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Gifhorn Stadt Am ersten Wochenende kommen 3000 Menschen
Gifhorn Gifhorn Stadt Am ersten Wochenende kommen 3000 Menschen
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20:00 18.11.2019
Im November 1989 hat die DDR ihre Grenze zur Bundesrepublik Deutschland geöffnet. Bewohner aus Zicherie stehen am neuen Grenzübergang zur DDR und begrüßen die Gäste aus Böckwitz. Autos der Marke Trabant (Trabbis) bahnen sich einen Weg durch die Schaulustigen. Quelle: Eberhard Franke
Landkreis Gifhorn

Vor 30 Jahren fiel am 9. November die Grenze zwischen der DDR und der Bundesrepublik, ein Ereignis, das auch auf Stadt und Kreis Gifhorn turbulente Auswirkungen hatte: Am ersten Wochenende nach dem historischen Ereignis kamen zahlreiche DDR-Bürger, rund 3000 Mal wurde das Begrüßungsgeld ausgezahlt.

Die DDR-Besucher standen Schlange im Sozialamt Gifhorn – rund 700 Besucher erhielten allein hier die begehrten 100 D-Mark. Weitere 2300 Besucher wandten sich an die Einrichtungen des Landkreises und an Postämter: Die Post hatte schnell und unbürokratisch ihre Schalter bis Samstagabend und am Sonntagvormittag geöffnet.

Nur wenige Verkehrsunfälle

Einsatzbereit war auch das Rote Kreuz, dessen Helfer Schwerstarbeit leisteten. Unter anderem boten sie im DRK-Haus in Gifhorn kostenlose Schlafmöglichkeiten für DDR-Besucher an, die über Nacht bleiben wollten. Wobei auch Gifhorner Bürger im Rathaus oder gleich im Kreissozialamt anriefen, um kostenlose Privatquartiere für das Wochenende anzubieten. Im Rathaus wurde sogar ein Babywickelraum eingerichtet, mit einer DRK-Schwester als Betreuerin.

Die Polizei sprach trotz des Andrangs von einem vergleichsweise ruhigen Wochenende. Zwar gab es einige Unfälle, in die Trabbis und Wartburgs verwickelt waren, aber deutlich weniger als in Wolfsburg und Braunschweig, wo der Andrang weitaus größer und die Autoschlangen weitaus länger waren.

Geschäfte öffnen erst später

Probleme gab es in Gifhorn, weil am ersten Wochenende nach der Grenzöffnung viele Geschäfte sonntags geschlossen blieben, so dass die DDR-Besucher ihr Begrüßungsgeld nicht vor Ort ausgeben konnte. Geöffnet hatten aber zum Beispiel das Modehaus Becker und die Plattenkiste. Am zweiten Wochenende nach der Grenzöffnung zogen dann weitaus mehr Geschäfte mit – wobei Stadt und Kreis davor warnten, die Preise für Südfrüchte wie in anderen Städten künstlich hoch zu treiben.

30 Jahre Mauerfall

Seit 30 Jahren sind Ost und West nicht mehr durch die unmenschliche Grenze getrennt. Ein Teil dieser Geschichte hat sich im Landkreis Gifhorn ereignet. Die AZ stellt einige Aspekte dieser Geschichte vor:

* 16. November 2019: Brome: Aus dem Leben eines Zollbeamten an der Grenze

* 15. November 2019: Grenzöffnung: Gänsehaut-Erinnerungen an „bewegte und bewegende Tage“

* 15. November 2019: Erinnerungen an die Zollstation am Kanal: „Es musste jeder anhalten“

* 14. November 2019: 30 Jahre Mauerfall: So unschön konnten Reisen in die DDR sein

* 11. November 2019: So feiern Zicherie und Böckwitz den Mauerfall

* 7. November 2019: 9. November 1989: So erlebte Gifhorn die Grenzöffnung – Altbürgermeister Manfred Birth erinnert sich

* 6. November 2019: Das geteilte Dorf: Kann Zicherie-Böckwitz wieder zusammenwachsen?

* 5. November 2019: Wie ein Gifhorner Ehepaar die Grenze schon vor der Wende überwunden hat

* 4. November 2019: Das längste Gespräch der Geschichte: Ein Live-Stream auch aus Böckwitz

* 4. November 2019: „Aufregendste Zeit“ – Bromes Ex-Bürgermeister Bannier erinnert sich an den Mauerfall

* 4. November 2019: Ein Zeitzeuge erzählt von den letzten Tagen vor der Grenzöffnung

* 4. November 2019: Zicherie-Böckwitz: Großes Fest im ehemals geteilten Doppeldorf

* 16. Oktober 2019: Jeder darf mitmachen beim längsten Gespräch Deutschlands

* 15. Oktober 2019: 30 Jahre Mauerfall: Wie die Wende eine Familie wieder vereinte

Von Carsten Baschin

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