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Gifhorn Stadt So wirkt der Klimawandel in der Region
Gifhorn Gifhorn Stadt So wirkt der Klimawandel in der Region
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06:00 24.07.2019
Extreme Wetterlagen zeigen ihre Spuren: In Gifhorn riss es im Oktober 2017 ein Eiche um. Quelle: Sebastian Preuß Archiv
Gifhorn/Peine/Wolfsburg

Extrem trockene Sommer, kaum noch Schnee, Temperaturanstieg - auch vor der Region Gifhorn, Peine, Wolfsburg macht der Klimawandel nicht halt. Das Potsdam-Institut für Klimaforschung hat konkrete Werte und Prognosen bis zum Jahr 2100 ermittelt. Diplom-Meteorologe Dr. Peter Hoffmann erläuterte auf Anfrage einige Werte. Kernbotschaft: Etwa im Jahr 2050 wird in der Region ein Klima wie in Norditalien herrschen, während dort dann bereits nordafrikanisches Klima Einzug gehalten hat.

Wetterextreme werden sich häufen

„Der extreme Sommer der Gegenwart wird der normale der Zukunft sein“, sagt Hoffmann. Nicht zwingend muss es dabei immer heiß sein, die Wettextreme häufen sich, sagt er mit Verweis auf den Sommer 2017, in dem es Regenrekorde gab. „Schnee und Eis wird es nur noch in kurzen Phasen geben.“

Tendenz: Es wird wärmer

Die globale Erwärmung schlägt sich in den Prognosen deutlich nieder: In Peine gab es im Schnitt in der Zeit von 1981 bis 2010 eine Temperatur von maximal 13,9 Grad, im Mittel 10,1 Grad und Minimum 6,3 Grad, 35,7 Sommertage, 58,5 Frosttage. Das sieht für den Zeitraum 2071 bis 2100 ganz anders aus: Temperatur maximal 17,6 Grad, im Mittel 13,1 und Minimum 8,7 Grad, heiße Tage 15,5, Frosttage 19,3. Dieselbe Tendenz gibt es bei den Werten für Gifhorn und Wolfsburg. was das etwa für den Bereich Tourismus/Freizeit für Folgen hat, haben die Experten auch ausgewertet. Hatte Wolfsburg in der Zeit von 1981 bis 2010 20,7 Badetage und 3,9 schwüle Tage, so liegt die Zahl für 2021 bis 2050 bei 28 Badetagen und 6 schwülen Tagen und in den Jahren 2071 bis 2100 liegt die Zahl der möglichen Badetage bei 43.

Auch bei den Wasserbilanzen stehen große Veränderungen an. Beispiel Gifhorn: Zwischen 1981 und 2010 liegt die Menge bei 708,8 Liter/Quadratmeter, die Wasserbilanz mit 125,6 Litern im Plus. Für die Jahre 2071 bis 2100 ist der Niederschlag nur noch bei 660,2, die Wasserbilanz im Minus.

Klimaforscher: Handeln ist jetzt Pflicht

Der Potsdamer Klimaforscher will sich dabei nicht auf die exakten Prognosen festlegen. „Das geht auch nicht, weil viele Faktoren reinspielen, die das Modell nicht einrechnen kann.“ So sei auch die allgemeine Wetterlage gerade im Wandel, weltweit ändern sich Luftströme, die wieder ganz andere Folgen haben können. In der Tendenz ist für Hoffmann aber klar: „Der Klimawandel ist voll im Gang, wenn jeder jetzt anfängt, Dinge zu verändern, wird der Effekt erst in vielen Jahren sichtbar werden.“

Klimaschutz: Das passiert im Kreis Gifhorn

Landkreis Gifhorn. Kommunaler Klimaschutz wird auch im Landkreis Gifhorn groß geschrieben. Der neue Wertstoffhof in Ausbüttel soll regionale Stoffkreisläufe optimieren. Auch der Ausbau der E-Ladestationen für PKW und E-Bike/Pedelec ist geplant. Sehr aktiv ist die Samtgemeinde Isenbüttel: Der Dienstwagen ein E-Golf, Umstellung auf LED-Beleuchtung im Rathaus und in den Turnhallen, Reduzierung des Autoverkehrs und Installation von Photovoltaikanlagen etwa auf einigen Feuerwehrgerätehäusern zählen zu den konkreten umgesetzten Projekten. Alleine durch die Photovoltaikanlage im Freibad Edesbüttel hat die Samtgemeinde so viel Strom gespart, dass die CO2-Emission um 42 Tonnen/Jahr reduziert wurde, berichtet Fachbereichsleiter Andre Schulz.

Große Schäden durch Stürme

Abgesehen von den Änderungen der Lebensbedingungen: Die Wetterextreme sorgen inzwischen auch für nicht unerheblichen Schaden. So beziffert die VGH Niedersachsen für ihren Geschäftsbezirk Celle die durch Sturmtiefs in 2017 und 2018 gemeldeten Schadensfälle auf 8234, der Schadenaufwand lag bei etwas über 10 Millionen Euro, wie Pressesprecher Christian Worms mitteilte. Insgesamt registrierte die VGH durch die Sturmtiefs der letzten beiden Jahre 78 680 Schäden, der Schadenaufwand betrug mehr als 107 Millionen Euro.

„Eine ganzheitliche oder strategische Auseinandersetzung mit dem Thema Klimaanpassung gewinnt an Bedeutung“, sagt der Regionalverband Braunschweig, der gerade dabei ist Ziele und Grundsätze zum Klimaschutz verbindlich für die Region festzulegen. Viele der Kommunen im Großraum arbeiten schon an Projekten. So gebe es die Hochwasserkooperation Fuhse-Aue-Erse und die Hochwasserpartnerschaft Aller.

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Von Andrea Posselt

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