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Gifhorn Stadt Dehoga fordert: Mehr Porzellan statt Plastik
Gifhorn Gifhorn Stadt Dehoga fordert: Mehr Porzellan statt Plastik
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13:00 28.11.2019
Mehr Porzellan statt Plastik: Der Dehoga-Kreisverband unterstützt eine entsprechende Petition und kämpft für einen reduzierten Steuersatz beim Essen. Quelle: dpa
Gifhorn

Die Gastronomen und Hoteliers aus dem Landkreis unterstützen eine Online-Petition ihrer bayrischen Kolleginnen und Kollegen. „Für mehr Porzellan statt Plastik“ lautet die Forderung an den Bundestag. Das Ziel: den reduzierten Mehrwertsteuersatz für Essen einzuführen – unabhängig davon, wie es zubereitet, wo es gekauft und wie es verzehrt wird.

„Absolut unlogisch“

„Was hier momentan abläuft, ist nicht ökologisch und absolut unlogisch“, kritisiert Armin Schega-Emmerich, Chef des Dehoga-Kreisverbandes, die aktuelle Situation. Würde ein Gast ein gemütliches und gesundes Essen im Sitzen verzehren, läge der Mehrwertsteuersatz bei 19 Prozent. Essen im Gehen und Stehen werde lediglich mit sieben Prozent besteuert.

Wegwerf-Müll

Vor dem Hintergrund des Umweltschutzes und auch der Steuergerechtigkeit aus Dehoga-Sicht eine Katastrophe: Gastwirte und Hoteliers, die bei Buffets – ökologisch sinnvoll – Mehrweg-Geschirr aus Porzellan einsetzten, würden quasi mit einem Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent bestraft. Die Verwendung von Einweg-Geschirr aus Plastik – vieles lande hinterher als Wegwerf-Müll in Wald und Feld – werde mit einer Sieben-Prozent-Besteuerung quasi noch belohnt. Ein höherer Steuersatz für frischen Salat im Restaurant, ein niedriger Steuersatz für umweltunfreundlich plastikverpackten Salat, ein höherer Steuersatz für das Essen in Kindergärten, Schulen und Altenheimen, ein geringerer Aufschlag für das Essen in der Uni-Mensa: Das nervt auch die Hoteliers und Restaurant-Betreiber aus dem Kreisgebiet.

Einheitlicher Steuersatz

„Ziel muss ein einheitlicher Steuersatz sein“, kündigt Armin Schega-Emmerich an, das Thema bei der nächsten Vorstandssitzung des Dehoga-Kreisverbandes zu vertiefen. Gleiche Steuern für Essen wären auch schon deshalb fair, weil die Gastronomie arbeitsintensiv ist und vielen Menschen einen sicheren Arbeitsplatz bietet. Gegen den Plastik- und Pappe-Wahnsinn im Kontext des boomenden Take-away- und Delivery-Geschäfts: Gifhorns Gastronomie schließt sich dem bundesweiten Protest an und fordert ein Umdenken und rasches Handeln der Politik. „Was momentan passiert, ist unter dem Gesichtspunkt des Natur- und Umweltschutzes absolut kontraproduktiv“, steht für Schega-Emmerich fest.

Mehr Spielräume

Armin Schega-Emmerich ist sich sicher: Durch sieben Prozent hätten auch die gastronomischen Betriebe im Kreisgebiet mehr finanziellen Spielraum, um in Betriebsmodernisierungen, zusätzliche Arbeitsplätze und Lohn zu investieren. Die Unterstützung für den Vorstoß der Dehoga-Bayern sei darum eine Selbstverständlichkeit.

Petition unterstützen

Die erforderlichen 50 000 Unterschriften sollen in den nächsten sechs Monaten gesammelt werden. Gastronomen, deren Mitarbeiter und auch Gäste können die Petition unterstützen: http://openpetition.de/!PorzellanStattPlastik.

Von Uwe Stadtlich

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