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Gifhorn Stadt Verhindern stärkere Kontrollen Straftaten?
Gifhorn Gifhorn Stadt Verhindern stärkere Kontrollen Straftaten?
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00:20 24.03.2019
Missbrauchsfall in Gifhorner Wohngruppe: Das Landesjugendamt kündigt jetzt Konsequenzen an – unter anderem mit verstärkten Kontrollen. Quelle: Cagla Canidar
Gifhorn

Bisher kontrollieren die obersten Landesbehörden Einrichtung nur anlassbezogen, erläutert Landesjugendamts-Sprecher Michael Haase. Bundesweit werde über eine Änderung diskutiert: „Niedersachsen wird sich dafür einsetzen, dass Einrichtungen regelmäßig auch ohne besonderen Anlass kontrolliert werden.“

„Grundsätzlich sind die örtlichen Träger der Jugendhilfe für die Auswahl, Prüfung und Kontrolle der Pflegepersonen zuständig“, sagt Haase weiter. „Dies beinhaltet auch den Aspekt der persönlichen beziehungsweise charakterlichen Eignung.“ Mittel dafür seien unter anderem Praktika, Hospitationen und spezielle Auswahlverfahren. Das Landesjugendamt unterstütze bei der Personalauswahl unter anderem mit Beratung, Fortbildung und Hinweisen zur spezifischen Qualitätsentwicklung.

Das Landesjugendamt sieht noch weitere Punkte, die jetzt abgearbeitet werden müssten – bis hin zur Frage, ob es angesichts steigender Fallzahlen noch genug Personal gebe. „Des Weiteren ist das Konzept der ,Familienanalogen Betreuung’ in der öffentlichen Erziehung mit seinen Stärken, Schwächen aber auch Risiken fachlich professionell auszuwerten“, sagt Haase. Danach seien gegebenenfalls Mindeststandards neu zu definieren. Der Gifhorner Fall sei mit allen Beteiligten aufzuarbeiten. Die Arbeits- und Entscheidungsprozesse seien zu analysieren und zukünftige Qualitätsstandards zu definieren.

Inzwischen hat sich auch der Kinderschutzbund Niedersachsen zu Wort gemeldet. Angesichts der Fälle in Lügde (Kreis Lippe) und Gifhorn rät die Institution zu einer „grundlegenden Fehleranalyse in den Jugendämtern“ und fordert das Sozialministerium auf, Konsequenzen zu ziehen. Institutionen bräuchten interne Schutzkonzepte, so Geschäftsführerin Antje Möllmann der Agentur epd. „Das heißt, es muss wirklich klar sein, welche Beschwerdestellen und welche Verfahrenswege es in Verdachtsfällen gibt.“

Missbrauchsfall in Gifhorn: Weitere Infos

Ein Ehepaar aus dem Raum Gifhorn wird beschuldigt, Kinder in einer Wohngruppe in der Gifhorner Südstadt sexuell missbraucht und misshandelt zu haben. Mehr Infos:

20.03.2019 – Nach Missbrauchsfall: Warum sich das Konzept Wohngruppe bewährt

19.03.2019 – Missbrauch in Wohngruppe: Warum alle Opfer dringend Hilfe brauchen

19.03.2019 – Missbrauchsfall in Gifhorn: Die Täter sind unter uns

18.03.2019 – Missbrauch in Gifhorner Wohngruppe: Alle Opfer sind Mädchen

17.03.2019 – Kinder waren Opfer: Neue Einzelheiten zum Missbrauchs-Vorwurf

17.03.2019 – Missbrauchs-Vorwurf gegen Gifhorner Ehepaar: Diakonie will jahrelang nichts gewusst haben

16.03.2019 – Ehepaar in Haft: Kinder ausWohngruppe missbraucht

Von Dirk Reitmeister

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