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Gifhorn Stadt Missbrauch in Gifhorner Wohngruppe: Alle Opfer sind Mädchen
Gifhorn Gifhorn Stadt Missbrauch in Gifhorner Wohngruppe: Alle Opfer sind Mädchen
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00:20 21.03.2019
Großes Medieninteresse: In diesem Haus in der Gifhorner Südstadt soll ein Paar über Jahre hinweg Kinder missbraucht und misshandelt haben. Quelle: Cagla Canidar
Gifhorn

Vier Tage nach der Festnahme eines Ehepaares aus der Gifhorner Südstadt – es soll in einer von ihm betreuten Wohngruppe Kinder missbraucht und misshandelt haben – hat die Staatsanwaltschaft Angaben zum Alter der Tatverdächtigen gemacht. Der Mann gilt als Haupttäter und ist 56 Jahre alt, seine Frau 59 Jahre alt. Beide schweigen bisher zu den Vorwürfen.

„Jungen gehören nicht zu den Opfern“, erklärt Erste Staatsanwältin Christina Pannek, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hildesheim. Von den Taten betroffen seien ausschließlich Mädchen. Diese seien zum Tatzeitpunkt zwischen sechs und 16 Jahre alt gewesen. Die Misshandlungen und Missbrauchsfälle sollen sich von 1998 bis 2007 abgespielt haben.

Noch keine Angaben der Beschuldigten

Missbrauch in Gifhorner Wohngruppe: Die Staatsanwaltschaft hat weitere Informationen bekannt gegeben. Quelle: Symbolbild

Der 56-Jährige befinde sich in einer niedersächsischen JVA in Untersuchungshaft, seine Frau sei getrennt von ihm in einer Haftanstalt für Frauen untergebracht, so Pannek. Gegen sie erging Haftbefehl wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen in fünf Fällen. Die 59-Jährige soll sich in einem Fall an Misshandlungen beteiligt haben, in vier weiteren Fällen habe sie gegen Misshandlungen, die durch ihren Ehemann verübt wurden, nichts unternommen.

„Erniedrigende und quälende Handlungen“

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 56-Jährigen „erniedrigende und quälende Handlungen“ an den Mädchen vor. Details zu den Taten machte Pannek am Montag nicht. „Es handelt sich um eine Jugendschutzsache“, so die Erste Staatsanwältin.

Missbrauchsfall in Gifhorn: Weitere Infos

Ein Ehepaar aus dem Raum Gifhorn wird beschuldigt, Kinder in einer Wohngruppe in der Gifhorner Südstadt sexuell missbraucht und misshandelt zu haben. Mehr Infos:

18.03.2019 – Missbrauch in Gifhorner Wohngruppe: Alle Opfer sind Mädchen

17.03.2019 – Kinder waren Opfer: Neue Einzelheiten zum Missbrauchs-Vorwurf

17.03.2019 – Missbrauchs-Vorwurf gegen Gifhorner Ehepaar: Diakonie will jahrelang nichts gewusst haben

16.03.2019 – Ehepaar in Haft: Kinder ausWohngruppe missbraucht

Ob Missbrauch und Misshandlungen von dem Paar gefilmt worden sind, stehe noch nicht fest, so Pannek. Erkenntnisse dazu erhoffen sich die Ermittler von der Auswertung sichergestellter Datenträger mit einem Gesamtvolumen von insgesamt 90 Terabyte.

Bunte Mischung aus Festplatten, Sticks und DVDs

PC-Festplatten, USB-Sticks, DVDs und CDs: Bei dem zu sichtenden Material handele es sich um „eine bunte Mischung“, erklärte die Sprecherin der Hildesheimer Staatsanwaltschaft. Darum kümmere sich eine 14-köpfige Ermittlungsgruppe der Polizei Gifhorn, die durch 16 weitere Beamte aus anderen Dienststellen der Polizeidirektion Braunschweig verstärkt wird. Die Auswertung der Dokumente und Datenträger könne Monate dauern, hatte die Staatsanwaltschaft bereits am Freitag erklärt.

Ins Rollen gekommen war das Verfahren gegen das Paar durch die Anzeige einer jungen Frau, die früher in der Wohngruppe lebte. Zum Alter der Anzeigenerstatterin machte Pannek am Montag keine Angaben.

Kommen noch weitere Taten ans Tageslicht

Missbrauch in Gifhorner Wohngruppe: Der derzeitige Träger Life Concepts arbeitet zur Aufklärung der Vorwürfe mit Polizei und Staatsanwaltschaft zusammen. Quelle: dpa

Träger der Einrichtung zum Tatzeitpunkt war die Kästorfer Diakonie, die die Zusammenarbeit mit dem Paar jedoch auf Grund „pädagogischer Differenzen“ 2007 aufgelöst hat. Das bestätigte Diakonie-Sprecherin Ingetraut Steffenhagen am Wochenende.

Nie verdächtige Feststellungen gemacht

„Wir können jedoch nicht ausschließen, dass es ähnliche Vorfälle auch in der Zeit unserer Trägerschaft gegeben hat“, sagt Carsten Munzel. Die Festnahme des Paares sei auch für Life Concepts ein Schock gewesen. Die Gruppe sei nicht abgeschottet gewesen – Vormünder und bestellte Betreuer hätten Zugang gehabt, jedoch nie verdächtige Feststellungen gemacht, sagt Munzel.

„Wäre es anders gewesen, hätten wir uns selbstverständlich umgehend mit dem Jugendamt in Verbindung gesetzt“, stellt der Fachbereichsleiter klar. Die Kinder und Jugendliche der Wohngruppe seien zudem Fachärzten, Logopäden und Ergotherapeuten vorgestellt worden. Auch von dort seien keine Hinweise auf möglichen sexuellen Missbrauch oder Misshandlungen erfolgt.

Namenslisten an die Ermittler gegeben

Seit Bekanntwerden der Vorfälle arbeite Life Concepts eng mit Polizei und Staatsanwaltschaft zusammen, um die Ermittlungen voran zu bringen. „Eine rasche Aufklärung ist auch in unserem Interesse“, so Munzel. Life Concepts habe den Ermittlern Namenslisten von Betreuten und Mitarbeitern zur Verfügung gestellt.

Vor der Festnahme des Paares seien in der Gruppe drei Menschen im Alter von neun bis 27 Jahren untergebracht gewesen. Sie seien inzwischen „einrichtungsintern“ in andere Life-Concepts-Gruppen vermittelt worden, bestätigt der Fachbereichsleiter.

Verhaftungen wegen Misshandlungs-Vorwurf

Die Verhaftung zweier Pädagogen, die eine Wohngruppe geleitet hatten und deren der Missbrauch von Schutzbefohlenen vorgeworfen wird, hat weit über die Grenzen des Landkreises Wellen geschlagen. Das hat die Aller-Zeitung bisher berichtet:

17.03.2019 – Missbrauchs-Vorwurf gegen Gifhorner Ehepaar: Diakonie will jahrelang nichts gewusst haben

15.03.1019 – Vorwurf: Kinder aus Wohngruppe missbraucht

Von Uwe Stadtlich

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