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Gifhorn Stadt Schmutzkampagne gegen Gifhorner Kita
Gifhorn Gifhorn Stadt Schmutzkampagne gegen Gifhorner Kita
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00:21 20.08.2018
Eröffnung von Abrahams Kita: Unbekannte machen mit Flugblättern Stimmung gegen die christlich-muslimische Einrichtung.
Eröffnung von Abrahams Kita: Unbekannte machen mit Flugblättern Stimmung gegen die christlich-muslimische Einrichtung. Quelle: Sebastian Preuß
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Gifhorn

Der DIN-A5-Zettel sieht laut Altfrid-Pastoralreferent Martin Wrasmann auf den ersten Blick aus wie eine Infoschrift zur Einrichtung. Was darunter steht, ist keinesfalls als Werbung zu verstehen. „Türkischer Moscheeverband Ditib: Kinder spielen Märtyrer und Soldat“ heißt es. Und: „Schauen Sie hin, wem Sie Ihr Kind anvertrauen“. Kleiner gedruckt fallen Begriffe wie Märtyrertod, antisemitische Hetze, Islamismus, Spionage und immer wieder Ditib.

Drohungen in anonymen Briefen

„Diese Kampagne läuft seit Ende Mai“, sagt Wrasmann. Die Zettel fanden sich bei St. Altfrid, an Bushaltestellen und an Schaufenstern leer stehender Geschäfte. „Uns haben sie einen Koran geschickt“, berichtet CDU-Fraktionschef Thomas Reuter. Dazu kämen Drohungen von einem „Herrn Giordano aus Braunschweig“, den es gar nicht gebe. „Man kann unterschiedlicher Meinung sein, aber solche feigen anonymen Briefe sind keine Art und Weise.“

Völlig absurd

Doch die Flugblätter bekommen eine neue Qualität. Wahlweise finden sich darauf Verweise auf das ZDF oder auf Parteien wie Die Linke und Bündnis 90/ Die Grünen. „Völlig absurd“, sagt auch Reuter. Und nicht nur er: „Wir begrüßen diese Kita ausdrücklich“, sagt Nicole Wockenfuß von den Grünen, die ihren Ortsverein aufgerufen hat, Strafanzeige zu stellen.

Gelungenes Projekt

Genau das will auch Marion Köllner im Namen der Linken tun. Aus allen Wolken fiel Köllner, als die Mutter eines Fritz-Reuter-Realschülers sie auf einen Flugzettel mit Hinweis auf die Linken ansprach, den der Junge aus der Schule mitgebracht hatte. „Das ist eine Riesensauerei“, sagt Köllner. „Wir halten die Kita für ein gelungenes Projekt. Ich selber bin seit Jahren in der Flüchtlingshilfe tätig.“

Von Dirk Reitmeister