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Gifhorn Stadt Hilfe für Familien: Was die ehrenamtliche Simone mit Patenkind Dennis alles unternimmt
Gifhorn Gifhorn Stadt Hilfe für Familien: Was die ehrenamtliche Simone mit Patenkind Dennis alles unternimmt
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16:31 24.10.2019
Alltägliches gehört zu den Patenschaften: Wichtig ist, dass sich die Kinder wohl fühlen und Vertrauen aufbauen. Quelle: EXPO Journal
Gifhorn

Seit Mai 2017 hat Simone ein Patenkind. Dennis – der Name ist geändert – war zu dem Zeitpunkt drei Jahre alt und seine allein erziehende Mutter hatte sich über den Kinderschutzbund beim Netzwerk Familienförderungum eine Patenschaft beworben. „Dennis und ich hatten sofort einen guten Kontakt, es gab keine Berührungsängste“ erinnert sich Simone. Auch seine Mutter war offen und erfreut über die Unterstützung, die Simone anbieten konnte.

So funktionieren die Patenschaften

Vor gut 13 Jahren haben sich Frauen unterschiedlicher sozialer Berufsgruppen zusammengeschlossen und als Angebot des Deutschen Kinderschutzbund Gifhorn das Netzwerk Familienförderung gegründet. Seitdem organisieren und koordinieren Susanne Emmermann (Dipl. Sozialpädagogin), Dagmar Walter (Förderschullehrerin) und Ana Maria Horn (Hebamme) das Projekt. Ziel ist die Vermittlung und Begleitung von Patenschaften zwischen ehrenamtlichen Erwachsenen sowie Kindergarten- und Grundschulkindern. Dabei geht es um ganz alltägliche Aufgaben wie gemeinsames Mittagessen, basteln, werkeln, spielen, lernen und mehr.

Aus ihren beruflichen Erfahrungen haben die Initiatorinnen des Netzwerks häufig erlebt, dass manche Familien diese Aufgaben aus vielfältigen Gründen nicht immer ausreichend leisten können. „Da wir immer wieder von Eltern und Lehrerinnen angesprochen werden, suchen wir regelmäßig engagierte Erwachsenen, die mit Freude und Verantwortung eine Patenschaft übernehmen wollen“ sagt Emmermann. Wichtig ist dabei in erster Linie die Verlässlichkeit und nicht die Häufigkeit der Unterstützung.

Der Kinderschutzbund führt mit interessierten Paten zunächst ein Vorstellungsgespräch und überlegt dann, wer zu wem passen könnte. Nach Vorlage des erweiterten Führungszeugnisses findet ein erstes Treffen, bestenfalls im Haushalt der Paten, statt. Wenn sich alle einig sind, folgt ein Treffen ohne Begleitung. Die Paten sind ehrenamtlich tätig und entscheiden selbst, wie viel Zeit sie investieren. Sie verpflichten sich allerdings, an den regelmäßigen Treffen alle sechs bis acht Wochen beim Kinderschutzbund teilzunehmen.

„Zurzeit haben wir 13 Patinnen und Paten, die einmal pro Woche ein Kind fördern und unterstützen“ sagt Dagmar Walter „und es gibt aktuell eine kleine Warteliste, so dass noch Patinnen und Paten für Kinder in Müden, Weyhausen und Triangel gesucht werden.“ Informationen gibt es über den Kinderschutzbund, Winkeler Straße 2b, Telefon (0 53 71) 5 19 19.

Seit dem Umzug von Dennis` Familie in einen anderen Landkreis finden die regelmäßigen Treffen 14-tägig von Freitag bis Sonntag statt. Simone findet die Regelmäßigkeit wichtig, damit gegenseitiges Vertrauen aufgebaut werden kann. Ein Abbruch der Patenschaft nach dem Umzug kam für sie nicht in Frage.

Dennis lädt Holz ab

Über die Patenschaft berichtet sie: „Ich lebe auf dem Land, und in unserer Familie sind einige landwirtschaftliche Fahrzeuge vorhanden, welche bei Dennis für schwere Begeisterung sorgen. Er schraubt mit meinem Schwiegervater herum oder lädt auch mal mit Holz ab. Es wurden extra kleine Arbeitshandschuhe dafür angeschafft. Stundenlang kann er Fische und Käfer beobachten oder unseren Eichhörnchen beim Spielen zusehen. Dennis ist ein interessiertes, aufgeschlossenes Kind, das die ganze Familie ins Herz geschlossen hat. Er genießt die Aufmerksamkeit in vollen Zügen und fühlt sich pudelwohl.“

Beide haben Spaß

Für sie sei es toll, wieder mit einem Kind etwas zu unternehmen und kindliche Begeisterung zu spüren, nachdem Sohn und Tochter aus dem Haus sind, sagt Simone. Ob Märchenpark in Salzwedel oder Tierpark Essehof mit dem tollen Aktivspielplatz, Mühlenmuseum oder Bauernhoffest, Vogelflugschau im Otter-Zentrum oder Phaeno in Wolfsburg: Das macht beiden viel Spaß. „Es muss aber nicht immer in die Ferne geschweift werden“, verweist Simone auf den Spielplatz im Ort, der regelmäßig erobert wird. Osterfeuer, Drachenfest oder Weihnachtsbaum-Anleuchten im Dorf: „Wenn es passt, sind wir dabei.“

Eine schöne Zeit

Die Patin pflückt mit Dennis Äpfel und Pflaumen, die beiden backen Kuchen oder bereiten gemeinsam das Mittagessen zu. „Am Abend gibt es stets eine Gute-Nacht-Geschichte, und die Musik von Rolf Zuckowski hilft beim Einschlafen.“ Für Simone ist die Patenschaft „eine gute Sache für alle Seiten“: Die allein erziehende Mutter werde ein wenig entlastet, und ihr selber „bringt diese erfüllende Aufgabe viel Freude, Zuneigung und neue Sichtweisen. Und für Dennis ist es sicher gut zu spüren, dass er uns vertrauen kann und wir ihm stets eine schöne Zeit bereiten wollen.“

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