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Gifhorn Stadt Dem Landkreis mangelt es an Notärzten
Gifhorn Gifhorn Stadt Dem Landkreis mangelt es an Notärzten
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19:00 13.11.2019
Keine Besserung in Sicht: Im Kreis Gifhorn mangelt es an Notärzten. Entlastung soll der Einsatz von Notfallsanitätern bringen. Quelle: dpa
Gifhorn

Die Notarztversorgung im Landkreis bleibt schwierig. Die kritische Situation schildert Dr. Gert Hobbensiefken, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst und Chefarzt für Anästhesie im Klinikum Gifhorn, jetzt im Ausschuss für Feuerschutz und Rettungswesen. Dabei zeigte er auch Möglichkeiten zur Entlastung der Notärzte auf.

Externe einkaufen

„Notärzte sind knapp“, führte Hobbensiefken Politik und Verwaltung in sein Kurzreferat ein. Das Klinkum Gifhorn stelle aktuell 21 Notärzte, zwei Notärzte würden vom Klinikum Wittingen kommen. „Wir kaufen uns Externe dazu“, verwies der Ärztliche Leiter Rettungsdienst auf eine Reaktion, mit der auf den Mangel reagiert werde. Fünf zusätzliche Notärzte würden so am Standort Gifhorn ihren Dienst versehen, 17 Externe arbeiteten am Standort Wittingen.

Zwei Standorte

Für die zwei Notarzt-Standorte im Kreisgebiet – bei zwei Mal 30 Tagen ergebe sich ein Bedarf von 60 Notärzten – jedoch zu wenig: Nur 45 Notärzte stünden für die Einsätze im Kreisgebiet zur Verfügung, wies Hobbensiefken auf die kritische Lage hin. „Es wird auch in Zukunft so sein“, glaubt der Ärztliche Leiter Rettungsdienst nicht an eine Besserung. „Unser Hauptproblem ist, dass es keinen Ärztenachschub gibt.“ Hobbensiefken hatte schon vor Jahren auf diese Entwicklung aufmerksam gemacht.

„Notarzt-Light-Version“

Um den vorhandenen Notärzten mehr Zeit für wichtige Einsätze zur Lebensrettung zu geben, soll auch im Landkreis Gifhorn das Projekt „Notarzt Light“ für Entlastung sorgen. Bei Notfällen, die für den Patienten oder die Patientin nicht lebensbedrohlich sind, schickt die Leitstelle speziell ausgebildete Rettungssanitäter zum Einsatzort. „Neun delegierte Rettungssanitäter haben wir inzwischen – das werden wir ausweiten müssen“, steht für Hobbensiefken fest. Nur so werde es auch in Zukunft gelingen, auf den gestiegenen Bedarf zu reagieren. „Eine andere Chance haben wir nicht“, so der Ärztliche Leiter Rettungsdienst. Hobbensiefken geht von einer Erhöhung der delegierten Rettungsnotfallsanitäter von neun auf 25 aus. Notärzte sollen nach Möglichkeit nur noch zu solchen Einsätzen fahren, bei denen es tatsächlich um Leben und Tod gehe.

Letzte Möglichkeit

Hobbensiefken zeigte im Fachausschuss auch die letzte Möglichkeit auf, um die Notarztversorgung im Kreisgebiet sicherzustellen. „Ultima Ratio“ sei die Verlagerung des letzten Notarztstandortes in die geografische Mitte des Kreises, so der Ärztliche Leiter Rettungsdienst. Doch so weit dürfe es nicht kommen.

Behinderungen und Bedrohungen

Behinderungen und Bedrohungen von Rettern und Helfern bei ihren täglichen Einsätzen: Auch dieses Thema schnitt der Chefarzt in seinem Vortrag kurz an. „Sie werden auf der Anfahrt aktiv gehindert, den Ort des Notfalls zu erreichen – das ist schon pervers“, berichtete Hobbensiefken über Autofahrer, die Rettungsfahrzeuge am Überholen hinderten. Zunehmend litten Ärzte und Sanitäter auch unter Beschimpfungen und Attacken. „Oft muss man die Polizei zur Hilfe rufen, um mit der Arbeit beginnen zu können.“

Von Uwe Stadtlich

Es mangelt an Notärzten. Dr. Gert Hobbensiefken, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst im Landkreis Gifhorn, schilderte Politik und Verwaltung die Lage – zeigte aber auch Entlastungsmöglichkeiten auf.

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