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Gifhorn Stadt Kornflaschen-Dieb bekommt sieben Monate
Gifhorn Gifhorn Stadt Kornflaschen-Dieb bekommt sieben Monate
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19:00 21.04.2019
Diebstahl mit Waffe: Wegen einer Kornflasche für 4,99 Euro fährt ein 25-Jähriger jetzt ein. Quelle: Archiv
Gifhorn

Die 15 Zentimeter lange Glasscherbe sei ihm zufällig in den Rucksack gefallen – vorher habe er sie aber entgratet. Das ist die nicht einzige wirre bis widersprüchliche Aussage, vor der der Verteidiger seinen Mandanten kaum zu bewahren vermag. Eine glaubhafte Erklärung, warum er in einem Meinerser Discounter die Kornflasche im Wert von 4,99 Euro in seinen Rucksack steckte, kann der Strafrichter jedenfalls nicht heraushören.

Flasche im Rucksack

„Die Flasche wollte ich definitiv nicht stehlen“, sagt der junge Mann. Er habe sie in den Rucksack gesteckt, um den Bierträger besser transportieren zu können. Da schüttelt der Strafrichter nur den Kopf und rät dem Anwalt: „Vielleicht unterbrechen wir hier mal, ehe ich noch mehr Ehrlichkeiten höre.“

Richter, Staatsanwalt und Verteidiger einigen sich darauf, drei weitere Fälle von Beleidigung und Sachbeschädigung einzustellen und sich auf die Vorfälle im Meinerser Discounter zu konzentrieren. Denn im Raum steht neben dem Diebstahl mit Waffe auch eine Beleidigung des Marktleiters unter anderem als „Feigling“ und „Schwuchtel“. Nach der kurzen Pause, die der Verteidiger mit seinem Mandanten vor der Tür verbringt, räumt letzterer diese Vorfälle ein – und gesteht, sie unter dem Einfluss von Amphetaminen begangen zu haben.

„Der Preis der Freiheit“

„Der Preis der Freiheit“, zitiert der Strafrichter aus den Akten die Urteilsbegründung seines Kollegen zu der Bewährung im vorigen Fall. Der Name des Angeklagten, der 14 Eintragungen im Bundeszentralregister vorweisen kann, tauche alle zweieinhalb Wochen in irgendeiner Akte auf, umschreibt der Jurist plastisch die Merkmale dieses Stammkunden. „Es wird rasend schnell den Bach runter gehen“, prognostiziert er den Bestand der Bewährungen aus den vorigen Prozessen. Denn diesmal gibt es sieben Monate ohne. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Von Dirk Reitmeister

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