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Gifhorn Stadt Sex mit Mädchen: Bewährungsstrafe für Gifhorner
Gifhorn Gifhorn Stadt Sex mit Mädchen: Bewährungsstrafe für Gifhorner
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17:32 22.11.2018
Landgericht Hildesheim: Im Prozess gegen einen Gifhorner gab es am Donnerstag eine Bewährungsstrafe.
Landgericht Hildesheim: Im Prozess gegen einen Gifhorner gab es am Donnerstag eine Bewährungsstrafe. Quelle: Archiv
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Gifhorn/Hildesheim

Wäre die Strafkammer 3 des Landgerichts Hildesheim dem Antrag der Staatsanwaltschaft gefolgt, hätte der gebürtige Ägypter noch im Gerichtssaal verhaftet werden können. Das tat die Kammer unter Vorsitz der Richterin Barbara Heidner jedoch nicht. Anders als die Staatsanwaltschaft wertete die Kammer den sexuellen Missbrauch im Haus des Angeklagten in Ägypten als minderschwere Fälle. „Wir mussten die Taten unter strafrechtlichen Gesichtspunkten betrachten, nicht unter moralischen“, sagte die Richterin in ihrer Urteilsbegründung.

Der Angeklagte ging von einvernehmlichem Sex aus

Im Urlaub der beiden 14 und 13 Jahre alten Cousinen sei es zu zahlreichen sexuellen Handlungen gekommen, sagte die Richterin. Strafbar seien aber nur die Handlungen gegen die 13-Jährige gewesen, fügte sie hinzu. Der Angeklagte sei von einvernehmlichem Sex ausgegangen. Die 13-Jährige habe nie geäußert, dass sie es nicht wollte. Da die Taten bereits 2006/2007 geschahen, musste die Kammer nach dem damals gültigen Recht urteilen. Deshalb konnte dem Mann auch eine Vergewaltigung des Kindes nicht nachgewiesen werden.

Günstige Sozialprognose

Nach dem bis zum 10. November 2016 gültigem Recht setzte der Tatbestand einer Vergewaltigung unter anderem voraus, dass Gewalt angewandt oder Widerstand gebrochen wurde. Nach neuem Recht muss sich das Opfer nicht wehren. Heute ist bereits strafbar, wenn gegen den erkennbaren Willen sexuelle Handlungen vorgenommen werden. Auch die angeklagte Vergewaltigung der 14-Jährigen in der Nähe des Gifhorner Penny-Marktes konnte dem Mann nicht nachgewiesen werden. Von diesem Vorwurf wurde er freigesprochen.

Bei ihrer Urteilsfindung berücksichtigte die Kammer, dass der Mann nicht vorbestraft ist, eine günstige soziale Prognose hat und dass die Taten lange zurückliegen. Neben der Haftstrafe wurde er zu einer Zahlung von 5.000 Euro an soziale Einrichtungen verurteilt. Innerhalb einer Woche kann gegen diese Urteil Revision eingelegt werden.

Von Bettina Reese

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