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Gifhorn Stadt „Die Vorbereitung ist das Wichtigste“
Gifhorn Gifhorn Stadt „Die Vorbereitung ist das Wichtigste“
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06:32 20.06.2019
Experte aus dem Wolfsburger Klinikum: Dr. Gunter Wilhelm erklärt die Risiken von zu wenig Bewegung. Quelle: privat
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Peine / Gifhorn / Wolfsburg

Dr. Gunter Wilhelm leitet die Abteilung Sportmedizin im Wolfsburger Klinikum. Im Berufsalltag hat er es nicht nur mit Verletzungen durch Sport zu tun, sondern auch mit Erkrankungen und Verletzungen durch zu wenig sportliche Aktivitäten.

Die Zahl der errungenen Sportabzeichen wird von Jahr zu Jahr kleiner. Werden die Menschen immer unsportlicher?

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Auf jeden Fall geht diese Art des Breitensports zurück, vor allem auch bei den Kindern. Es gibt immer mehr Kinder, die lieber Playstation spielen oder andere Dinge tun, als sich zu bewegen.

Die Folgen erleben Sie als Mediziner vermutlich täglich?

Ja, viele Menschen haben Übergewicht und Gelenkprobleme, sogar schon die Kinder. Außerdem stimmt schon bei den Kleinen die Koordination oft nicht, wodurch wiederum die Unfallgefahr steigt. Und bei den Erwachsenen kommen Gelenkverschleiß und Rückenschmerzen dazu. Dabei lassen sich die meisten Rückenschmerzen gut aktiv behandeln, indem man die Muskeln trainiert.

Zum Beispiel mit Training fürs Sportabzeichen?

Ja, da ist ohnehin die Vorbereitung das Wichtigste. Selbst auf eine Disziplin wie Weitsprung sollte man die Muskeln vorher erst vorbereiten.

Wie lange vorher sollte man mit dem Training anfangen?

Optimalerweise ein halbes Jahr, mindestens aber drei Monate.

Gibt es Disziplinen, die sich besonders für Anfänger eignen oder für Menschen, die lange nicht mehr aktiv waren?

Das Fahrradfahren ist aus orthopädischer Sicht ein sehr guter Sport, denn den Gelenken gefällt die geführte Bewegung. Und auch beim Schwimmen ist der Körper nicht so anfällig für Verletzungen wie zum Beispiel bei den Sprungdisziplinen oder beispielsweise dem Kugelstoßen.

Sportabzeichen macht man ja im Sommer. Aber ab wie viel Grad Außentemperatur sollte man doch lieber die Finger davon lassen?

Wenn es über 30 Grad warm ist, würde ich lieber darauf verzichten. Nicht umsonst gibt es sogar beim Profi-Fußball Pausen, wenn es zu warm ist. Besser wären so um die 20 Grad Celsius. Und bei Wärme sollte man immer darauf achten, viel zu trinken, um den Flüssigkeitshaushalt wieder auszugleichen.

Von Frederike Müller