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Gifhorn Stadt Darum kommen griechische Ingenieure nach Gifhorn
Gifhorn Gifhorn Stadt Darum kommen griechische Ingenieure nach Gifhorn
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19:00 08.10.2019
Empfang im Rathaus: Sieben Austausch-Studenten aus der griechischen Partnerstadt Xanthi sind für zwei Wochen in Gifhorner Betrieben. Quelle: Sebastian Preuß
Gifhorn

Wie machen das die Deutschen? Sieben Studierende von der Universität in Gifhorns griechischer Partnerstadt Xanthi schnuppern gerade in ebenso viele Gifhorner Hightech- und Handwerks-Betriebe hinein. Vielleicht wird der eine oder andere künftig in Deutschland arbeiten. Er wäre nicht der erste aus dieser Austausch-Reihe.

Dimitris Thomaidis (21) arbeitet an der Uni Xanthi mit weiteren Studierenden an einem Rennwagen. Der angehende Elektro-Ingenieur ist im achten Semester und tüftelt an der Antriebstechnik des Renners. In Gifhorn arbeitet er nun für zwei Wochen bei Conti-Teves. Für ihn war dieser Austausch die Gelegenheit schlechthin, denn hier gebe es renommierte Automobil-Unternehmen. „Ich finde Gifhorn gut“, sagt er bereits nach drei Tagen. „Hier gibt es Firmen, wo man arbeiten könnte.“

Wo findet ein griechischer Ingenieur einen Job?

Thomaidis kann sich gut vorstellen, in Zukunft in Deutschland zu arbeiten. Auch sein Kommilitone Jannis-Aristeidis Maslaris weiß um die Probleme in seiner Heimat. „Es ist sehr schwer, eine Arbeit als Ingenieur in Griechenland zu finden.“ In Gifhorn hätte er die wohl nicht. „Meine Mitarbeiter sagen, wir könnten ihn einstellen“, sagt Ralf Müller von der Firma Steuerungstechnik Gifhorn. „Wir suchen Hände ringend Fachkräfte.“

Maslaris und Thomaidis wären nicht die ersten, die nach diesem Studenten Austausch mit der Gifhorner Partnerstadt in Deutschland Fuß fassen. Betreuerin Susanne Kliche berichtet von einem Teilnehmer eines früheren Austauschs, der nun in München arbeite, und einem weiteren, der in Braunschweig promovieren wolle.

Über den Tellerrand schauen

Wie Müller lässt sich auch Christoph Fromme vom Prototypen-Bauer RPT die Gelegenheit nicht entgehen, auf diese Art möglichen Nachwuchs zu finden. „Wir müssen heute ganz anders denken in der Ausbildung.“ Darüber hinaus sei es schön, „eine andere Kultur im Unternehmen zu haben“. Gerade jungen Menschen helfe das, über den Tellerrand hinaus zu schauen – den einheimischen wie den griechischen.

Auch andere Austausch-Programme

„Wir versuchen, in den 14 Tagen den jungen Mann in allen Bereichen einzubinden, damit er möglichst viel mitnimmt“, sagt Harald Üsseler von Elektro Ohlhoff. Zurzeit sei der Austausch-Student mit dem Monteur auf Achse. „Man muss aufgeschlossen sein“, sagt Üsseler. „Es ist durchaus möglich, auf diesem Wege Fachkräfte zu finden.“ Griechen habe Ohlhoff zum ersten Mal da, aber es habe schon andere Austausch-Programme gegeben. Und zwei eigene Lehrlinge sollen kommendes Jahr nach Skandinavien.

Was hilft gegen deutsches Schmuddelwetter?

Das einzige, was die jungen Griechen jetzt noch von einem Job in Gifhorn abhalten könnte, wäre das regnerisch-graue Wetter wie am Dienstag. Doch da sorgte Bürgermeister Matthias Nerlich beim offiziellen Empfang im Ratssaal vor. Er schenkte den Besuchern nicht nur einen Gifhorn-Bildband, sondern auch Regenschirme mit strahlend bunten Gifhorn-Motiven.

So läuft der Studenten-Austausch mit Xanthi

Der Studentenaustausch mit der Universität in der Gifhorner Partnerstadt Xanthi in Griechenland findet zum sechsten Mal statt. Fünf Studenten und zwei Studentinnen (Elektro- und Bauingenieurwesen) arbeiten für zwei Wochen in sieben Gifhorner Betrieben mit: Teves, Egger, Ohlhoff, RPT, STG, Ernst Bau und Tietge und Partner. So lange wohnen sie in einem Wohnhaus mit zwei Wohnungen im Döringskamp. Ihnen stehen Fahrräder zur Verfügung, mit denen sie ihre Firmen erreichen. Betreuerin Susanne Kliche hat mit ihnen vor dem ersten Arbeitstag eine gemeinsame Radtour von einer Firma zur anderen gemacht. Geplant sind neben der Arbeit in den Betrieben noch Besuche unter anderem im Mühlenmuseum und in der Autostadt – dort ausnahmsweise mit Führung auf Griechisch. Ansonsten kommunizieren die Studierenden mit Kliche über einen Messenger vornehmlich auf Deutsch, was sie auch nach ein bis zwei Jahren Unterricht bereits gut beherrschen.

Von Dirk Reitmeister

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