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Gifhorn Stadt Kriegsleid und Gastfreundschaft in der Ukraine erlebt
Gifhorn Gifhorn Stadt Kriegsleid und Gastfreundschaft in der Ukraine erlebt
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15:59 19.10.2018
Bericht aus Korssun-Schewtschenkiwski: Otto-Hahn-Gymnasiasten des zwölften Jahrgangs waren jetzt eine Woche in der Gifhorner Partnerstadt in der Ukraine. Eine Urlaubsfahrt war das nicht.
Bericht aus Korssun-Schewtschenkiwski: Otto-Hahn-Gymnasiasten des zwölften Jahrgangs waren jetzt eine Woche in der Gifhorner Partnerstadt in der Ukraine. Eine Urlaubsfahrt war das nicht. Quelle: Cagla Canidar
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Gifhorn

Eine Urlaubsfahrt war’s für den zwölften Jahrgang nicht. Zusammen mit Schülern eines Gymnasiums in Korssun haben sich die Gifhorner mit „Jugend und Krieg“ befasst. Sie waren vor Ort auf Spuren des Zweiten Weltkriegs und des aktuellen Ukraine-Konflikts. Amanda Block hat mit einem Familienvater gesprochen, der bereits sieben Mal mit den Tod bedroht wurde. „Da wird einem klar, wie die Situation dort ist.“

„Das ist Krieg“

„Das ist ein Krieg, der zurzeit passiert“, sagt Celina Pröve. Mehrere Hundert Kilometer lägen zwischen Korssun und der Ostfront, dennoch sind den Gifhornern bei einer Fahrt auf der Straße „30 bis 40 Kriegsfahrzeuge“ begegnet, so Lisa Hedemann, die auch mit einem Flüchtling aus Donezk gesprochen hatte. „Was sie erzählt hat, war sehr erschreckend.“

Oder die Großmutter eines Korssuner Schülers, deren einziger Enkel ums Leben gekommen ist: „Das war sehr berührend“, sagt Felix Stumpp. Lukas Pleninger konnte sich vorher nicht vorstellen, „was es bedeutet, in einem Land zu leben, in dem Krieg herrscht“. „Da wird deutlich, wie wertvoll Frieden ist“, sagt Cornelius Ritter.

Einblicke in den ukrainischen Alltag

Auch der normale Alltag hat die Gifhorner tief beeindruckt. Viele Einheimische holten Wasser aus einer Quelle. Gibt es keine Wasserhähne? „Schon, aber das Wasser sollte man nicht trinken“, so Dorothea Schrader. Darum sei die Partnerschaft mit Gifhorn, in deren Rahmen ein Projekt zur Wasserversorgung laufe, so wichtig. Bürgermeister Matthias Nerlich freut sich über die Erfahrungen der Gymnasiasten: „Sie haben gelernt, dass nicht alles schlecht ist in unserem Land.“

Gifhorner erleben große Gastfreundschaft

„Die haben uns alles bezahlt, obwohl sie selbst nicht viel Geld haben“, staunt Luzie Fiest. Felix Stumpp hat in der kleinen Wohnung seiner Gasteltern ein eigenes Zimmer gehabt. Dafür musste die Tochter beim Onkel schlafen. „So eine Gastfreundschaft habe ich noch nicht erlebt.“

Von Dirk Reitmeister