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Gifhorn Stadt Kulturelle Hotspots: Schlösser und Burgen in der Region
Gifhorn Gifhorn Stadt Kulturelle Hotspots: Schlösser und Burgen in der Region
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06:57 13.09.2019
Ort für Kultur: Das Aller Festival am Gifhorner Schloss. Auch Mighty Oaks waren dabei. Quelle: Cagla Canidar
Gifhorn/Wolfsburg/Peine

Das Gifhorner Schloss ist ein beliebtes Ausflugsziel in der Region. Wo früher Adelige lebten, gibt es jetzt viele interessante Informationen zur Gifhorner Geschichte.

Die Lage ist wunderschön: Zwischen Schlosssee und dem Flüsschen Ise, umgeben von breiten Wassergräben, liegt das im 16. Jahrhundert erbaute Welfenschloss in Gifhorn. Residierten dort früher Adelige, so ist es heute Sitz des Landrates und der Landkreisverwaltung. Dort ist auch der Hauptsitz der Museen des Landkreises Gifhorn –und es ist ein beliebter Veranstaltungsort.

Wer durch das imposante Torhaus den Innenhof des Gifhorner Schlosses geht, sieht die beeindruckenden Fassade der Schlosskapelle: Herzog Franz, der als einziger Regent für zehn Jahre hier seine Hauptresidenz hatte, setzte mit diesem 1547 geweihten Bau seine lutherische Gesinnung imposant in Szene.

Die historische Entwicklung des Landkreises

Das so genannte Kommandantenhaus links davon diente als Wohnbereich für die Schlosshauptleute. Dort ist heute der Hauptsitz der Museen des Landkreises. Das Museum zeigt die historische Entwicklung des Landkreises Gifhorn von der Urgeschichte bis zur Industrialisierung.

Fundstücke aus der Region sind zu sehen: Darunter sind Knochen von Mammuts aus dem Allertal, Reste eines altsteinzeitlichen Rastplatzes bei Salzgitter, ein Einbaum der Eisenzeit und Relikte des frühen Mittelalter.

Nicht nur die Celler Herzöge hatten prägenden Einfluss

Aber auch über die die Geschichte des Schlosses erfährt der Besucher einiges. Er erfährt zum Beispiel, dass nicht nur die Celler Herzöge, deren Nebenresidenz das Gifhorner Schloss kurze Zeit war, sondern auch adlige Grundherrschaften die Region prägten. Zahlreiche eng verwandte Familien wie die von der Schulenburg, die von dem Knesebeck oder die von Marenholtz forderten Abgaben und Dienste ein, wirkten politisch und kontrollierten die Wirtschaft. Auch die zivile Rechtsprechung lag in ihren Händen.

Das Gifhorner Schloss ist heute sehr beliebt für Veranstaltungen. Ein Highlight war das Aller Festival.

Wolfsburg hat zwei Schlösser und eine Burg

Viele Städte haben gar keine Schlösser: Wolfsburg hat gleich zwei. Eins steht in Alt-Wolfsburg, eins in Fallersleben. Außerdem gibt es noch die Burg in Neuhaus. In allen diesen historischen Gebäuden gibt es ein reges kulturelles Leben.

Hinter den historischen Mauer herrscht reges kulturelles Leben

Kulturdezernent Dennis Weilmann freut sich über die Vielfalt hinter den historischen Gemäuern: „Die ’historischen Drei’ haben sich in den letzten Jahrzehnten auch zu kulturellen Hotspots entwickelt. Sie stehen für die Geschichte unseres Raumes, für kulturelle Vielfalt und Eigeninitiative sowie einen verantwortungsvollen Umgang der Stadt Wolfsburg mit dem kulturellen Erbe.“

Das Schloss in Alt-Wolfsburg ist der Namensgeber der Stadt. Ursprünglich errichteten es Ritter aus dem Geschlecht derer von Bartensleben vor mehr als sieben Jahrhunderten als Burg, um 1600 erfolgte der Um- und Ausbau zu einem prächtigen Schloss der norddeutschen Renaissance.

In den 1960er Jahren entschieden die Stadtmütter und -väter, das Schloss zu einem Kunst- und Kulturzentrum zu entwickeln. Bildhauer, Grafiker, Maler, Foto- und Keramikkünstler fanden sich unter der Postanschrift „Schloßstraße 8“ als Gruppe zusammen. Die Stadt holte dafür sogar angesehene Künstler wie Rudolf Mauke und Gustav Kurt Beck in die VW-Stadt, die teilweise sogar im Schloss lebten.

Der Kunstverein genießt hohes Ansehen

Heute sind im Schloss wichtige Kultureinrichtungen: Der Kunstverein ist die älteste Institution für Bildende Kunst in Wolfsburg. Durch seine innovativen Ausstellungen und Veranstaltungen erlangte er nationales und internationales Ansehen. 2007 wurde er als bester deutscher Kunstverein ausgezeichnet. Jedes Jahr gibt es ein Jahresprogramm zu aktuellen Themen mit Ausstellungen, Vorträgen, Diskussionen, Filmabenden und Konzerten. Seit 2010 gibt es dort außerdem den „Raum für Freunde“: Er bietet eine zusätzliche Möglichkeit, kurzfristig und spontan Ausstellungen oder andere kulturelle Aktivitäten zu präsentieren. Der Kunstverein stellt vor allem Künstler der jüngeren Generation vor, deren Arbeiten Antworten zu aktuellen Fragen der Zeit liefern.

