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Gifhorn Stadt Drogen und Alkohol: Deshalb suchen immer mehr Gifhorner Hilfe
Gifhorn Gifhorn Stadt Drogen und Alkohol: Deshalb suchen immer mehr Gifhorner Hilfe
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20:10 12.08.2019
Immer mehr Gifhorner suchen hier Hilfe: Rouven Kleinert und Julia Pannier von der Sucht- und Drogenberatung im Diakonischen Werk Wolfsburg. Quelle: Foto: Cagla Canidar
Landkreis Gifhorn

Alkohol ist und bleibt das Sorgenkind für die Experten der Sucht- und Drogenberatungsstelle der Diakonie Wolfsburg Außenstelle Gifhorn. Zwei Drittel der 540 Menschen aus dem Landkreis Gifhorn, die im vergangenen Jahr wegen Suchtproblemen die Beratung in der Bergstraße aufsuchten, litten unter Alkoholsucht. Einen weiteren Großteil stellen Drogenabhängige, aber auch Glücksspielsucht oder Medikamentenabhängigkeit sind gängige Themen.

Mehr Beratungen

„Wir haben 2018 mehr als 40 Prozent mehr Menschen beraten als 2017“, berichtet Rouven Kleinert, Gesamtleitung Suchthilfe im Diakonischen Werk Wolfsburg. Insgesamt 2500 Einzelkontakte hatten die Ansprechpartner in Gifhorn. Woher diese Steigerung kommt? Naheliegend wäre zu glauben, die Gifhorner würden zunehmend zu Suchtverhalten neigen. Aber das glaubt Kleinert eher nicht. „Die Zugangsschwelle, uns aufzusuchen, ist niedriger geworden.“ Übrigens stieg auch die Nachfrage nach präventiven Angeboten.

Neues Feld erschlossen

Ein neues Feld hat sich Julia Pannier, stellvertretende Leiterin der Gifhorner Suchtberatung, mit ihrem Team erschlossen. Sie besucht regelmäßig Lebenshilfe-Wohngruppen, denn auch hier – wie in der Gesamtgesellschaft auch – spielt das rechte Maß an Alkohol eine Rolle. Das geht hin zu praktischen Beispielen. „In dieser Woche mixen wir mit den Bewohnern alkoholfreie Cocktails.“ Herausforderung für die Experten: Sie müssen ihr Lehrmaterial behindertengerecht umarbeiten.

Bestmögliche Therapie

Wer in die Beratungsstelle kommt, hat meistens schon Jahre mit seiner Sucht mehr oder weniger heimlich gekämpft. Bis dann der Knall kommt. Sei es, ein Lebenspartner, der so nicht länger die Folgen der Sucht mittragen möchte, eine Trunkenheitsfahrt, die aufflog oder aber Kollegen, die die tägliche Alkoholfahne am Arbeitsplatz ansprachen – „es gibt immer einen Anlass, weshalb uns Leute aufsuchen“. In der Beratung geht es dann darum zu sondieren, die Wünsche des Hilfesuchenden und die bestmögliche Therapie auf einen Nenner zu bringen.

Pflicht zum Umdenken

Alkohol wird nach wie vor unterschätzt“, sagt Kleinert. Hier sei die gesamte Gesellschaft in der Pflicht umzudenken. Und nicht etwa schon jungen Menschen bei der Konfirmation Alkohol als zwingendes, positiv besetztes Ritual vorzuleben. So manch Abstinenter habe damit zu kämpfen, dass er kritisiert werde, weil er nicht mehr trinke.

Angebote schaffen

Süchte sind kein Einzelschicksal, ein ganz soziales Gefüge ist betroffen, kann dadurch zerbrechen, Ehen können kaputt gehen und Kinder massiv nachhaltig geschädigt werden. Genau da wollen Kleinert und Julia Pannier künftig ansetzen und Angebote schaffen. Wer glaubt, das Thema Sucht habe nichts mit ihm zu tun, dem rechnet Kleinert vor: „Von 82 Millionen Deutschen sind 8 Millionen Alkoholkrank und 3 Millionen haben Depressionen. Rechnerisch ist damit jeder in seinem Umfeld betroffen.“

Rat und Hilfe für Suchtkranke im Landkreis Gifhorn gibt es in der Beratungsstelle der Diakonie in der Bergstraße 35, Tel. (05371) 57 17 5 oder per Mail suchtberatung-gifhorn@diakonie-wolfsburg.de.

Von Andrea Posselt

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