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Gifhorn Stadt Hobby-Börse: Gehen den Modelleisenbahnen die Sammler aus?
Gifhorn Gifhorn Stadt Hobby-Börse: Gehen den Modelleisenbahnen die Sammler aus?
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17:03 10.11.2019
Raritäten auf beiden Seiten des Tisches: Modellautos und -eisenbahnen begeisterten einst große und kleine Fans, aber können sie heute auch die Generation Playstation mitreißen? Quelle: Michael Franke
Gifhorn

Dampfloks in Spur N oder H0, Wiking-Autos im Maßstab 1:87 und mehr: 18 Aussteller waren bei der Modellauto- und Eisenbahnbörse im Gartencenter des Gifhorner Hagebaumarkts am Start. Börsenmeister Ehrhard Botta aus Hillerse sieht seine Veranstaltung, die inzwischen zum sechsten Mal dort lief, im Aufwind. Bei den Teilnehmern klingt dennoch Nostalgie durch.

Eigentlich will seine Frau Bärbel Kräker Vogelfutter kaufen. Unvermittelt sieht sich Helmut Holzapfel, ehemaliger Papenteicher Samtgemeindebürgermeister, jedoch in seine Jugend zurück versetzt. Er steht mitten zwischen den Ständen der Modellauto- und Eisenbahnenthusiasten – „Kinderträumen nachhängen“. „Wer kennt nicht Wiking oder Märklin?“

Sterben die Modell-Sammler aus?

Ob die Generation Playstation da Ja sagt? „Die Sammler sterben aus“, winkt Gerhard Mädge aus Braunschweig ab. „Hier sieht man nur Männer 55 Jahre aufwärts.“ Der 71-Jährige ist mit etwa 600 Wiking-Modellautos im Maßstab 1:87 da. „Ich will meine doppelten verkaufen.“ Mädge rechnet damit, mit mindestens 550 wieder nach Hause zu fahren. „Die Kinder spielen damit nicht mehr.“ Zumal das Hobby inzwischen auch sehr teuer geworden sei. Früher „standen die Leute noch in Dreierreihen vor dem Tisch“. Doch das sei Jahrzehnte her. Eine Hochzeit für Modellsammler sei die Wendezeit gewesen. Da wechselten noch viele Modelle den Besitzer.

Erfahrene Sammler haben schon – fast – alles

„Die Älteren, die seit Jahren Modellbahnen haben, suchen nur noch kleine Teile“, sagt ein Standbeschicker aus Wolfenbüttel. „Die haben doch schon fast alles.“ Auch er beklagt, dass der Nachwuchs fehlt, Jugendliche kaum Interesse haben. Das erlebe er in der eigenen Familie, so der 69-Jährige. Nicht umsonst biete er auf einem mehrere Meter langen Tisch Eisenbahn- und Automodelle an. „Meine Kinder haben daran kein Interesse. Deswegen trenne ich mich von vielem.“ Nicht dass mal ein Container zur Entsorgung nötig wäre, sollte seine Zeit gekommen sein.

Autos, Eisenbahnen und Drumherum: Bei der Modellauto- und Eisenbahnbörse im Gifhorner Hagebaumarkt gab es alles, was ein Sammler so braucht. 18 Standbeschicker waren dabei.

Was junge Modellfans interessiert

Botta sieht es nicht ganz so düster. Seine Börse im Gifhorner Baumarkt – die Standbeschicker kommen immerhin aus einem Umkreis von 100 Kilometern – „wird von Mal zu Mal besser angenommen“. Auch von jungen Leuten. Etwa jenen, die sich zum Beispiel in der Feuerwehr oder beim DRK engagierten. Die wollten sich dann auch einen entsprechenden Modell-Fuhrpark aufbauen.

Der Beginn einer Sammler-Karriere?

Verträumt hält Holzapfel unter den Modellen Ausschau. einen Fang hat er schon gemacht. „Ich habe Dir eine Ente gekauft“, sagt er zu seiner Frau, die selber Modellautos sammelt. Kräker hat es allerdings hauptsächlich auf ein ganz bestimmtes Fahrzeug abgesehen: „Ich sammle ganz gezielt Landy-Modelle.“ So einen Land Rover Defender haben beide auch in groß. Und bald eine Modellbahn? Holzapfel wiegt den Kopf hin und her. „Durchaus denkbar, dass ich was Kleines anfange.“ Das lässt vielleicht hoffen für die künftigen Modellbörsen.

Von Dirk Reitmeister

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