Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Gifhorn Stadt Mit Motorsäge: So üben die Feuerwehren für den Katastrophenschutz
Gifhorn Gifhorn Stadt Mit Motorsäge: So üben die Feuerwehren für den Katastrophenschutz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:16 19.09.2019
Gerüstet für Einsätze nach Orkanschäden: Marco Daus hat seit vorigem Jahr den Kettensägenschein. Quelle: Sebastian Preuß
Gifhorn/Wolfsburg/Peine

Wenn etwas passiert, denkt man an sie zuerst. Und es passiert nicht nur gefühlt immer mehr. Deshalb ist die Ausbildung ein wichtiges Thema bei den Feuerwehren in der Region Gifhorn, Peine und Wolfsburg. Denn die Brandschützer werden immer öfter in Sachen Katastrophenschutz tätig.

Sollte in absehbarer Zeit ein Orkan einen Wald über eine Bundes- oder Kreisstraße werfen, dann weiß Marco Daus jetzt, wie er mit der Kettensäge rangehen muss. Der 31-jährige Hauptfeuerwehrmann aus Gifhorn, der bereits mit zehn Jahren in die Jugendwehr damals in Jembke eintrat und statt zur Bundeswehr sich zum Katastrophenschutz verpflichtet hatte, hat den Schein gemacht.

Bildergalerie: Katastrophen – das hat die Feuerwehr zu tun

Waldbrände, umgestürzte Bäume, Hochwasser: Die Feuerwehren in der Region müssen bei Katastrophen auf viele verschiedene Einsatzarten gefasst sein.

Eine Woche lang war Daus voriges Jahr in Hildesheim. „Die ersten beiden Tage waren Theorie, die nächsten beiden ging es in den Wald.“ Da haben die Experten den richtigen Umgang mit der Kettensäge gezeigt. „Wir haben einzelne Bäume gefällt. Und als die lagen, haben wir geübt.“ Mit der Kettensäge und auch mit dem Kettenzug zum Wegschleppen.

Damit einem nicht der Baum um die Ohren fliegt

Denn einen umgestürzten Baum sägt man nicht einfach mal so durch. Der Mann mit der Motorsäge muss schon wissen, wo er ansetzt, damit ihm der Baum nicht um die Ohren schlägt. „So ein Baum steht in der Regel unter Spannung“, weiß Daus. Gerade die, mit denen es er und seine Kameraden zu tun bekommen. Denn die fallen nicht da hin, wo sie sollen. „Sondern sie liegen oft irgendwo drauf.“ Der Stamm biegt sich durch, und wird er an der falschen Stelle durchtrennt, schnellt er durch die Luft. Ein ziemlich gefährlicher Flitzebogen.

Daus war 2018 einer von drei Feuerwehrleuten der Gifhorner Ortswehr, die den Kettensägenschein gemacht haben. Die Kniffe hat er jetzt also drauf. Einen Ernstfall hatte er noch nicht. Doch das ist nur eine Frage der Zeit, ist er überzeugt.

Mehr Abwechslung für die Feuerwehren

Das sagt auch Gifhorns Stadtbrandmeister Matthias Küllmer. Und es wird nicht nur verstärkt um umgestürzte Bäume gehen. „Durch die immer stärkeren und häufigeren Wetterkapriolen haben wir unterschiedliche Szenarien.“ Gifhorns Ortswehr schickte deshalb voriges Jahr auch sieben Leute zu Lehrgängen für Brand- und Katastrophenschutz nach Celle.

Küllmer nennt nach Starkregen überflutete Straßen und Keller und sogar Hochwasserlagen als Beispiele. Einsätze, die Daus kennt. Er war vor einigen Jahren beim Hochwassereinsatz an der Elbe unter anderem damit beschäftigt, haufenweise Sandsäcke zu füllen. Dass der Landkreis Gifhorn eine Sandsackfüllmaschine angeschafft hat, findet er gut.

Große Brände bleiben ein Schwerpunkt

Auch der Klassiker, das Löschen von Feuern, bleibt mögliches Katastrophenszenario, sagt Küllmer. Im Fall der verheerenden Waldbrände bei Lübtheen in Brandenburg seien die Feuerwehren aus Gifhorn und Celle nur deshalb nicht in die Bereitschaft aufgestellt worden, „weil wir hier selber Waldbrandwarnstufe vier mit Tendenz fünf hatten“, sagt Küllmer.

Küllmer sieht die Wehren im Kreis Gifhorn gewappnet für Waldbrände. „Man hat aus den vergangenen Jahren gelernt. Wir werden immer besser.“ Das fange bei der Koordinierung der Einsätze an. Jede Gebietseinheit habe eine Örtliche Einsatzleitstelle, was die Zentrale im Gifhorner Heideland entlaste. Gerade bei Katastrophenlagen, wo aus mehreren Gebieten alle Nase lang Meldungen eintrudeln, ist das wichtig. „Wir können dann vor Ort die Einsätze autark abarbeiten.“

Von Dirk Reitmeister

Umfragen Mitmachen und gewinnen! - Haben Sie Angst vor Katastrophen?

Hochwasser, umgestürzte Bäume und lange Stromausfälle: Die Gefahr von Katastrophen, etwa durch die Einflüsse schwerer Wetterereignisse, scheint auch in der Region Gifhorn, Peine und Wolfsburg zu steigen. Wie bewerten Sie die Gefahr? Macht Ihnen das Sorgen? Was ist Ihre Meinung? Wer an unserer AZ-Umfrage teilnimmt, kann einen 100-Euro-Gutschein der Konzertkasse gewinnen.

19.09.2019

Auf der Website des EngagementZentrums werden alle Projekte vorgestellt, die sich bei der Hilfsaktion von AZ und Volksbank BraWo bewerben. So können Interessenten auch direkt für ihre Wunschkandidaten spenden.

19.09.2019

Kamelballett und spanische Clowns gehören dazu, wenn der Zirkus Europa seine Zelte aufschlägt. Er gastiert demnächst in Gifhorn, und die AZ verschenkt fünfmal zwei Tickets für die Show.

19.09.2019