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Gifhorn Stadt Trotz Missbrauchsvorwürfen: Ehepaar will weiter Kinder erziehen
Gifhorn Gifhorn Stadt Trotz Missbrauchsvorwürfen: Ehepaar will weiter Kinder erziehen
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20:18 31.03.2019
Vorwurf Kindesmissbrauch und Kindesmisshandlung: Das beschuldigte Ehepaar aus Gifhorn will weiter Kinder erziehen und klagt vor Gericht, so der NDR. Quelle: Cagla Canidar
Gifhorn

Der gelernte Erzieher und die Sozialpädagogin sollen zwischen 1998 und 2007 Kinder und Jugendliche misshandelt und sexuell missbraucht haben. Nach derzeitigem Ermittlungsstand sollen vier Schutzbefohlene in elf Fällen betroffen sein. Die Staatsanwaltschaft Hildesheim ermittelt. Das dortige Amtsgericht erließ Haftbefehle, aufgrund der zu erwartenden Verurteilungen zu langjährigen Freiheitsstrafen bestehe Fluchtgefahr.

„Dreiste Klage“

Der Geschäftsführer von „L!fe Concepts Kirchröder Turm“, Jürgen Scheidt, bezeichnete die Klage aufgrund der Schwere der Vorwürfe als „dreist“. „Ich würde niemals mehr diese Leute bei uns pädagogisch oder anderweitig einstellen. Das richtet sich gegen mein ganz persönliches Gewissen, gegen mein ethisches Empfinden und gegen jede Fachlichkeit“, sagte Scheidt „Hallo Niedersachsen“.

Das Ehepaar sei im Januar mit sofortiger Wirkung vom Dienst suspendiert worden, nachdem eine ehemalige Bewohnerin bei der Polizei Anzeige erstattet hatte. Die Wohngruppe Lichtblick wurde geschlossen. Drei Kinder, die dort zuletzt gewohnt hatten, wurden einrichtungsintern in anderen Wohnprojekten untergebracht.

Verhandlung vor Arbeitsgericht

Am 5. April soll die erste arbeitsrechtliche Verhandlung vor dem Arbeitsgericht Braunschweig beginnen. Möglicherweise sind die Wiedereinstellungsklagen sogar aussichtsreich. Das Landesjugendamt teilte auf Nachfrage mit, eine formale Tätigkeitsuntersagung sei erst nach belastenden Ergebnissen der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen möglich.

30 Beamte ermitteln

„Das beschuldigte Ehepaar schweigt bislang zu den Vorwürfen“, sagte die Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Hildesheim Christina Pannek dem NDR. Insgesamt hatten die Ermittler bei mehreren Hausdurchsuchungen 90 Terabyte Daten sichergestellt, die nun ausgewertet werden. Eine 30-köpfige Sonderkommission der Polizei Gifhorn befragt derzeit Zeugen und mögliche weitere Opfer.

Träger der Wohngruppe zum Zeitpunkt der mutmaßlichen Taten war die heutige Dachstiftung Diakonie Niedersachsen. Pressesprecherin Ingetraud Steffenhagen sagte, dass es zwar Differenzen mit dem Ehepaar gegeben habe, aber keine Hinweise auf Straftaten. Nach Angaben des Landkreises Gifhorn hat man auch dort erst durch die Polizei von den Vorwürfen erfahren.

Missbrauchsfall in Gifhorn: Weitere Infos

Ein Ehepaar aus dem Raum Gifhorn wird beschuldigt, Kinder in einer Wohngruppe in der Gifhorner Südstadt sexuell missbraucht und misshandelt zu haben. Mehr Infos:

23.03.2019 – Missbrauchs-Ermittlungen: Beschuldigte Pädagogen schweigen weiter

21.03.2019 – Missbrauchsfall in Gifhorn: Verhindern stärkere Kontrollen Straftaten?

20.03.2019 – Nach Missbrauchsfall: Warum sich das Konzept Wohngruppe bewährt

19.03.2019 – Missbrauch in Wohngruppe: Warum alle Opfer dringend Hilfe brauchen

19.03.2019 – Missbrauchsfall in Gifhorn: Die Täter sind unter uns

18.03.2019 – Missbrauch in Gifhorner Wohngruppe: Alle Opfer sind Mädchen

17.03.2019 – Kinder waren Opfer: Neue Einzelheiten zum Missbrauchs-Vorwurf

17.03.2019 – Missbrauchs-Vorwurf gegen Gifhorner Ehepaar: Diakonie will jahrelang nichts gewusst haben

16.03.2019 – Ehepaar in Haft: Kinder aus Wohngruppe missbraucht

Von epd

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