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Gifhorn Stadt Warum der Förster im Wald keine Ruhe findet
Gifhorn Gifhorn Stadt Warum der Förster im Wald keine Ruhe findet
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06:03 27.07.2019
Windwurf und Borkenkäferfraß: Waldeigentümer haben immer noch an den Folgen des Dürre-Jahres 2018 zu knapsen. Quelle: Cagla Canidar
Rötgesbüttel/Ehmen

Zur Ruhe kommen und Erholung finden ist für Carsten Stieghahn im Wald nicht mehr drin. Der Vorsitzende des Realverbandes Rötgesbüttel sieht auf Schritt und Tritt den Klimawandel und seine Folgen, die ihm Sorgen bereiten.

Auf fünf Hektar habe der Realverband rund 600 Festmeter Holz eingeschlagen. Er habe nur 6500 bis 7000 Euro dafür bekommen. Und wieviel kostet die Aufforstung? „Wir sprechen von knapp 100000 Euro“, sagt Stieghahn. Das könnte sich der Realverband trotz Zwei-Drittel-Förderung vom Staat eigentlich nicht leisten.

So verwundert es kaum, dass die Baumfällung bei Rötgesbüttel nicht freiwillig war. Etwa einen Hektar Windbruch und vier Hektar Borkenkäferfraß und Trockenschäden machten den Einsatz von Kettensäge und Harvester dringend nötig, sagt Stieghahn. „Sonst würde keiner zu den Preisen Holz machen.“

„Wir haben so viel Holz im Wald liegen, was nicht geplant war“, sagt auch Christian Baltin vom Realverband Ehmen. „Und die Preise sind katastrophal.“ Was auch angesichts der schlagreifen Fichten schmerze, die man lange gehegt und gepflegt habe und nun eigentlich ernten wollte. Auch die Ehmener haben hohe Schäden durch Borkenkäferfraß und Windwurf zu verkraften. „Das fing klein an und wurde dann immer mehr“, sagt Baltin. Der Wald habe sich total verändert.

So wie den Realverbänden Rötgesbüttel und Ehmen geht es vielen Waldeigentümern. Das bekommt auch Christian Hartmann zu spüren. Der Forstunternehmer aus Sottrum im Kreis Hildesheim, zu dessen Stammkunden die Bezirksförsterei Fallersleben gehört, ist mit seinem Team im Dauereinsatz. Er selber hatte neulich drei Tage lang auf Fehmarn ausgeruht – der erste Urlaub seit 2017.

Auch seine elf Mitarbeiter „sind am Limit“, sagt Hartmann. Sie sind nicht nur in der Südheide, sondern auch im Harz und im Weserbergland am Schuften mit drei Harvestern, zwei Rückezügen und einem Schlepper. Jeder komme auf 200 Überstunden im Monat. Einen Auftrag im Ostharz hat Hartmann jetzt abgelehnt. Es geht einfach nicht mehr. „Mehr als arbeiten können wir nicht.“ Man hechele dem Borkenkäfer nur noch hinterher. „Es ist schwierig dagegen anzukommen.“

Wie soll es weitergehen mit dem Wald in Zeiten des Klimawandels? 24 Hektar hat der Realverband Rötgesbüttel. Stieghahn verweist auf „ein breites Sortiment“ an Bäumen. „Wir sind klein strukturiert.“ Doch selbst die Eichen, die auch bei Trockenheit als robust gelten, hätten diesmal wenig Laub.

Baltin gibt sich optimistisch. Bei Neuaufforstungen gebe es keine Monokulturen mehr, man setze ebenfalls auf verschiedene Baumsorten. „Die Zukunft sehe ich recht positiv.“

Von Dirk Reitmeister

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