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Gifhorn Stadt Kreißsaal-Schließung in Gifhorn: Was tun gegen Hebammenmangel?
Gifhorn Gifhorn Stadt Kreißsaal-Schließung in Gifhorn: Was tun gegen Hebammenmangel?
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07:48 17.12.2018
Eine Hebamme bei einer werdenden Mutter (Symbolbild).
Eine Hebamme bei einer werdenden Mutter (Symbolbild). Quelle: Waltraud Grubitzsch
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Hannover

In Niedersachsen hat sich die Zahl der Kliniken mit Geburtshilfe-Stationen in den vergangenen Jahren deutlich verringert. Hintergrund ist in jüngster Zeit vor allem der Mangel an Hebammen. Im Jahr 2003 gab es landesweit 107 Krankenhäuser, in denen Babys zur Welt gebracht werden konnten. Aktuell sind es nach Angaben der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft (NKG) noch 73. „Die Versorgung von werdenden Müttern in den Krankenhäusern ist gesichert, aber die Wege werden weiter“, sagte NKG-Verbandsdirektor Helge Engelke. Notwendig sei, die Ausbildung von Fachkräften zu stärken und attraktive Arbeitsbedingungen zu schaffen. Darüber hinaus müsse auch über eine andere Finanzierung der Geburtshilfe nachgedacht werden. Hier wäre der Bund am Zug.

Zum 1. Januar 2019 wird zum Beispiel das Krankenhaus Wittmund keine Geburtshilfe mehr anbieten können. Werdende Eltern müssen nach Aurich, Wilhelmshaven oder Varel ausweichen. Das Helios Klinikum in Gifhorn schließt seinen Kreißsaal vom 17. bis zum 22. Dezember. Zu dem ohnehin bestehenden Fachkräftemangel seien Ausfälle wegen Krankheiten und Schwangerschaften hinzugekommen, teilte Helios mit. Das Haus zahlt Hebammen bei einer Neueinstellung eine Startprämie von 5000 Euro. Um den Mangel zu bekämpfen, wurde unter Federführung des Gesundheitsministeriums ein Runder Tisch „Hebammenversorgung in Niedersachsen“ eingerichtet, der am Mittwoch wieder tagt.

Seit 1991 seien 40 Prozent der Kreißsäle in Deutschland geschlossen worden, sagt Hilke Schauland vom Vorstand des Hebammenverbandes. Das Problem liege darin, dass während der geburtenschwachen Jahre in den Neunzigern die Ausbildungskapazitäten reduziert wurden. Auf den Wiederanstieg habe das Gesundheitssystem nicht oder zu spät reagiert. 

Von RND/dpa