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Gifhorn Stadt Pflegedienst übernimmt Hausarzt-Aufgaben
Gifhorn Gifhorn Stadt Pflegedienst übernimmt Hausarzt-Aufgaben
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20:00 18.10.2019
Modellprojekt: Gesundheitsministerin Dr. Carola Reimann (l.) lässt sich den Inhalt der Einsatz-Rucksäcke erläutern. Quelle: Uwe Stadtlich
Winkel

Auch im Kreis Gifhorn fehlt es auf dem flachen Land an Ärzten. Mit Rucksäcken voller medizinischer Technik und Tablet-Computern machen sich darum zukünftig Pflegedienst-Mitarbeiter auf den Weg, um teils ärztliche Aufgaben zu übernehmen. Wie das einzigartige Modell funktioniert erfuhr Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) am Freitag in der Praxis von Dr. Armin Saak in Winkel.

Projektstart vor zwei Monaten

Den Blutdruck überprüfen, den Blutzucker messen, ein EKG schreiben oder eine Wunde versorgen – das alles sind grundsätzlich medizinische Leistungen, die ein Hausarzt im Rahmen seiner Hausbesuche erledigt. Im Landkreis Gifhorn übernimmt dies für einen Teil der Patientinnen und Patienten – insbesondere ältere Menschen und chronisch Kranke - seit zwei Monaten ein Pflegedienst-Team von Bettina Tews-Harms.

Modellprojekt im Landkreis: Ein Pflegedienst übernimmt seit zwei Monaten Aufgaben eines Hausarztes. Wie es funktionierte, erklärte am Freitag Niedersachsens Gesundheitsministerin Dr. Carola Reimann.

Nach langem Vorlauf sei es gelungen, ein beispielhaftes Projekt auf den Weg zu bringen, lobte die Ministerin die Zusammenarbeit zwischen Saak und dem Pflegedienst. Das Modellprojekt werde über die niedersächsischen Gesundheitsregionen mit rund 80 000 Euro bis Ende 2020 finanziert. „Wir verknüpfen hausärztliche und ambulante pflegerische Leistungen sektorenübergreifend“, so Reimann.

Ausweitung geplant

Das Kooperationsprojekt der AOK Niedersachsen, der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen und des Sozialministeriums wird auch vom Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) unterstützt. Angestrebt werde ab 2021 eine Ausweitung des Projekts, versicherte die Ministerin

Positive Resonanz

Tablet-Computer, Blutdruck- und Blutzuckermessgeräte, Pulsoximeter und 3-Punkt-EKG befinden sich in den Rucksäcken der bis zu fünf extra geschulten und examinierten Pflegekräfte, die sich nach Auftragserteilung durch Saak täglich auf den Weg zu den Patientinnen und Patienten machen. Nach abgeschlossener Behandlung werden die erhobenen Daten automatisch über das Tablet an die Praxis übermittelt. Die Befundung ist Sache des Mediziners. „Mehr als 30 Besuche sind bisher gelaufen – die Resonanz war durchweg positiv“, so Saak vor laufenden TV-Kameras. „Dadurch wird die ambulante Pflege interessanter, abwechslungsreicher und insgesamt aufgewertet“, lobte auch Bettina Tews-Harms das Projekt.

Steigender Bedarf

„Ich freue mich, dass es zu dieser Kooperation gekommen ist“, fand auch Erster Kreisrat Dr. Thomas Walter anerkennende Worte für das Modellprojekt, das eine Antwort auf den steigenden Behandlungsbedarf älterer Menschen und den Ärztemangel sei. Niedersachsens AOK-Vorstandsmitglied Jan Seeger sprach von einem Projekt, das eine Beitrag leiste, um die ambulante ärztliche Versorgung auf dem Land sicherzustellen. Es handele sich um eine „Win-win-Situation“ für alle Beteiligten.

Entlastung für Praxen

Hausarztpraxen würden entlastet, die Versorgung der Patienten verbessert, so Mark Barjenbruch, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen. Diese Meinung teilte auch Henning Steinhoff, Leiter der bpa-Landesgeschäftsstelle.

Von Uwe Stadtlich

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