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Gifhorn Stadt Was Arzt und Apotheker 2.0 können
Gifhorn Gifhorn Stadt Was Arzt und Apotheker 2.0 können
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00:23 25.05.2019
Das Rezept per QR-Code: Die Digitalisierung hat auch den Medizinbereich erobert – Gifhorner Experten sehen darin in einigen Bereichen große Verbesserungen, aber auch einige Fallstricke. Quelle: epd
Gifhorn

Am eigenen Netz zwischen Arztpraxen, Apotheken, Krankenhäusern und Kassen wird schon fleißig gewebt, sagt Dr. Klaus-Achim Ehlers, Kreissprecher der Kassenärztlichen Vereinigung. Die so genannte Telematik beginne damit, dass sie online eine Verbindung zwischen Praxis und Kasse herstelle. „In dem Moment, wo der Patient seine Chipkarte einlesen lässt, wird eine Verbindung zur Kasse aufgebaut und gegen gecheckt, ob er dort überhaupt versichert ist.“ Diese Telematik soll in Zukunft aber noch viel mehr können.

Was Doppeluntersuchungen vermeidet

Zukünftig wüssten zum Beispiel Hausarzt und Facharzt eines Patienten viel mehr voneinander und was sie dem Patienten alles so verschreiben. Das könne Doppeluntersuchungen und sogar die Verschreibung von Medikamenten mit Wechselwirkungen vermeiden. Passt die vom Kardiologen verschriebene Arznei überhaupt zu den Blutdruckpillen des Hausarztes? „Es gibt schon Medikamentenverordnungen, die nicht gut aufeinander abgestimmt sind, weil keiner vom anderen weiß.“

Digitalisierung: Es lauern auch datenrechtliche Probleme. Quelle: dpa

„Wir können schnell Informationen austauschen. Das ist gut so“, sagt Apotheker Thorsten Stoye. CT-Bilder und Arztberichte seien online im Nu verfügbar. Das sei zum Beispiel von Vorteil, wenn ein Patient im Urlaub krank werde oder einen Unfall habe.

Wenn die Diagnose per Skype läuft

„Der Teledoc soll kommen“, sagt Ehlers. Damit könne er künftig mit Patienten skypen – ein Hausbesuch am Rechner sozusagen. „Ich halte das schon für sinnig.“ Um die Ressource Arzt sinnvoll einzusetzen. Am Bildschirm könne er schon einschätzen, wie akut eine Erkrankung des Patienten sei, so der Mediziner.

AZ-Serie „Gifhorn 4.0“: Weitere Artikel

Folge 1: So funktioniert Digitalisierung an Gifhorns Schulen

Folge 2: Wie Gifhorns Verwaltungen immer digitaler werden

Ehlers ist auch überzeugt, dass mit der Telematik das papierlose E-Rezept kommen wird. Ein erstes Pilotprojekt dazu läuft bereits mit der Techniker Krankenkasse in Hamburg. Ärzte drucken kein rosafarbenes Papier mehr aus, sondern schicken einen QR-Code ans Smartphone des Patienten.

Risiken und Nebenwirkungen 2.0

Wie gläsern wird der Patient von morgen? Die Vorteile der Digitalisierung im Gesundheitswesen könnten nach Einschätzung von Gifhorner Fachleuten einen hohen Preis haben.

In Hamburg läuft ein Pilotprojekt der Techniker Krankenkasse: Der Arzt druckt das Rezept nicht mehr auf rosafarbenem Papier aus, sondern schickt dem Patienten einen QR-Code aufs Smartphone. Schon dort sieht Aptoheker Thorsten Stoye Schattenseiten der Digitalisierung. Beim Papier habe der Patient die Freiheit, das Rezept einzulösen oder nicht – und könne beim nächsten Arztbesuch behaupten, die Arznei habe bestens geholfen. Beim E-Rezept müsse er damit rechnen, dass ihm der Arzt die Vertrauensfrage stelle, warum er das Rezept nicht eingelöst habe.

Datenschutz: Rechtliche Rahmenbedingungen erfüllt

„Datenschützer haben sich damit lange auseinander gesetzt. Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind erfüllt“, sagt Dr. Klaus-Achim Ehlers, Kreissprecher der Kassenärztlichen Vereinigung. „Es ist sicherlich ein richtiger Schritt, aber ich sehe es noch etwas kritisch.“ Denn eines stehe fest: „Jeder Mensch wird wesentlich transparenter.“

Stoye sieht konkrete Gefahren. Heute lohne sich die Mühe nicht, den Server einer Arztpraxis zu hacken, um an einige Hundert Patientendaten zu kommen. Sollten aber zig Millionen zentral in einer Datenwolke sein, potenziere sich der Lohn für Kriminelle. In den USA würden schon im Darknet Gesundheitsdaten angeboten. „Es sind viele Sicherheitsstufen eingebaut“, sagt Ehlers. Aber es seien ja auch schon Kanzleramt und Bundestag gehackt worden.

Von Dirk Reitmeister

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