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Gifhorn Stadt Parken in Gifhorn wird doppelt so teuer: Protest dagegen weitet sich aus
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20:00 16.02.2020
Parkgebühren-Erhöhung um 100 Prozent: Der Protest weitete sich aus, viele Institutionen üben inzwischen Kritik. Quelle: Sebastian Preuß
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Gifhorn

Parken in der Innenstadt ab Mai um 100 Prozent teurer machen: Stadt und Politik kassieren dafür nicht nur aus der Geschäftswelt Kritik. Jetzt gibt’s auch Gegenwind von Institutionen, die sich für sozial schwache Menschen, aber auch für Autofahrer engagieren.

Wen es hart trifft

Für Edeltraud Sack, Chefin der Gifhorner Tafel, steht fest: „Die Erhöhung der Parkgebühren um 100 Prozent ist eine Fehlentscheidung und trifft insbesondere Menschen mit einem kleinen Einkommen hart.“ Familien von außerhalb, die auf das Auto angewiesen seien, jedoch nur über geringe Finanzmittel verfügten, würden nun auf die Einkaufsfahrt in Gifhorns Innenstadt verzichten, glaubt Sack. Auch für Rentner, die das Auto für Einkaufsfahrten oder Arztbesuche nutzten, sei die geplante Erhöhung eine finanzielle Belastung.

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Was ist mit Mini-Jobbern?

Kerstin Bierwagen, Chefin des Verdi-Ortsvereins Gifhorn, denkt insbesondere an Menschen mit geringfügiger Beschäftigung, die in der Innenstadt ihren Arbeitsplatz haben. „Eine Erhöhung um 100 Prozent – das ist schon heftig“, so Bierwagen. Für Mini-Jobber und auch andere Beschäftigte im Einzelhandel, die von außerhalb per Auto zur Arbeitsstelle anreisen müssten, sei die Verdoppelung der Parkgebühren „unzumutbar“. Eine nachvollziehbare Argumentation für die Anhebung habe die Stadt bisher nicht geliefert. „Die höheren Gebühren werden eingeheimst, um den Haushalt zu sanieren“, so Bierwagen.

„Das ist kontraproduktiv“

Auch Berko Härtel, Pressesprecher des SoVD Kreisverbandes, kritisiert die anstehende Erhöhung. „Was hier passiert, ist kontraproduktiv und trägt nicht zur Attraktivitätssteigerung der Innenstadt und zur Erhöhung der Lebensqualität in Gifhorn bei“, steht für Härtel fest. Es gebe viele ältere Menschen, chronisch Kranke und Behinderte, die sich von Verwandten mit dem Auto in die Innenstadt fahren ließen. „Auch sie werden durch die Parkgebühren-Erhöhung bestraft“, so Härtel. Er hätte sich lieber einen Schritt in die andere Richtung gewünscht: „Eine Senkung der Parkgebühren hätte vermutlich wieder für mehr Leben in Gifhorns Innenstadt gesorgt.“

Die Konsequenzen für die Fuzo

Lutz Dietrich, Geschäftsführer der Kreisverkehrswacht, weist daraufhin, dass sich Gifhorns Parkgebühren im Vergleich mit Nachbarstädten im „unteren Drittel“ bewegen würden. Trotzdem hält er die geplante Erhöhung für falsch. „Schon jetzt sind kaum noch Leute in der Fußgängerzone unterwegs – der Autofahrer wird zukünftig noch stärker die kostenfreien Stellplätze vor großen Einkaufszentren nutzen“, sagt Dietrich. Als „gebührenfreie Alternative“ sei der Schützenplatz zu weit von der Fußgängerzone entfernt. „Und der kostenfreie Parkplatz an der Flutmulde ist jetzt schon ständig dicht“, so Dietrich. Er glaubt zudem nicht daran, „dass es durch eine Gebührenerhöhung gelingt, Menschen aufs Rad zu zwingen“.

Ein Tipp an die Politik

„Noch immer werden in Gifhorn viel zu viele Kurzstreckenfahrten mit dem Auto erledigt“, steht hingegen für Wolfgang Harder vom Kreisverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) fest. Trotzdem könne er die Kritik von Menschen nachvollziehen, die auf das Auto angewiesen seien, um in Gifhorns Innenstadt zu gelangen. Harder fordert Stadtverwaltung und Politik auf, die Mehreinnahmen aus der Gebührenerhöhung zu investieren, um Gifhorn „fahrradfreundlicher“ zu machen. Ein besseres Radwegenetz und gesicherte Abstellflächen für hochwertige E-Bikes führt er als Beispiele an.

Von Uwe Stadtlich

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