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Gifhorn Stadt Landwirte fürchten die nächste Dürre
Gifhorn Gifhorn Stadt Landwirte fürchten die nächste Dürre
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20:00 20.04.2019
Die nächsten Ausfälle sind in Sicht: Für die Landwirtschaft war der April viel zu trocken, die Ernte ist in Gefahr. Quelle: Archiv
Kreis Gifhorn

Es geht schon wieder los“, sagt Klaus-Dieter Böse vom Gifhorner Kreislandvolk. An diesem Wochenende starteten die Landwirte bereits mit der Beregnung. „Sie müssen – sonst vertrocknet die Ernte.“ Getreide, Raps und Co. – alles, was im Herbst in den Boden gekommen ist – bräuchten dringend Wasser. „Die Pflanzen haben Durst.“

Im April fehlt Wasser

In den ersten drei Monaten des Jahres war laut Rüdiger Fricke von der Landwirtschaftskammer alles im Lot. Die Wetterstation an der Bodemannstraße registrierte 156 Millimeter Niederschlag. „Seit 1966 waren es 150 mm und in den letzten zehn Jahren 136 mm im genannten Zeitraum.“ Ganz anders sehe es allerdings nun im April aus, und das ausgerechnet in einer für die Vegetation wichtigen Zeit. Bislang 8,5 Millimeter – das liege weit unter dem Monatsdurchschnitt von 35 bis 45 Millimetern.

Landwirte bräuchten für ihre Felder dringend mehr Regen – der April war bislang viel zu trocken. Sie befürchten nächste Ernteausfälle. Und auch Waldbesitzer sind in Sorge: Der Borkenkäfer entwickelt sich gerade prächtig – er vernichtet ganze Fichtenbestände –, und Kiefern ertragen die große Hitze nicht.

Dabei müsse man auch das Defizit von 200 Millimetern aus dem Vorjahr berücksichtigen, das immer noch nicht ausgeglichen sei, sagt Fricke. „Durch diese Tatsachen ist die Wasserversorgung schon wieder angespannt.“

Extreme seit Jahren

Böse fühlt sich an das Frühjahr des vergangenen Jahres erinnert. Auch da glänzte der April mit ausflugsfreundlichen frühsommerlichen Wetterereignissen. Und jeder wisse, welch ein Sommer hinterher gekommen sei. Doch damit mit den Extremen nicht genug. Im Jahr davor habe man das genaue Gegenteil erlebt. Dort seien viele landwirtschaftliche Flächen geradezu abgesoffen.

Im Hochwasserjahr hätten Landwirte auf den Flächen in den Niederungen teilweise Totalausfälle gehabt, sagt Böse. Da seien nicht alle Flächen betroffen gewesen. Ganz anders im Dürrejahr 2018. „Da hatten wir 30 Prozent Mindererträge insgesamt. Und das trotz Beregnung. Ohne wär es noch viel schlimmer gekommen.“ Dann hätten die Verluste wohl bei 50 oder 60 Prozent insgesamt gelegen.

Bitte keine Wetterkapriolen

„Wir wünschen uns einfach mal ein ganz normales Jahr“, sagt Böse. Ohne Wetterkapriolen, sondern mit durchschnittlichen Erträgen auf den Flächen. Die letzten normalen Jahre seien gefühlt schon eine Ewigkeit her.

Fricke sieht noch nicht aller Tage Abend. Es sei lange nicht gesagt, dass auch 2019 wieder ein so trockenes Extremjahr werde wie 2018. Er wage jedenfalls noch keine Prognose auf den bevor stehenden Sommer. „Ob das in vier Wochen noch so trocken sein wird, vermag ich nicht zu sagen.“

Ähnliche Probleme für Wald

Die Förster haben ähnlichen Kummer mit den Wetterextremen der vergangenen Jahre wie die Landwirte – allerdings haben sie keine Möglichkeit, ihre Flächen zu beregnen.

Ist es übertrieben zu sagen, dass Förster vermehrt graue Haare bekommen? „Im Moment kann man da nicht übertreiben“, sagt Eckard Klasen, Leiter des Forstamtes Südostheide. Er und seine Kollegen machen sich große Sorgen um die Bestände. Denn die Waldböden seien nur bis höchstens in einer Tiefe von 50 Zentimetern feucht. Es fehle immer noch Wasser, und das hat Auswirkungen auf die Kraft der Bäume und die ihrer Schädlinge.

Borkenkäfer-Alarm

„Wir sind in Sachen Borkenkäfer in Alarmstimmung“, sagt Klasen. Im vorigen Jahr seien drei Generationen geschlüpft. „Das ist ganz selten.“ Und: „Es gibt eine hohe Überlebensrate.“ Und ausgerechnet jetzt seien die Bedingungen wieder äußerst günstig für den Fichtenschädling. „Privat genieße ich das gute Wetter auch. Aber als Förster wünschte ich mir ein kaltes und nasses Frühjahr.“

Für die Fichten sehe es nicht gut aus, sagt Klasen. „Wir rechnen damit, dass wir große Teile der Fichtenbestände verlieren werden. Es geht nicht um ein paar Bäume.“

Hitze schwächt Kiefern

Nun ist die Heide von der Trockenheit vertragenden Kiefer geprägt. Doch auch da sei kein gelassenes Zurücklehnen angesagt, so Klasen. „Die Kiefer kann Trockenheit ab, hat aber Probleme mit Spitzentemperaturen. Sie hat im vorigen Jahr sehr stark gelitten.“

Klasen ist auch Waldbrandschutzbeauftragter für den Kreis Gifhorn und rechnet mit einer Verschärfung der Lage. In der abgelaufenen Woche lag die Warnstufe zwischen zwei und drei. Sonniges Wetter über Ostern, dazu trockene Luft durch den Ostwind über Tage: „Wir haben schon eine typische Lage, die darauf hindeutet, dass sich die Gefahrenlage erhöht.“

Von Dirk Reitmeister

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