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Gifhorn Stadt Taxi-Fahrt: Nachts wird’s in der Woche schwierig
Gifhorn Gifhorn Stadt Taxi-Fahrt: Nachts wird’s in der Woche schwierig
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20:20 08.01.2020
Reaktion auf geändertes Ausgehverhalten: Zwei von drei Gifhorner Taxi-Unternehmen bieten unter der Woche in den späten Abend- und Nachtstunden keine Fahrten mehr an. Quelle: dpa (Archiv)
Gifhorn

Keine Discos, immer weniger Kneipen und kaum noch Partys: Auf diese Entwicklung und das damit geänderte Ausgehverhalten reagiertGifhorns Taxi-Branche. Zwei von drei Unternehmen aus dem Stadtgebiet fahren unter der Woche in den späten Abend- und Nachtstunden gar nicht mehr.

Rückläufige Zahlen

Niels Prilop, Chef von Taxi Nicklas, lässt seine Taxen Sonntag bis Donnerstag nur noch von sechs bis 22 Uhr über Gifhorns Straßen rollen. Am späten Abend und in der Nacht bietet Niels Prilop, der das Taxiunternehmen 2016 von Elke Nicklas übernommen hat, Fahr-Service nur noch freitags (bis 3 Uhr) und samstags (24-Stunden-Rufbereitschaft) an. „Insbesondere unter der Woche waren die Fahrgastzahlen stark rückläufig – darauf mussten wir reagieren“, so der Chef von Taxi-Nicklas. Auch jüngere Leute seien in Gifhorn nur noch selten unterwegs, feierten lieber in den eigenen vier Wänden und nutzten darum kaum noch Taxen. „Hinzu kommt die Tatsache, dass bei vielen Großveranstaltungen ein privater Fahrservice gleich mit angeboten wird“, so Niels Philip.

„Keine Kneipenkultur“

Die Zeiten von Bierdorf, Moorkater, Allergarten, Brauhaus, Broyhahn, Ratsschänke, Clou, Zwick, Daskaffee oder Sandmühle sind in Gifhorn längst Geschichte: Florian Prilop, der 2015 Taxi-Prilop gegründet hat, lässt sein Team montags bis donnerstags darum nur noch von sechs bis 21 Uhr fahren. Lediglich freitags (bis 1.30 Uhr) und samstags (bis fünf Uhr) gibt es bei Prilop auch Taxi-Fahrten in den späten Abend- und Nachtstunden. „Es geht nicht darum, die Gifhorner zu ärgern, doch eine richtige Kneipenkultur gibt’s in dieser Stadt leider nicht mehr“, bedauert Florian Prilop.„Taxen bereitstellen und keiner ruft an, dass funktioniert nicht – schließlich sind wir keine Wohlfahrtsverband“, so der Firmenchef.

Massiver Rückgang

Während das Tagesgeschäft gut laufe, werde in Gifhorn ab 19 Uhr unter der Woche „quasi der Schalter umgelegt“. „Die Nachfrage ist in den letzten Jahren massiv zurückgegangen – darauf mussten wir aus unternehmerischer Sicht Konsequenzen ziehen“, sagt Florian Prilop. „Alles andere ist wirtschaftlich einfach nicht mehr darstellbar“, verweist Prilop auch auf Gespräche, die in diesem Zusammenhang mit dem Landkreis geführt worden sind. Von den wenigen Reisenden, die in den Abend- und Nachtstunden am Gifhorner Bahnhof ankämen, könnten drei Taxi-Unternehmen schon lange nicht mehr leben. „Viele Zugreisende lassen sich zudem von Verwandten abholen“, berichtet Florian Prilop. Hinzu komme die Tatsache, dass immer mehr Kunden nicht gewillt seien, Wartezeiten in Kauf zu nehmen.

In Geduld üben

Lediglich Fabian Hoffmann, Chef von Taxi Hoffmann, setzt noch „ein oder zwei Fahrer“ seines Unternehmens auch unter der Woche in den späten Abend- und Nachtstunden ein. „Kundinnen und Kunden müssen sich dann jedoch länger gedulden, denn es kann schon mal passieren, dass sich der Fahrer gerade auf dem Weg nach Braunschweig oder nach Hannover befindet“, so Hoffmann. In der Woche sei abends und nachts jedoch kein großer Umsatz mehr zu generieren, so der Firmenchef. Wie bei Nicklas und Prilop liegt der Focus bei Hoffmann ebenfalls auf dem Tagesgeschäft. Auch Hoffmann kennt den Grund für diesen Trend: keine Discos, immer weniger Kneipen und ein geändertes Ausgehverhalten – insbesondere bei den jüngeren Gifhornern.

Von Uwe Stadtlich

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