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Gifhorn Stadt Ilse Nocken „lebt, wie es gerade kommt“
Gifhorn Gifhorn Stadt Ilse Nocken „lebt, wie es gerade kommt“
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12:00 23.06.2019
101. Geburtstag: Ilse Nocken (vorne Mitte) feierte im Kreise der Familie, Bürgermeister Matthias Nerlich (vorne links) stattete ihr einen Besuch ab. Quelle: Thorsten Behrens
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Gifhorn

Sie feierte am Sonntag ihren 101. Geburtstag – doch das sieht man ihr nicht an. Dr. Ilse Nocken steht noch mitten im Leben, auch wenn sie sich während des Festes gerne von ihren Lieben mit einem Glas Sekt verwöhnen ließ und mit eben diesem mit Bürgermeister Matthias Nerlich anstieß, der Grüße und Urkunde der Stadt überbrachte.

Politik und Medizin interessieren

Die Knie wollen nicht mehr so richtig, erzählt das Geburtstagskind und fragt Nerlich verschmitzt, ob sie denn zur Begrüßung sitzen bleiben dürfe. Dafür spiele der Magen noch mit. „Ein Glas Sekt kann ich gut vertragen“, sagt die Gifhornerin und stößt mit den Gratulanten an, und: „Ich lebe, wie es kommt.“ Vieles könne sie noch selbst verrichten im Tagesablauf, erzählt sie nicht ohne stolz, beispielsweise die Körperpflege. Lesen steht noch immer ganz oben auf ihrem Tagesprogramm, vor allem die Aller-Zeitung und das Ärzteblatt, denn die Ärztin interessiert sich nach wie vor für ihren Beruf und die Politik, „auch wenn ich da oft die Namen der Leute vergesse“. Und auch das gerade in Gifhorn stattfindende Schützenfest nimmt sie wahr. „Den Umzug zum Auftakt am Donnerstag habe ich gesehen“, erzählt sie und freut sich, dass der Bürgermeister sich trotz seiner Schützenfest-Verpflichtungen Zeit für sie genommen hat.

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Seit vier Jahren in Gifhorn

Vor vier Jahren kam das Geburtstagskind nach Gifhorn – aufgewachsen ist Ilse Nocken in Borken in Westfalen, studierte Medizin, diente im Krieg zwangsverpflichtet in einer Klinik in Straßburg. Dort lernte sie auch ihren Mann kennen, wurde schwanger und bekam ihren Sohn am 1. Oktober 1944. Nächste Station war Bielefeld, wo sich ihr Mann 1946 als Augenarzt niederließ und die junge Frau ihre medizinische Ausbildung vollendete. Nach dem Tod ihres Mannes zog sie nach Bad Salzuflen, dann nach Gifhorn – der Familie wegen, die hier lebt – Sohn, Schwiegertochter, zwei Enkel und eine Urenkelin.

Favorit ist italienisches Essen

Im Kreise der Familie gab es am Sonntag erst ein Frühstück, später ein Essen beim Deutschen Heinrich in Wilsche. Quasi eine Ausnahme, denn eigentlich mag sie besonders italienisches Essen, Nudeln und Pizza, schwärmt sie, und erinnert sich dabei gleich an ihre Reise nach Italien. Und an die nach Griechenland. Und an die Kreuzfahrt durch die Karibik.

Von Thorsten Behrens