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Gifhorn Stadt Missbrauch in Wohngruppe: Warum alle Opfer dringend Hilfe brauchen
Gifhorn Gifhorn Stadt Missbrauch in Wohngruppe: Warum alle Opfer dringend Hilfe brauchen
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00:22 22.03.2019
In diesem Haus in der Gifhorner Südstadt soll ein Paar über Jahre hinweg Kinder missbraucht und misshandelt haben Quelle: Cagla Canidar
Gifhorn

„Die Betroffenen brauchen auf jeden Fall psychologische Hilfe“, sagt Birgit Krämer, Außenstellenleiterin des Weißen Rings in Gifhorn. Bis hin zur Begleitung auch zu den Gerichtsterminen. Krämer findet, dass auch eine juristische Begleitung – etwa als Nebenkläger – angesagt wäre.

„Wir haben es immer wieder mit Erwachsenen zu tun, die als Kinder missbraucht wurden“, sagt Krämer. Diese Menschen seien schwer traumatisiert und litten psychisch und körperlich. „Sie kämpfen oft ihr Leben lang darum, Normalität zu erlangen.“ Was angesichts ihres Leidensweges sehr schwierig sei. Viele Missbrauchte verdrängten das Geschehen. „Sie wollen es einfach vergessen.“

Opfer fühlen sich schuldig

Warum rücken Opfer erst spät oder gar nicht mit der Wahrheit raus? „Viele Opfer schieben sich selbst die Schuld zu und überlegen: Was ist da überhaupt passiert?“, sagt Weißer-Ring-Landesvorsitzender Rainer Bruckert im NDR-Interview. „Ganz schlimm ist es, wenn es eine Vertrauensperson ist.“

Krämer sieht auch Gründe bei den Tätern. „Solche Menschen haben Fähigkeiten, Taten zu verheimlichen. Die sind da sehr geschickt.“ Und dennoch kommen irgendwann Fälle ans Tageslicht. Was löst bei Opfern die Entscheidung aus, sich doch irgendwann zu öffnen? „Das sind ganz unterschiedliche Ansätze“, sagt Krämer.

Manchmal hörten Betroffene von anderen Missbrauchsfällen und wollten andere schützen. „Andere sind in ihrer Psychotherapie einfach weit genug voran gekommen.“ Manchmal sei es einfach auch nur ein „Flashback“.

Oder als Erwachsener sei man nicht mehr in der Abhängigkeit vom Täter. Müssen die Opfer also erst erwachsen werden, so wie offenbar im aktuellen Fall? „Das wäre Spekulation.“

Hinweise ernst nehmen

Birgit Krämer wünscht sich von Einrichtungen und Behörden, dass sie sorgsam auf Betreuerinnen und Betreuer achten und Hinweise ernst nehmen. Dass Opfern nicht geglaubt werde, „passiert ja leider auch“. Gleichzeitig ist der Opferschützerin auch bewusst, dass man den Tätern ihre gefährlichen Neigungen nicht ansehe.

Missbrauchsfall in Gifhorn: Weitere Infos

Ein Ehepaar aus dem Raum Gifhorn wird beschuldigt, Kinder in einer Wohngruppe in der Gifhorner Südstadt sexuell missbraucht und misshandelt zu haben. Mehr Infos:

19.03.2019 – Missbrauchsfall in Gifhorn: Die Täter sind unter uns

18.03.2019 – Missbrauch in Gifhorner Wohngruppe: Alle Opfer sind Mädchen

17.03.2019 – Kinder waren Opfer: Neue Einzelheiten zum Missbrauchs-Vorwurf

17.03.2019 – Missbrauchs-Vorwurf gegen Gifhorner Ehepaar: Diakonie will jahrelang nichts gewusst haben

16.03.2019 – Ehepaar in Haft: Kinder ausWohngruppe missbraucht

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