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Gifhorn Stadt Was es mit der Legende vom heiligen Hubertus auf sich hat
Gifhorn Gifhorn Stadt Was es mit der Legende vom heiligen Hubertus auf sich hat
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18:00 03.11.2019
Begleitete die Hubertusmesse auf dem Friederikenhof: Das Parforcehorn-Bläsercorps Gifhorn. Quelle: Lea Rebuschat
Kästorf

Diese Idee hat sich als gut erwiesen: „Wir wollten etwas machen, das die Kirche ins Dorf bringt“, sagt Dörte Kruse, Vorsitzende des Kirchenvorstands der Epiphanias-Gemeinde. Kerstin Lüdde-Franke, ebenfalls Mitglied im Kirchenvorstand und Jägerin, hatte den zündenden Gedanken: Der 3. November ist Hubertus-Tag und fällt in diesem Jahr auf einen Sonntag. „Deshalb haben wir eine Hubertusmesse organisiert“, so Lüdde-Franke. Und die Besucher passten gerade eben so in die Reithalle auf dem Friederikenhof von Familie Meyer-Laczny.

Mehr Besucher als erwartet: Für die Hubertusmesse mussten noch zusätzliche Bänke geholt werden. Quelle: Lea Rebuschat

„Wir hatten mit 100 Teilnehmern gerechnet“, sagte Heidrun Meyer-Laczny, entsprechend viele Bänke standen im gut festgestampften Boden der Reithalle. Und dann wurden weitere Bänke angeschleppt, und noch mehr, und noch mehr – bis am Ende alle knapp 200 Besucher einen Sitzplatz hatten. Heidrun Meyer-Laczny freute sich über den Trubel: „Ich hatte mir gewünscht, mal einen Gottesdienst hier in der Halle zu feiern.“

Was es mit dem Kreuz im Hirschgeweih auf sich hat

Das Parforcehorn-Bläsercorps Gifhorn und die Jagdhornbläser vom Hegering Gifhorn begleiteten die Messe, die Halle war jagdlich dekoriert, und das Symbol des heiligen Hubertus, Schutzpatron der Jäger, stand in der Nähe von Lesepult und Altar: Ein Hirschgeweih mit einem Kreuz darin. Pastorin Angelika Meyerdierks stellte die Legende vor, denn „historisch überliefert ist von Hubertus nicht viel“. Er hat im siebten Jahrhundert als Pfalzgraf am Hof Theoderichs III. in Paris gelebt, später in Metz am Hofe Pippins des Mittleren. Das Hofleben hat er nach dem Tod seiner Frau hinter sich gelassen und ist Einsiedler geworden. Der Legende nach soll Hubertus begeisterter und teilweise recht wilder Jäger gewesen sein, der manches Tier auch einfach aus Lust am Töten erlegte. Bei einer Jagd am Karfreitag soll ihm ein Hirsch begegnet sein, der ein Kruzifix zwischen den Geweihsprossen trug.

Hubertusmesse auf dem Friederikenhof: Die Reithalle war proppenvoll. Quelle: Christina Rudert

„Wir Menschen haben eine sehr zwiespältige Beziehung zu Tieren“, stellte Angelika Meyerdierks in ihrer Predigt fest. Beim Festtagsbraten aus der Tiefkühltruhe lasse sich der Gedanke ans Töten leicht ausschalten, „während ein Jäger sich damit immer auseinandersetzen muss“. Tiere würden kategorisiert in geliebte Haustiere und Schlachttiere, während bei Wildtieren keine klare Grenze feststellbar sei: „Bambi ist niedlich, ein Waschbär wird eher als Räuber betrachtet. Der Storch wird geliebt, der Wolf gefürchtet.“

Die Kernbotschaft der Legende

Dabei gehe es – wie bei der Bekehrung des heiligen Hubertus – um den Respekt vor jedem Tier. „Wir Menschen haben aus dem Natur- einen Kulturraum gemacht und sind jetzt dafür verantwortlich, dass in diesem Kulturraum genügend Platz ist für alle lebenden Arten – und das ist besonders eine Aufgabe, die die Jäger übernehmen.“

Nach dem Abschlusslied „Kein schöner Land in dieser Zeit“ und dem von Parforcehorn- und Jagdhorn-Bläsern gemeinsam gespielten Hubertusmarsch gab es ein Kirchenkaffee in der Reithalle, und die Teilnehmer konnten sich über die Musikinstrumente der Bläser informieren.

Von Christina Rudert

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