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Gifhorn Stadt Wo Napoleons Gifhorner Umgehung verlief
Gifhorn Gifhorn Stadt Wo Napoleons Gifhorner Umgehung verlief
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10:00 06.12.2019
Feierlicher Scherenschnitt: Die Stadt hat die für rund 200 000 Euro sanierte denkmalgeschützte Napoleonsbrücke wieder für den Fußgänger- und Radfahrerverkehr freigegeben. Quelle: Dirk Reitmeister
Gifhorn

Kleine Feierstunde im Wald westlich der B 4 bei Gifhorn: Mit Vertretern der beteiligten Firmen stieß die Stadt Gifhorn auf den Abschluss der Sanierung der Napoleonsbrücke an. Von einem Waldweg zwischen der Waldriedesiedlung und Ribbesbüttel abzweigend, fristet das denkmalgeschützte Bauwerk ein beschauliches Dasein. Dennoch musste die Stadt 200 000 Euro in die Sanierung stecken.

Die Stadt Gifhorn hat die Napoleonsbrücke zwischen Waldriede-Siedlung, Winkel und Ribbesbüttel saniert. Das denkmalgeschützte Bauwerk war marode und dient nun ausschließlich Fußgängern und Radfahrern.

„Wir haben dem auch noch den Weg bereitet?“, fragt Bürgermeister Matthias Nerlich, als er von seinem Tiefbau-Fachbereichsleiter Joachim Keuch zu hören bekommt, dass wohl Napoleon mit seinen Truppen 1803 oder 1806 Gifhorn über diese Sandsteinbrücke passierte. Vermutet man zumindest. „Die Schützen sind extra nach Waterloo gefahren. Was für ein Quatsch“, fügt der Bürgermeister noch schmunzelnd hinzu.

Darum musste die Brücke saniert werden

Es war mehr der Zahn der Zeit statt der Gleichschritt der kaiserlichen Truppen, der nun an dem Bauwerk genagt hatte. An der Brücke anno 1750 führt längst ein Weg mit Furt vorbei – und das praktisch in eine Sackgasse. Dennoch musste sich die Stadt um das Bauwerk kümmern. Es steht nämlich unter Denkmalschutz. „Wir dürfen es nicht einfach verfallen lassen“, sagt Keuch. Damit ging im Juli die Sanierung in die heiße Phase, deren Planung bereits 2017 begann.

Neun Tonnen neuer Sandstein

Und so ein denkmalgeschütztes Objekt macht auch die Stadt nicht einfach mal so hübsch. Es musste schon der passende Sandstein sein. „Das ist uns recht gut gelungen“, lobt Keuch auch die Arbeit der Fachfirmen – darunter eine, die sich auch mit Burgen auskennt. Unter anderem neun Tonnen neuer Oberkirchener Sandstein haben die Spezialisten verbaut.

Sanierung zwingt Fledermäuse zum Umzug

Umziehen mussten mit der Sanierung kleine Fledermäuse. Die hatten in den offenen Fugen der maroden Brücke eine Unterkunft gefunden, jetzt gibt es für sie extra Nistkästen. Das sehen Spaziergänger nicht auf den ersten Blick, dagegen gleich ins Auge fallen dürfte ihnen das neue umfangreiche Edelstahlgeländer, das das eher historisch nachempfundene aus Holz der Vorsicht halber ergänzt. Sicher ist sicher. Keuch: „Wir wollen uns nicht in Haftung nehmen lassen.“ Heut zu Tage sei es so, dass bei Unfällen die Verantwortung gern an anderer Stelle gesucht werde.

Brücke ist eher „was fürs Auge“

Ob dieses Geländer 200 Jahre früher den Lauf der europäischen Geschichte entscheidend verändert hätte, vermag Keuch nicht einzuschätzen. In den Lauf des Verkehrs greift es auf jeden Fall ein. Für Fahrzeuge – etwa die der Forstwirtschaft – ist die sanierte Napoleonsbrücke auch gar nicht ausgelegt. Sie sei eher etwas „fürs Auge“. „Es ist ein schönes historisches Bauwerk mit einem geschichtlichen Hintergrund“, sagt Nerlich. Eine Infotafel gleich daneben erinnert mit Text und Fotos an Geschichte und Sanierung der Napoleonsbrücke.

Wo geht es bitte nach Winkel?

Fußgänger und Radfahrer können sie tatsächlich als Brücke nutzen. Dazu müsste die Verbindung nach Winkel aber attraktiver werden, findet Grünen-Ratsfrau Nicole Wockenfuß. Dann käme diese idyllische Ecke in Sachen Naherholung mehr zu Geltung. Keuch: „Wir machen uns Gedanken, wie wir das noch besser in Szene setzen können.“

Von Dirk Reitmeister

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