz dazu seien die papiernen Dokumente am Bett für Besucher oder Mitpatienten einsehbar gewesen.

Patientenstatus

„In der Notaufnahme haben wir keine Zeit, eine Akte zu suchen“, weiß Sudmann die Vorteile der Digitalisierung zu schätzen. Der Visitenwagen hat deutlich abgespeckt: Statt Hängeregister gibt es einen PC. Und das Personal behält den Überblick. „Man hat auch plötzlich mal zehn Notfälle vor Ort und muss die Informationen verarbeiten.“ Wenn Sudmann auf seinen Bildschirm guckt, hat er – farblich nach Dringlichkeit markiert – die Liste mit dem Status seiner Patienten, die das Netzwerk laufend aktualisiert. So sieht er auf einen Blick, ob die Röntgenaufnahme erledigt ist.

Digitale Diktate

Die Notaufnahme arbeitet inzwischen auch mit digitalen Diktaten, was Helios auf allen 13 Fachkliniken einführen will. Der Arzt spricht, die Software schreibt: „Der Erkennungsgrad ist so hoch, dass man es verwenden kann“, sagt Sudmann. Bislang habe ein externer Dienstleister das Diktat abgetippt. Digital gehe es inzwischen deutlich schneller, was unter anderem dafür sorge, dass man Patienten auch mal am Wochenende vorzeitig entlassen kann.

Mehr Zeit für den Patienten

Letztendlich soll die Digitalisierung dem Patienten zu gute kommen. Nicht nur, was dessen Sicherheit durch die bessere Lesbarkeit ärztlicher Verordnungen angeht, sagt auch Wendt. „Das große Ziel ist, dass der Arzt mehr Zeit für den Patienten hat.“

Von Dirk Reitmeister

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