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Gifhorn Stadt Ist Gifhorns Heidesee noch zu retten?
Gifhorn Gifhorn Stadt Ist Gifhorns Heidesee noch zu retten?
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20:00 23.10.2019
Man kann ihn schon als ehemaligen Heidesee bezeichnen: Die Trockenheiten 2018 und 2019 waren wie ein Turbo für die Verlandung des Gewässers. Quelle: Lea Rebuschat
Gifhorn

Der Heidesee bei Gifhorn ist Geschichte. So sieht es jedenfalls aus, denn an Stelle des Gewässers ist augenscheinlich eine Wiese entstanden. Fachmann Jürgen Wagner glaubt nicht, dass es dort jemals wieder einen See geben wird – jedenfalls nicht aus eigener Kraft, auch bei noch so viel Regen.

Das laufende Jahr ist jetzt schon nasser als das gesamte vorige. Laut Landwirtschaftskammer Gifhorn gab es von Januar bis Dezember 2018 447,9 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Bis Mitte Oktober waren es 2019 bislang schon 480 Liter. Zum Vergleich: Das nasse 2017 kam auf satte 932 Liter. Der Zehnjahresschnitt liegt bei 697,31.

So viel hat es geregnet

April mit 28 Litern statt dem Zehnjahresschnitt von 42,59 Litern, Mai mit 34 statt 56,3 Litern, Juli mit 25,5 statt 71,58 Litern und August mit 36,3 statt 67,15 Litern: So trocken war es in der warmen Jahreszeit in diesem Jahr. Die beiden zurück liegenden Monate fallen da aus dem Rahmen: Der September war mit 80 statt durchschnittlich 55,37 Litern eher nass, auch der Oktober hat inzwischen seinen Schnitt von 50,65 Litern überschritten. Dem Heidesee bei Gifhorn haben diese Regenmengen nicht mehr geholfen.

Schon ist Gras drüber gewachsen

Schon im Sommer war kein See mehr da, der nackte Gewässergrund war trockene, mit Rissen durchzogene Erde. Inzwischen ist Gras drüber gewachsen. Wie geht es weiter? „Es wird alles verbuschen“, prognostiziert Jürgen Wagner, Naturschutzbeauftragter des Landkreises Gifhorn.

Trockenheiten beschleunigen Verlandung

Für ihn ist klar: Die Trockenheiten 2018 und 2019 seien ein regelrechter Turbo gewesen für die in den vergangenen Jahrzehnten fortschreitende Verlandung des Gewässers. Kommt das Gewässer nochmal zurück? Wagner winkt ab. „Jetzt wird da nichts mehr passieren. Der wird zuwachsen.“ Es sei denn, es würde zum Erhalt – oder eher schon zur Wiedererschaffung – dieses Biotops ordentlich investiert.

Schaufel statt Bagger – das ist zu wenig

Doch darauf verlässt sich Wagner nicht. Schon in der Vergangenheit sei gegen die Verlandung zu wenig getan worden. „Es wird mit der Schaufel gearbeitet, wo man es eigentlich mit dem Bagger machen müsste.“

Das sagt der Landkreis

Kreisrat Mirco Schmidt gibt Maßnahmen, dem Gewässer unter die Arme zu greifen, eine Absage. „Da es sich bei dem Trockenfallen des Sees um einen ganz natürlichen Prozess handelt, der unter normalen Umständen reversibel ist, sieht der Landkreis Gifhorn keine Veranlassung, tätig zu werden. Der See befindet sich zudem im Privateigentum.“ Abgesehen davon seien auch andere Gewässer wie das Viehmoor trocken gefallen, und das ohnehin angespannte Grundwasserreservoir würde nicht ausreichen, alle aufzufüllen.

Kommt der See doch von allein zurück?

Schmidt sieht entgegen Wagners Einschätzung die Chancen auf eine Regenerierung des Heidesees auf natürliche Art und Weise: „Sobald sich ausreichende Niederschläge einstellen, ist mit einer natürlichen Wiederauffüllung zu rechnen. Dies wird einige Zeit in Anspruch nehmen.“ Denn die dichtende Schicht, die das Niederschlagswasser zu jenem See aufstaue, liege zehn Meter tief.

Von Dirk Reitmeister

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