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Gifhorn Stadt Tolle Landschaft, aber Radwege oft Ärgernis
Gifhorn Gifhorn Stadt Tolle Landschaft, aber Radwege oft Ärgernis
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06:00 11.08.2018
Radeln rund um Gifhorn: Das ist was für Naturfreunde. Quelle: Dirk Reitmeister Archiv
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Gifhorn

Oft verleiden die Fahrbahnoberflächen dem Radler eine Tour: grober Schotter, feiner Mahlsand oder tiefe Schlaglöcher, wenn man schon einmal Asphalt hat. Die Infrastruktur hält nicht mehr das, was die Tourismusbranche ihren Südheide-Besuchern verspricht. Ich bin viel in Deutschland unterwegs und muss sagen: Radwanderregionen in Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen oder Bayern haben den Kreis Gifhorn inzwischen abgehängt. Doch es gibt auch in der Südheide erste Ansätze zur Besserung.

Sicher wird der Landkreis nicht auf einen Schlag alle Touristen-Radwege in 1a-Zustand bringen können, dafür sind zu viele wichtigere Aufgaben zu meistern. Doch wer auf Radtourismus macht, sollte zumindest langsam mal Fahrt aufnehmen. Es gilt eine Prioritätenliste zu erarbeiten und bei den wichtigsten Routen anzufangen. Darüber sollte der Landkreis auch mit seinen Kommunen und weiteren Partnern, etwa Realverbänden und Forstwirtschaft, sprechen.

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Flops:

Nicht mehr zeitgemäß sind die Radwanderspuren, die von Holzpfosten abgetrennt neben Waldwegen verlaufen. Beispielsweise zwischen II. Koppelweg und Tankumsee, eine im Sommer stark befahrene Route der Gifhorner Familien. Gegenverkehr ist dort kaum möglich, ausweichen auf den holprigen Wirtschaftsweg eine Zumutung. Kinderanhänger passen kaum drauf. Solche Radspuren wuchern auch gern schnell zu.

Rund 100.000 Euro hat der Themenradweg AllerHoheit gekostet. Er bietet zwischen Gifhorn und Wolfsburg an idyllischen historischen Stellen Infotafeln zu Herzogin Clara in edler Aufmachung. Streckenweise werden die Radler aber ordentlich durchgerüttelt, zum Beispiel zwischen dem ehemaligen Forsthaus Stellfelde (tolle alte Eichen) und der Straße zwischen Fallersleben und Weyhausen: grober Schotter und Schlaglöcher malträtieren Speichen, Felgen und Sitzfleisch.

Alte Eichen bei Stellfelde: Die urigen Veteranen stehen am Radwanderweg Allerhoheit nahe Weyhausen. Quelle: Dirk Reitmeister

Eine landschaftlich schöne Route entlang des Allerkanals zwischen Winkel und Brenneckenbrück ist seit längerem offiziell als Radwanderweg aufgegeben. Dort wurden die Schilder entfernt.

Der vor wenigen Jahren neu asphaltierte Rundweg am Tankumsee hat schon wieder erste Wurzelschäden.

Tops:

Die Gemeinde Müden hat jene Holzpfosten-Radspuren entlang des Allerradwegs zwischen Müden, Bokelberge und Gemeindegrenze zur Stadt Gifhorn kurz vor Wilsche saniert und verbreitert, auf einigen Abschnitten die Pfosten auch entfernt. Der streckenweise sanierte Waldweg daneben bietet sich bei starkem Gegenverkehr als Ausweichspur an.

Der Tankumsee: Das beliebte Ausflugsziel wartet sowohl mit Tops als auch mit Flops auf, wenn es ums Radeln geht. Quelle: Cagla Canidar

Nachgelegt hat die Forstwirtschaft im Barnbruch beim Tankumsee: Dort sind die Waldwege inzwischen dank feinerem Mineralgemisch sehr gut zu befahren. Als Vorbild dient auch den Weg durch den Eyßelforst von Gifhorn nach Isenbüttel.

Von Dirk Reitmeister