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Gifhorn Stadt Monitoring am Fischpass
Gifhorn Gifhorn Stadt Monitoring am Fischpass
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18:00 18.05.2012
Monitoring am Fischpass: Max Fricke (r.) und Martin Geuke lassen langsam den Fangkorb der Kontrollstation zurück ins Wasser gleiten. Quelle: Hilke Kottlick

Meinersen. Martin Geuke steht mitten im Fischpass. Hohe Stiefel schützen den Leiter der Meinerser Fischkontrollstation vor dem kalten Wasser. Mühselig reinigt er ein Stück Drahtzaun. Es dient als Filter und soll den Fischfangkorb der Station vor zuviel Algenbefall schützen. Dann beginnt die eigentliche Arbeit, bei der an diesem Morgen Max Fricke als Helfer mit anpackt: Monitoring im Auftrag der Aller-Oker-Lachsgemeinschaft ist zurzeit in Meinersen angesagt - und zwar täglich vom 15. März bis zum 10. Juni.

Die Naturschützer wollen wissen, welche und wie viele Fische die Aufstiegshilfe an der Oker nutzen, um so zu ihren Laichgebieten zu gelangen. Geuke nimmt sich jeden Hecht, Barsch oder Gründling vor, die allesamt jetzt in der Wanne der Fangstation schwimmen. Jedes gefangene Flossentier wird gemessen und anhand der jeweiligen Art von Fricke aufgelistet und eingetragen - ebenso wie die tägliche Temperatur oder der Luftdruck.

Seit dem Aufbau der neuen Infostation am Fischpass haben die helfenden Hände, die aus sieben Angelsportvereinen aus der Region stammen, erstmals in diesem Frühjahr Gelegenheit, dabei den im Vorjahr installierten Fangkorb zu nutzen. Und diese Konstruktion - gebaut von Hans-Jürgen Sauer, Sprecher der Aller-Oker-Lachsgemeinschaft - hat sich bewährt: Nach 56 Tagen konnten bislang „15167 Fische in 18 Arten festgestellt werden“, listet Jürgen Wagner, Naturschutzbeauftragter Gifhorn-Süd, auf. Dabei gab es Antwort auf die Frage, ob auch kleine Fische die Aufstiegshilfe bewältigen können, denn Geuke entdeckte viele Tiere in einer Länge von nur vier Zentimetern. Weiteres Novum: Mit Bitterling, Elritze und Rußnase wurden „drei neue Fischarten festgestellt“.

hik


Meinersen. Jeden Morgen kommen die Helfer der umliegenden Angelsportvereine, um beim derzeitigen Monitoring an der Meinerser Fischtreppe mit anzupacken. Bei warmen Wassertemperaturen tummeln sich laut Martin Geuke weitaus mehr Fische im Fangkorb als bei kaltem Wetter. Während der Spitzenzeiten haben wir bis zu drei Stunden lang hier Fische gezählt“, sagt der Leiter der Kontrollstation.

Geuke geht in seinem Hobby auf – während der Zeit des Monitorings vom 15. März bis zum 10. Juni arbeitet er tagsüber in der Spätschicht, damit er auch jeden Morgen bei der Fischzählung dabei sein kann.

Auch Max Fricke ist mit Leib und Seele dabei: Sogar seine Abschlussarbeit in Erziehungswissenschaften schrieb er zum Thema Fischpass und Naturlehrpfad. Er freut sich über das Ergebnis – die Note 1,0.

Von den 25 Lachsbeauftragten aus sieben Vereinen wurden bislang 15167 Fische in 18 Arten aufgelistet: 9869 Rotaugen, 3065 Ukelei, 810 Gründlinge, 640 Barsche, 268 Güster, 178 Döbel, 169 Haseln, 122 Brassen, 20 Bachschmerlen, sieben Bachforellen, fünf Hechte und Zährte, vier Rotfedern und jeweils ein Exemplar von Barbe, Bitterling, Aland, Aal und Elritze.

hik