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Gifhorn Stadt Schulstart im Lockdown: Das sagen Elternvertreter und Experten in Gifhorn
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Im Lockdown: So blicken Gifhorner Experten auf den Schulstart

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17:58 11.01.2021
Schulstart nach den Ferien: Die meisten Kinder und Jugendlichen in Gifhorn und Umgebung beginnen zunächst mit Homeschooling.
Schulstart nach den Ferien: Die meisten Kinder und Jugendlichen in Gifhorn und Umgebung beginnen zunächst mit Homeschooling. Quelle: Sebastian Gollnow/dpa
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Landkreis Gifhorn

Schulstart in Corona-Zeiten: Die überwiegende Mehrheit aller Kinder und Jugendlichen im Landkreis Gifhorn werden am Montag nicht buchstäblich zur Schule gehen, sondern zu Hause auf dem PC-Bildschirm Mathe, Deutsch und Co. lernen. Die AZ hat dazu Schulträger, Elternvertreter und die Lehrer-Gewerkschaft gefragt.

“Im Sommer ist vermisst worden, Schulen pandemiefähig zu machen“

Erst vor wenigen Tagen war klar, welche Vorgabe das Land den Schulen macht. „Das ist immer Hü und Hott, ich vermisse eine langfristige Strategie“, sagt Mario Toborg, Kreisvorsitzender der Lehrer-Gewerkschaft GEW. Momentan gehe erst einmal an der weitgehenden Vermeidung von Präsenzunterricht kein Weg vorbei. Aber irgendwie gehe es mit den Schulen in der Corona-Zeit etwas „zäh“ voran. „Im Sommer ist versäumt worden, die Schulen pandemiefähig zu machen“, kritisiert Toborg. Will auch heißen: Darauf vorzubereiten, dass der Unterricht in den geschlossenen Räumen stattfinden kann. Warum es keine Trennwände und geeignete Lüfter gebe, sei ihm ein Rätsel.

In Gifhorn sind die Eltern geteilter Meinung

Mit gemischten Gefühlen gehen Eltern mit Schulkindern auf den Montag zu. „Jeder hat so seine Meinung, was jetzt besser wäre“, gibt Falk Tietze vom Schulelternrat die Stimmungslage wieder. Viele würden die Beschulung im Wechselmodus bevorzugen. Denn eines sei klar: „Die Kinder sind seit fast einem Monat zu Hause, die sozialen Kontakte in der Schule sind einfach wichtig.“ Seine Sorge: Beim digitalen Lernen würden einige Kinder eher auf der Strecke bleiben. Und für Grundschüler, die erst einmal die elementar wichtige Handschrift erlernen müssen, seien Bildschirme nicht geeignet.

Stadt Gifhorn hat bei der Digitalisierung Gas gegeben

Was hat sich bei der Stadt Gifhorn als Schulträger in den letzten Monaten getan: Einiges, teilt Annette Siemer, Sprecherin der Verwaltung mit. „Ende letzten Jahres wurden die vorhandenen Breitband-Anschlüsse an der Dietrich-Bonhoeffer-Realschule, der Fritz-Reuter-Realschule und der Gebrüder-Grimm-Schule erweitert. Mit Hilfe des Soforthilfeprogramms des Landes konnten außerdem rund 300 Notebooks angeschafft werden. Diese wurden bereits an die zehn städtischen Schulen verteilt. Ein IT-Techniker ist gerade dabei, die letzten Notebooks einzurichten. Diese stehen sowohl für den Präsenzunterricht als auch für den Fernunterricht zur Verfügung.“

100 ausrangierte Computer bekommen Schüler, die keinen besitzen

Ebenfalls aus Haushaltsmitteln habe die Stadt 100 PC für eine bessere Ausstattung der EDV-Räume an den Schulen angeschafft. Die zirka 100 ausrangierten Computer werden überholt und den Schülern zur Verfügung gestellt, die keinen eigenen Rechner besitzen.


„Quantensprung beim digitalen Lernen“

Dass auch Schüler und Eltern gefordert sind, sich ins Thema Digitales Lernen einzufuchsen, meint Monika Niemann, Rektorin der Bonhoeffer-Realschule. Die technische Ausstattung jedenfalls sei nach dem ersten Lockdown gar nicht das Problem. Ihr Eindruck: „Wir haben in den letzten Monaten beim digitalen Lernen einen Quantensprung gemacht.“ Auch wenn der Fernunterricht aufwändiger sei zu organisieren, so er erst einmal alternativlos. „Den Lockdown begrüßen wir, um die Infektionszahlen zu reduzieren.“

Von Andrea Posselt