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Gifhorn Stadt Freche Show von Mirja Boes – Komikerin verabredet sich zum Date auf Gifhorns Weihnachtsmarkt
Gifhorn Gifhorn Stadt Freche Show von Mirja Boes – Komikerin verabredet sich zum Date auf Gifhorns Weihnachtsmarkt
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13:05 15.12.2019
Männerschnupfen, Weihnachtsgeschenke und eine Band voller Weltstars: Mirja Boes begeisterte das Gifhorner Publikum in der Stadthalle mit einem flotten Themenmix. Quelle: Maren Kiesbye
Gifhorn

Bis auf den letzten Platz vollbesetzt war der Zuschauerraum der Stadthalle, als die bekannte Kabarettistin Mirja Boes am Samstagabend ihr Publikum durch ihr rasantes Bühnenprogramm „Auf Wiedersehen! Hallo!“ führte.

Für Verwirrung sorgte der Titel ihrer aktuellen Tour – bedeutet „Auf Wiedersehen“ vielleicht tatsächlich, dass Mirja Boes nach über 24 Jahren jetzt die Bühnen Deutschlands verlassen will? Nach der Pause dann das Aufatmen: Sie ist wieder da, nach einem nur 20-minütigen Rückzug aus dem Showbiz.

In der vollbesetzten Stadthalle Gifhorn sorgte Kabarettistin Mirja Boes für jede Menge Lacher – ihre Band machte eine besondere Einlage.

Boes’ unverblümte Themen- und Wortwahl bei Konzert war nicht jedermanns Sache. Tatsächlich verließen einige Zuschauer bereits während dem ersten Set die Veranstaltung. Die allermeisten blieben jedoch und amüsierten sich köstlich über ihre detaillierte Beschreibung der Darmspülung, die ihr im vergangenen Jahr im Kölner Krankenhaus verabreicht wurde. „Abschiede sind etwas Alltägliches“, sagte Boes in Anlehnung an den Titel ihrer aktuellen Tour, „und der häufigste Abschied ist vielleicht der von der eigenen Würde. Allerdings lebt es sich eigentlich ganz gut ohne Würde.“

Ab und an geht das Licht an

Immer nahe am Publikum ließ sie im Laufe ihrer Show immer mal wieder das Licht im Zuschauerraum anmachen, „damit man sich besser unterhalten kann“. Als Eisbrecher fragte Boes ihr Publikum nach Erfahrungen mit Darmspülungen, und versuchte mittels des Songs „Ich werd zum wilden Tier, wenn ich menstruier“ das Menstruationstrauma der weiblichen Zuschauer zu lindern. „Nach den folgenden acht Minuten werden zwar stattdessen meine männlichen Zuschauer ein Menstruationstrauma haben, aber das ist ja erstmal egal“, betonte Boes. Ausführlich behandelte Boes das Thema ihrer allerersten Menstruation mit 13: „Es war auf der Beerdigung meiner Oma, ich fing plötzlich an zu bluten. Ich dachte, ein Teufel wäre in mich gefahren.“

Tipp für die Weihnachtsgeschenke

Es gab Songs und Anekdoten über Männerschnupfen, und mit „Scheiß auf Carpe Diem“ sang Boes eine Hymne auf die Langeweile. Mirja Boes fungierte bei ihrem rasanten Konzert als Ikone der Völkerverständigung und brachte dem geneigten Gifhorner Zuschauer bei, welche Dinge er auf gar keinem Fall seiner Frau zu Weihnachten schenken sollte („Am besten packt ihr gleich das Geld in einen Umschlag und legt ihn unter den Baum. Aber viel.“)

Verabredung auf dem Weihnachtsmarkt

Zwei Gifhorner in den vorderen Reihen kamen in den Genuss, ein Lied gewidmet zu bekommen, und mit diesem stürmte Mirja Boes die letzte verbleibende Festung der neuzeitlichen Männerwelt: Andreas-Karl und Udo bekamen von ihr die Vornamen in den Schnee gepinkelt. „Andreas-Karl ist echt schwierig, der Absatz zwischen den beiden Namen ist kaum zu schaffen, wenn der Strahl grad in vollem Gang ist“, betonte die Kabarettistin, aber mit Udo verabredete sie sich zum ultimativen Liebesbeweis beim ersten Schnee auf dem Gifhorner Weihnachtsmarkt.

Die Band imitiert Weltstars

Im Gepäck hatte Mirja Boes – außer allerlei frechen Themen und Lebensweisheiten – ihre sechsköpfige Band The Honkey Donkeys. Locker wechselte sich ihr Programm ab zwischen tief- und mehrdeutigen Songs und Stand Up-Comedy-Teilen, derweil ihre mit Rentier-Geweihen und Weihnachtsmützen geschmückte Band an einem Tisch Platz nahm und sich mit Bier und Kartenspiel von ihren anstrengenden Kurzauftritten ausruhte. Kurz angespielt wurde Boes’ größter musikalischer Erfolg, der Party-Hit „20 Zentimeter – Nie im Leben, kleiner Peter“ aus dem Jahr 2003. Nacheinander erschienen ihre sechs Bandmitglieder, verkleidet als Elvis Presley, Udo Lindenberg, die Wildecker Herzbuben, Rammstein und Luciano Pavarotti, um jenem Hit Tribut zu zollen.

Es gibt auch ernste Töne

Mit dem Song „Du würdest weinen, wenn ich nicht lach“, schnitt Boes ein ernsteres und sehr persönliches Thema an: ihre Art mit dem Verlust ihres Vaters umzugehen, der „auf der Wolke sitzt und von dort aus zuschaut“. Humorvoll und sympathisch erzählte sie allerlei Anekdoten um ihren geliebten Vater aus ihrer Kindheit. Auch in der Pause und nach der Show gab Mirja Boes sich publikumsnah: sie verkaufte und signierte ihre aktuelle CD im Foyer.

Von Maren Kiesbye

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