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Gifhorn Stadt Rote Früchte erreichen ihren Süße-Höhepunkt
Gifhorn Gifhorn Stadt Rote Früchte erreichen ihren Süße-Höhepunkt
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19:00 19.06.2019
Lecker: Die Erdbeersaison ist auf dem Höhepunkt, die frühen Sorten sind bald durch. Quelle: dpa
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Landkreis Gifhorn

Trotzdem ist das Eickenhofer Spargelreich nach vier Jahren vom Freiland-Anbau abgekommen und zieht die Leckereien nun im geschützten Anbau: „Erdbeeren sind Sensibelchen“, weiß Mitinhaber Paul Schofer. Sie wollen konstante Bedingungen: „Früher mussten wir 40 Prozent der Ernte wegschmeißen.“ Das sei jetzt anders. Mit der Überdachung könne immer die gleiche Qualität angeboten werden: „Das Wetter ist dabei fast egal“, so Schofer, der seine Produkte an eigenen Verkaufsständen und in Supermärkten feilbietet.

Keine Selbstpflücker

Und weil geschützter Anbau praktiziert wird, gibt’s auf dem Eickenhof bei Eickhorst für Kunden auch nicht mehr die Möglichkeit, selbst zu pflücken. „Aber wenn die Ernte gelaufen ist, laden wir Kindergärten ein, die können dann die Reihen leer pflücken“, sagt Schofer.

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Marmelade als Geschenk

Eine Trendwende, die Rückkehr zum Selbstpflücken, will Heike Schulze ausgemacht haben, die ihren Erdbeerhof in Jembke betreibt: „Die Menschen entdecken wieder den Wert von Selbstgemachtem. Zum Beispiel Erdbeermarmelade. Als Geschenk.“ In Sozialen Medien kursierten Rezepte zuhauf. Über mangelnden Zulauf auf ihren Feldern könne sie sich nicht beschweren: „Besonders am Wochenende.“

Bummeln oder schnell durchpflücken?

Feststellbar sei aber, dass „viele gar keine Ahnung von den Pflanzen haben, unsicher sind beim Pflücken, weil sie Angst haben, die Pflanzen kaputt zu machen“. In diesen Fällen gibt Heike Schulze gute Ratschläge und versucht „Natürlichkeit in die Sache zu bringen“. Sie hat „Wellness-Bereiche“ eingerichtet für jene Kunden, die durch die Reihen bummeln und hier und da pflücken möchten. Und dann gibt’s Bereiche für jene, die „schnell durchpflücken wollen“.

„Der Absatz ist gut“

Befriedigt vom Geschmack würden derzeit alle, die frühen Sorten seien auf dem Höhepunkt, das Wetter gut, Früchte gebe es reichlich. Wer Erdbeeren pflücken wolle, sollte es jetzt tun, meint Schulze. „Der Absatz ist gut“, sagt auch Burkhard Kaufmann vom Erdbeer- und Spargelhof, der seine Plantage an der B4 in Ausbüttel betreibt. „Wenn die Sonne scheint, essen die Leute Erdbeeren. Das ist so.“

Höherer Ertrag

Auch Kaufmann hat dieses Jahr umgestellt auf geschützten Anbau: „Weil wir neue Pflanzen gepflanzt haben und die noch ein bisschen Schutz brauchen.“ Auch vor Frost und Selbstpflückern, die ihnen ungewollt schaden könnten. Dank Folientunnel ist der Anbau bei ihm nicht nur sicherer, sondern auch der Ertrag „etwas höher“. Aber der Erdbeer- und Spargelhof werde trotzdem auch wieder das Selberpflücken anbieten.

Erstmal aber ist in Ausbüttel bald Schluss mit der roten Pracht, dort wachsen nur frühe Sorten, die in spätestens zwei Wochen fertig sind: „Wir wollten eigentlich aufhören, wenn’s auch mit dem Spargel vorbei ist“, so Kaufmann. Und der wird bekanntlich nur bis zum Johannistag am 24. Juni gestochen.

Von Jörg Rohlfs

19.06.2019
19.06.2019