Großes AZ-Ampel-Ranking: Das sagt die Stadt Gifhorn
Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Gifhorn Stadt Nach Ampel-Ranking: Das will die Stadt an Kreuzungen verbessern
Gifhorn Gifhorn Stadt Nach Ampel-Ranking: Das will die Stadt an Kreuzungen verbessern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:19 24.01.2020
Optimierung beauftragt: Die Stadt Gifhorn reagiert auf die Kritik an der Ampelschaltung an der Kreuzung mit Bahnübergang Calberlaher Damm/Fallerslebener Straße. Quelle: Sebastian Preuß Archiv
Anzeige
Gifhorn

Die neueste Ampel in Gifhorn ist beim großen AZ-Ranking von den Lesern auf den letzten Platz gewählt worden. Als Reaktion darauf kündigt die Stadt Optimierungen an der Schaltung der Anlage an der Kreuzung mit Bahnübergang Calberlaher Damm an. Die Firma Siemens sei damit bereits im Dezember beauftragt worden.

Lange warten auf Grün auf der Fallerslebener Straße, vor allem wenn der Zug gerade durch ist: Dafür hat’s die Note 4,1 in der Kategorie „Warten auf Grün“ beim AZ-Online-Ranking bekommen. Dazu Christian Schnur vom Büro des Bürgermeisters: „Nach Ende der Schrankenschließung muss vor allem der Rückstau in der Konrad-Adenauer-Straße sowie auf dem Calberlaher Damm abgebaut werden, da in diesen Zufahrten die mit Abstand höchsten Verkehrsmengen auftreten.“ So bekomme die Fallerslebener Straße erst Grün, nachdem andere Richtungen schon zwei Mal Grün hatten. „Im Zuge der laufenden Optimierung wird dies noch einmal angepasst, so dass der Fall nicht mehr auftritt und trotzdem ein möglichst schneller Abbau des Rückstaus der Konrad-Adenauer-Straße sowie des Calberlaher Damms erfolgt“, kündigt Schnur an.

Anzeige

Anpassung bis Ende Februar

Darüber hinaus sei Siemens im Dezember damit beauftragt worden, auch den Ablauf während der Schrankenschließung noch einmal zu verbessern. Schnur: „Dies betrifft alle Verkehrsströme, die nicht die Gleise queren müssen. Die Anpassung soll bis Ende Februar umgesetzt sein.“

Kritik an der Schillerplatz-Kreuzung zielt darauf, dass nur wenig Rechtsabbieger in einer Grünphase aus der Braunschweiger Straße in die Fallerslebener Straße kommen. Die Grünphase parallel zum Grün für die Linksabbieger aus der Fallerslebener Straße zu schalten oder einen grünen Pfeil einzurichten, wie es AZ-Leser vorgeschlagen haben, ist laut Schnur nicht möglich. Der Platz passe noch für Autos, aber Busse oder Lastwagen kämen sich ins Gehege.

Braunschweiger Straße: Änderung bei Abbiegespuren

Dagegen stoßen Vorschläge und Forderungen der AZ-Leser auf offene Ohren bei der Stadt, die Linksabbiegespuren von der Braunschweiger Straße zu ändern. Schnur: „Beobachtungen zeigen, dass der kurze, mit ,B 4’ beschriftete Linksabbiegestreifen kaum genutzt wird. Die Breite dieses Abbiegestreifen fehlt dagegen an dieser Engstelle für andere Verkehrsteilnehmer, vor allem bei den Geh- und Radwegen. Die verkehrsgerechte Umgestaltung der Braunschweiger Straße zwischen Bergstraße und Schillerplatz hat eine sehr hohe Priorität und ist im Investitionsplan der Stadt für 2022/2023 vorgesehen.“

Heidland-Kreuzung auch in Überprüfung

Auch an der Heidland-Kreuzung ist laut Stadt noch Verbesserungspotenzial. Eine Überprüfung der Schaltung und der Möglichkeit kleinerer baulicher Maßnahmen und Markierungen will die Stadt noch in diesem Jahr angehen. In einem weiteren Schritt will sie klären, ob eine zusätzliche Linksabbiegespur aus dem Heidland in Richtung B 4 möglich ist. Schnur: „Eine kurzfristige Umsetzung umfangreicher baulicher Maßnahmen ist jedoch nicht vorgesehen.“

Ampeln optimieren ist „Schlüsselprojekt“

Schnur verweist allgemein auf ein Schlüsselprojekt zum Thema Ampeln in der Stadt. „Nach und nach sollen alle von der Stadt Gifhorn betriebenen Ampel-Kreuzungen untersucht werden. Dies trägt den gestiegenen Anforderungen aller Verkehrsteilnehmer sowie den gestiegenen Verkehrsmengen nicht nur bei Kraftfahrzeugen, sondern gerade auch innerstädtisch bei Fuß- und Radverkehr und nicht zuletzt dem ÖPNV Rechnung.“ Die Noten der AZ-Leser seien dafür ein wichtiger Baustein.

Darum bleibt die Christinenstift-Kreuzung die bessere

Wer die 13 Jahre alte, flott und flexibel reagierende Ampel an der Christinenstift-Kreuzung kennt, ärgert sich, dass die ein Jahr junge Ampelanlage an der Dragenkreuzung gefühlt träge und begriffsstutzig ist. Ändern wird sich das wohl auch nicht mehr. Jedenfalls kann Michael Peuke von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr als Reaktion auf das große AZ-Ampel-Ranking den Autofahrern in Gifhorn kaum Hoffnungen machen.

Die Ampelanlage sei nicht optimaler zu schalten, so Peuke. „Wenn wir dem Einen mehr Grün geben, bekommt der Andere eben weniger.“ Doch warum ist die Ampel am Christinenstift so geschickter im Verteilen der Grünphase? Es gebe einige bauliche Unterschiede zwischen beiden Knoten, erklärt Peuke. So habe die B 188 am Christinenstift mit jeweils zwei Geradeausspuren pro Richtung doppelt so viel wie an der Dragenkreuzung. Folge: „Dort kommen pro Grünphase mehr Autos durch. Dann können auch die Nebenstränge mehr Grün bekommen.“ Hinzu kommen bei der Dragenkreuzung der Bahnübergang und die neue Ampelregelung der Rechtsabbiegespuren, die die Schaltung verkomplizieren.

Die Ergänzung um eigene Signale für Rechtsabbieger nach Isenbüttel habe an der Alten B 4 viel gebracht, sagt Peuke zu dem Ampelknoten, der im AZ-Ranking auf Platz sieben landete. Über kurz oder lang wird es dort allerdings keine Ampel mehr geben. Mit dem vierspurigen Neubau der B 4 werde diese Einmündung zum Kreisel.

Auch an der Einmündung Tangente/Wolfsburger Straße (Platz 3 im AZ-Ranking) könnte die Zeit für die Ampel abgelaufen sein. Stadt und Landkreis haben eine weitere Studie zur Verbesserung des Verkehrs auf der K 114 in Auftrag gegeben, so Erster Kreisrat Dr. Thomas Walter. Dabei werde auch überprüft, ob eine Erneuerung der Ampel oder ein Kreiselbau an der Stelle sinnvoller wären. Kritikpunkte von AZ-Lesern zu langen Wartezeiten auf Grün bei Linksabbiegern von der Tangente auf die Wolfsburger Straße seien dem Landkreis bekannt. Die mit mehr als 20 Jahren relativ alte Ampel lasse sich kaum mehr verbessern.

Lesen Sie auch

So bewerten die Gifhorner ihre Kreuzungen

Von Dirk Reitmeister