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Gifhorn Stadt Prostituierte verdienen nicht mal genug für die Miete des Sexmobils
Gifhorn Gifhorn Stadt Prostituierte verdienen nicht mal genug für die Miete des Sexmobils
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00:18 04.02.2019
Die Gesellschaft ist aufgefordert, Position zu beziehen: Prostituierte verdienen nicht mal genug für die Miete der Sexmobile. Quelle: dpa
Gifhorn

„Fast jede zweite Frau in Deutschland hat Gewalt erlebt“, sagt Natascha Heumann, Gleichstellungsbeauftragte in Meinersen. Prostitution senkt eher Hemmschwellen. Liane Jäger vom Polizei-Präventionsteam: „Manche Freier suchen gezielt schwangere Frauen.“

Thema „Ware Frau“

Das scheint von der Gesellschaft einfach akzeptiert zu werden, fürchtet Landkreis-Gleichstellungsbeauftragte Christine Gehrmann. Deshalb haben die Frauen gemeinsam mit Gabriele Pöllet und Katrin Schultze von der Sozialdiakonischen Straßenarbeit (SoDiStra) und Ilsemarie Dralle vom Kreislandfrauenverband die „Ware Frau“ zum Thema gemacht.

Sie nehmen Alkohol, Drogen, Psychopharmaka

Gabriele Pöllet berichtet von ihren Besuchen an den Bussen: „Die Frauen sind oft osteuropäischer Herkunft. Wenn sie mit 40, 45 Jahren die Arbeit nicht mehr schaffen, weil sie außer ihrem Körper auch ihre Psyche verkaufen, stehen sie vor dem Nichts.“ „Um ihre Situation auszuhalten, nehmen viele Alkohol, Drogen oder Psychopharmaka“, weiß Liane Jäger.

Menschenhandel ist Realität

Die Verbannung von den Bundesstraßen bedeute für die zwölf, 13 Frauen im Kreis, „dass sie nicht mehr genug Kunden haben für ihre Bus-Miete“, sagt Pöllet. Außerdem seien die jetzigen Standorte oft einsam und damit gefährlicher. „Wo sie mit mehreren standen, fühlten sie sich sicherer“, so Schultze. Kaum eine Frau ist freiwillig da. Menschenhandel, Sexsklavinnen – das sind nicht nur Themen für Thriller, das ist tägliche Realität. „Die Frauen haben keine Kontakte, sitzen zwölf Stunden in ihren Bussen ohne Bewegung oder die Möglichkeit zur Gesundheitsvorsorge“, berichtet Gabriele Pöllet.

„Wir dürfen nicht wegsehen“

„Uns ist klar, dass wir die Prostitution nicht abschaffen“, ist Gehrmann realistisch. „Aber wir dürfen nicht wegsehen. Wir müssen als Gesellschaft Position beziehen.“ Die Initiatorinnen wünschen sich deshalb, dass auch viele Männer zu den Veranstaltungen kommen.

Von Christina Rudert

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