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Gifhorn Stadt Das halten Gifhorns Händler von der Bonpflicht
Gifhorn Gifhorn Stadt Das halten Gifhorns Händler von der Bonpflicht
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15:34 30.12.2019
Papierflut per Gesetz: Ab 1. Januar gilt die Kassenbonpflicht – einige Gifhorner Händler sehen das mit Skepsis. Quelle: dpa-tmn
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Gifhorn

Hier ein Eis geschleckt, da einen Kaffee genossen, zwei Brötchen gekauft und noch eine Bratwurst am Imbiss gegessen – ab 1. Januar endet der Bummel in der Gifhorner Innenstadt mit einer Zettelflut in der Geldbörse. Der Gesetzgeber will es so. Mit der Einführung der Kassenbonpflicht ist der Handel verpflichtet, jeden noch so kleinen Posten mit einer Quittung zu dokumentieren. Die AZ fragte nach, wie Gifhorner Händler dem entgegen sehen.

„Landet eh im nächsten Mülleimer“

Gerhard Zappi muss künftig Hot Dog und Bratwurst an seinem Imbiss samt Kassenbon an die hungrige Kundschaft geben. Der Sinn erschließt sich ihm nicht wirklich. Was seine Laufkundschaft in der Fuzo damit wohl macht, ahnt er schon. „Der Zettel landet eh im nächsten Mülleimer – oder wird gleich fallen gelassen.“ Wenn’s denn so sein muss, werde er sich auch daran halten. „Aber man sollte doch den kleinen Händler zufrieden lassen“, meint er.

„Eher eine Verschwendung“

„Ob das alles so sein muss...“, fragt sich auch Stefan Fasske vom gleichnamigen Tabakwaren-Geschäft. Jede Packung Zigaretten muss künftig gebongt werden für den Kunden. „Ich glaube, das ist eher eine Verschwendung von Papier.“ Genau das hat Bäckermeister Torsten Hacke auch schon einmal getestet und dokumentiert. Anfang Dezember hat er zwei Wochen lang Bons gesammelt, die die Kunden gar nicht haben wollten. Mehrere Müllsäcke kamen so zusammen. Seine Konsequenz: Er wird sich der Kassenbonpflicht verweigern und nur Kunden, die wirklich eine Quittung haben möchte, eine ausdrucken. Sollte das Finanzamt prüfen, könnten die Beamten jederzeit auf sein modernes Kassensystem zurückgreifen. „Jeder einzelne Bon ist noch zehn Jahre lang digital verfügbar.“ Einer möglichen Strafe sieht Hacke gelassen entgegen: „Warten wir es ab.“

Kaum Veränderung für Schütte

Das Leid der Bäcker kann Udo von Ey, Chef vom Kaufhaus Schütte, nachvollziehen. „Das ist schon eine Herausforderung, wenn man für zwei Brötchen nun Bons drucken muss.“ Bei Schütte selbst hingegen wird es nur eine Umgewöhnung im Cafebereich geben. „Ansonsten ändert sich nicht viel bei uns. Kassenbons sind ja wegen eines Umtauschs auch wichtig.“

„Gut für die Umwelt ist das nicht“

Bernd Hohenstein vom Kiosk Hohenstein’s Leckerecke berichtet, dass er schon seit 15 Jahren akribisch Kassenbons druckt. „Aber die Akzeptanz der Kunden tendiert gegen Null.“ Auch im Bistro Bunthai haben Kunden bislang eher selten nach Bons gefragt. Inhaberin Luna hat schon mehrere Rollen Thermopapier für die Kasse geordert. Abgesehen von den Mehrkosten für sie, hat sie noch ein ungutes Gefühl: „Schon jetzt sind unsere Mülleimer ständig überfüllt. Das wird jetzt noch mehr. Gut für die Umwelt ist das nicht.“

Von Andrea Posselt

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