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Gifhorn Stadt Neuer Name für Gifhorns Boxmühle
Gifhorn Gifhorn Stadt Neuer Name für Gifhorns Boxmühle
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15:00 24.05.2019
Boxmühle: CDU und Grüne setzen sich für einen neuen Namen ein – erinnert werden soll an den Wilscher Boxer Johann Trollmann ( kl. Foto), den die Nazis töteten. Quelle: Archiv
Gifhorn

„Die Gifhorner Boxmühle wird nach Rücksprache mit dem Vorstand des Gifhorner Boxclubs zum nächstmöglichen Zeitpunkt in „Johann-Trollmann-Halle“ umbenannt“, lautet der gemeinsame Antrag von CDU und Grünen für den Ausschuss für Schulen, Kindertagesstätten und Sport am 28. Mai.

Den Meistertitel geholt

In der Begründung gehen CDU-Fraktionschef Thomas Reuter, Grünen-Fraktionsvorsitzende Nicole Wockenfuß und deren Stellvertreterin Susanne Kliche auf die Lebensgeschichte von Johann-Wilhelm „Rukeli“ Trollmann ein, der am 27. Dezember 1907 in Wilsche das Licht der Welt erblickte. Am 9. Juni 1933 fuhr der Wilscher seinen größten sportlichen Erfolg ein: Er wurde Deutscher Meister im Halbschwergewicht.

Den Sieg nicht anerkennen

„Da der Boxverband bereits mit Nazis durchsetzt war und Trollmann Sinto war, wollte man ihm den Sieg nicht anerkennen. Nur die Empörung des Publikums sorgte dafür, dass er als Sieger ausgerufen wurde“, erinnern Reuter, Wockenfuß und Kliche an die tragischen Ereignisse im Jahr 1933.

Im KZ Wittenberge getötet

Acht Tage später sei Trollmann wegen „armseligen Verhaltens“ der Sieg wieder aberkannt worden. 1942 sei Johann Trollmann ins KZ Neuengamme deportiert worden. 1944 sei er im KZ Wittenberge erschlagen worden. „Die Namensänderung könnte als Schritt der aktuellen Aufarbeitung der Gifhorner Geschichte erfolgen“, heißt es im Abschluss-Satz der Antragsbegründung.

Der Verwaltungsausschuss der Stadt befasst sich am 6. Juni mit dem Thema, der Rat stimmt in seiner Sitzung am 17. Juni öffentlich über den Antrag von CDU und Grünen ab.

Von Uwe Stadtlich

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