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Gifhorn Stadt Mahnwache in Gifhorner Fußgängerzone gegen rechte Gewalt
Gifhorn Gifhorn Stadt Mahnwache in Gifhorner Fußgängerzone gegen rechte Gewalt
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21:44 10.10.2019
Mahnwache in der Gifhorner Innenstadt: Das Bündnis Bunt statt Braun erinnerte am Donnerstag spontan an die beiden Todesopfer des rechten Anschlags auf die Synagoge in Halle. Quelle: Cagla Canidar
Gifhorn

Der mutmaßlich rechte Terroranschlag auf eine Synagoge in Halle mit zwei Toten hat auch in Gifhorn Bestürzung hervor gerufen. Und den Willen, gegen rechte Gewalt aufzustehen. Das Bündnis Bunt statt Braun hat am Donnerstagnachmittag an die Opfer erinnert. Dabei wurde auch bekannt, dass offenbar zwei Gifhorner auf der Todesliste eines rechten Netzwerkes stehen.

Rund 20 Aktivisten des Bündnisses Bunt statt Braun versammelten sich vor der Volksbank-Filiale in der Fußgängerzone. Sie legten Blumen nieder, stellten Windlichter und zwei schwarze Kreuze sowie eine Tafel mit der Aufschrift „Jom Kippur – Versöhnungsfest 9. Oktober 2019 rechter Terror in Halle“ auf. Im Verlauf der Veranstaltung, an der unter anderem Vertreter der Partei Die Linke, der Kirche und von Fridays for Future teilnahmen und zwei jüdische Friedenslieder sangen, stellten sich noch vereinzelt Passanten dazu.

Mulmiges Gefühl im Zug bei Halle

Darunter war Ute Schnell aus Saalfeld. Eigentlich wollte sie am Tag zuvor nach ihrem Besuch bei Bekannten mit der Bahn zurück nach Hause. Doch in Halle-Trotha war Schluss. Der Zug fuhr nicht weiter, weil Halles Hauptbahnhof gesperrt war. Man habe den Passagieren nahe gelegt, selber zuzusehen, wie sie weiter kämen. Doch nach Halle wollte Schnell nicht. „Da bin ich lieber nach Gifhorn zurück gefahren.“ Ein mulmiges Gefühl hatte sie beschlichen: „Wer weiß, wo der noch gelandet ist.“ Zu dem Zeitpunkt sei die Lage völlig undurchsichtig gewesen.

An der Mahnwache in der Gifhorner Fußgängerzone kam sie zufällig vorbei. „Ich habe das gesehen und mich gleich dazu gestellt“, sagt Schnell.

Auch in Gifhorn Opfer von rechter Gewalt

Jörg Prilop vom Bündnis Bunt statt Braun gedachte nicht nur beiden Toten in Halle, sondern sprach auch über den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke. Der sei laut Amadeo-Antonio-Stiftung das 196. Todesopfer rechter Gewalt seit 1990. Außerdem erinnerte Prilop daran, dass in den 90-er Jahren in Gifhorn zwei Menschen durch rechte Gewalt ums Leben kamen. „Das größte Problem heute in der Bundesrepublik ist die rechte Gewalt.“

„Ich bin erschüttert, dass Juden am Versöhnungsfest, ihrer größten Feier, bedroht werden mit dem Tod.“ Gifhorns Superintendentin Sylvia Pfannschmidt rief alle Bürger zu Zivilcourage auf. „Es braucht Mut, gegen rechte Gewalt einzutreten.“

Der Staat muss verteidigt werden

„Was in unserer Stadt funktioniert: Ich sehe hier zwei Vertreter der Gifhorner Polizei“, lobte Prilop den Einsatz der Sicherheitsbehörden in der Zickenstadt, nicht ohne noch kritisch anzumerken: „Das war nicht immer so in den 90-er Jahren.“ Thomas Bollmann appellierte auch an die Sicherheitsbehörden, als er sagte: „Wir müssen darauf achten, dass dieser Staat wehrhaft verteidigt wird.“ Damit sprach er rechte Netzwerke bei Elite-Einheiten wie dem KSK der Bundeswehr an, die Todeslisten für den Fall der Machtübernahme erstellt hätten. In diesem Rahmen wurde in der Runde bekannt, dass auch zwei Gifhorner Mitglieder der Linken ihre Namen dort fanden.

Von Dirk Reitmeister

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