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Gifhorn Stadt Versuchter Betrug an Gifhorner Seniorin: Ermittler berichten
Gifhorn Gifhorn Stadt Versuchter Betrug an Gifhorner Seniorin: Ermittler berichten
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08:00 27.01.2018
Landgerichts-Prozess gegen eine Betrügerbande. Am Freitag sagten Gifhorner Polizisten aus.
Landgerichts-Prozess gegen eine Betrügerbande. Am Freitag sagten Gifhorner Polizisten aus. Quelle: Symbolfoto dpa
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Gifhorn/Hildesheim

Wenig kreativ zeigten sich die Täter, die Seniorinnen um ihr Erspartes gebracht haben. Sie gaben sich als Polizist Schweizer, Polizist Grün oder Staatsanwalt Rosenbaum aus. Dies führte die Gifhorner Polizei zu weiteren Delikten in Hannover, Laatzen, Sarstedt und Bad Münder. „Durch die Namensgleichheit haben wir den Zusammenhang mit den anderen Taten gesehen“, sagte ein 61-jähriger Beamter aus Gifhorn am Freitag vor dem Landgericht Hildesheim aus.

Er und seine Kollegen hatten am 5. Juli 2017 mit Hilfe einer 87-jährigen Gifhornerin, die beiden Angeklagten aus Lehrte (34 und 28 Jahre) geschnappt (AZ berichtete). Nach einem Anruf aus der Sparkasse hatten echte Beamte geprüft, ob die Seniorin in der Lage war, bei einem Festnahmeversuch zu helfen. Sie tat es erfolgreich – die beiden Angeklagten wurden geschnappt.

Bei ihren Ermittlungen fiel den Beamten auf, dass der 28-Jährige am Morgen des 5. Juli in Hannover 6000 Euro für eine Überweisung in die Türkei eingezahlt hatte. „Wir vermuten, dass das Geld aus der Tat in Sarstedt vom 4. Juli stammt“, so der Polizist. Auch vorher gab es Transaktionen: Am 19. Mai überwies der 28-Jährige und am 3. Juli sein 32-jähriger Cousin aus Hannover jeweils 6000 Euro in die Türkei. Der 32-Jährige verweigerte jedoch vor Gericht die Aussage.

Bei der Auswertung der Funkzellendaten der sichergestellten Mobiltelefone waren die Beamten in Tatortnähe immer auf das Handy des 28-Jährigen gestoßen. Die Angeklagten sollen aber nicht mit ihren Opfern telefonier haben. Sie sollen den Auftrag gehabt haben, das Geld abzuholen. Die Auftraggeber vermutet die Polizei in der Türkei. Bei der Rückverfolgung von Anrufen bei einem Opfer waren sie auf eine türkische Rufnummer gestoßen. Diese spielt auch bei polizeilichen Ermittlungen in Hannover eine Rolle. Dabei kam heraus, dass von dieser Telefonnummer aus ein Bruder der Angeklagten angerufen worden war.

Von Bettina Reese

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