Die Städtische Galerie zog 1974 mit junger Kunst in das alte Schloss. Auf mehreren Etagen sind Ausstellungen und Installationen zeitgenössischer Kunst zu sehen. Im Westflügel, in dem früher die Schlaf- und Privaträume der gräflichen Familie waren, sind Kunstwerke aus der Sammlung ausgestellt, die Kunst ab 1945 beherbergt. Im obersten Stockwerk der Städtischen Galerie präsentiert die Städtische Galerie das Werk „Die Flamme der Revolution, liegend (in Wolfsburg)“ von Olaf Nicolai.

Ideen von Heinrich Heidersberger weiterentwickeln

Das Institut Heidersberger ist ebenfalls im Schloss untergebracht – im einstigen Atelier des Meisters im Nordflügel. Es widmet sich wissenschaftlich und künstlerisch dem Werk des verstorbenen Wolfsburger Fotokünstlers Heinrich Heidersberger. Dazu entwickelt es Ideen und Konzepte für zeitgenössische Projekte, um Sichtweisen aus dem komplexen Werk von Heidersberger aufzugreifen –und zu fördern.

Das Stadtmuseum und das Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation würdigen im Obergeschoss des Schlosses in einer Dokumentation die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Es geht um die Erfahrungen und Erlebnisse der Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen, die während des Zweiten Weltkrieges in Wolfsburg festgehalten wurden. Das Schloss und sein Park sind aber auch beliebter Veranstaltungsort für Konzerte, für das Sommerbühnen-Festival und Gartenausstellungen.

Hoffmann als romantisch verliebter Student

Das Fallersleber Schloss ist ein echtes Kleinod. Dort hat das Hoffmann-von-Fallersleben-Museum seinen Sitz. Besucher können wie in einer Zeitreise dem Dichter der deutschen Nationalhymne begegnen und in das für die deutsche Geschichte so wichtige 19. Jahrhundert eintauchen. Dabei lernen sie Hoffmann als kleinen Fallersleber Jungen ebenso kennen wie den romantisch verliebten Studenten oder den detektivisch arbeitenden Wissenschaftler. Dazu präsentiert das Museum immer wieder spannende Sonderausstellungen. In beiden Schlössern sind übrigens standesamtliche Trauungen möglich –was viele Paare gern nutzen.

Auf der Burg Neuhaus gibt es eine Zweigstelle des Stadtmuseums. In der historischen Wasserburg haben außerdem Künstler ihre Ateliers, der sehr rührige Freundeskreis lädt zu interessanten Veranstaltungen ein. Aber auch der Kunsthandwerkermarkt lockt viele Besucher an.

Zerstört und wieder aufgebaut: Die Burg in Peine

Errichtet, zerstört und wieder aufgebaut: Die Peiner Burg hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. 1193 erstmals erwähnt, wurden sie durch Kriege immer wieder zerstört. Historische Überreste der Befestigungsanlage sind heute noch zu sehen. Sie sind ein beliebtes Ausflugsziel. Der Landkreis Peine hat dort seinen Verwaltungssitz, aber es gibt auch Kultur in der Nähe: im Kreismuseum Peine.

Der Peiner Burgparkeine Quelle: Tobias Mull

Kasematte, Brückenbogen und Burggraben – das ist von der Burg übrig geblieben. Auf 6000 Quadratmeter lädt der Burgpark auf seinen Wegen zum entspannten Spaziergang ein. Besucher können sich auf Schautafeln über die Geschichte der Burg informieren.

Archäologische Untersuchen im Jahr 1998

1998 wurde der in den 70er-Jahren angelegte Amtmann-Ziegler-Garten am Rand des Peiner Schlossbergs archäologisch untersucht. Dabei wurden Gebäude- und Mauerreste der frühneuzeitlichen Befestigungsanlagen freigelegt. Die Peiner Burg wurde 1193 erstmals erwähnt, in den folgenden Jahrhunderten gab es mehrere Umbauten, nach Kriegen musste sie wiederaufgebaut werden. Die Befestigungsanlagen, die heute begehbar sind, stammen aus der Ausbauphase nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges. 

Hildesheimer Fürstbischof ließ die Burg neu errichten

Sie wurden in den Jahren 1659/60 im Auftrag des Hildesheimer Fürstbischofs errichtet. Der ehemals runde Burgberg erhielt einen nahezu quadratischen Grundriss mit hakenförmigen Eckbastionen, die den Schlosshof um einige Meter überragten. Der Graben bekam eine Breite von 15 bis 20 Metern.

Ein Teil der zum Schutz der Zugbrücke angelegten Kasematten befindet sich außerhalb des Burgparks unter dem Wohnhaus der Weinhandlung Euling, dem sogenannten Zehnerhaus aus dem Jahre 1847. Der Burgpark bietet Besuchern vom Plateau der Eckbastion einen großartigen Überblick über die Ausgrabungen und die Peiner Altstadt.

Von Sylvia Telge

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