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Gifhorn Stadt Raumnot bei der Tafel: Immer mehr arme Menschen in Gifhorn
Gifhorn Gifhorn Stadt Raumnot bei der Tafel: Immer mehr arme Menschen in Gifhorn
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06:48 02.12.2019
Immer mehr arme Menschen: Gifhorns Tafel versorgt inzwischen 3600 Kinder und Erwachsene mit Lebensmitteln. Am Standort Paulsumpf ist es zu eng. Quelle: Cagla Canidar (Archiv)
Gifhorn

In den Supermarkt gehen, um dort schnell für das Mittag- oder Abendessen einzukaufen: Davon können viele Menschen in Gifhorn nur träumen, denn ihr Geld reicht einfach nicht. Immer mehr Arme sind auf die Unterstützung der Tafel angewiesen – und in der Ausgabestelle im Paulsumpf herrscht Raumnot. Bisher gibt’s keine Alternative.

Keine Entspannung

„Es gibt keine Entspannung, denn die Zahl der Hilfsbedürftigen ist seit Juli um 400 Personen gestiegen“, spricht Tafel-Chefin Edeltraud Sack von alarmierenden Zahlen. Inzwischen würden 3600 Kinder und Erwachsene hier mit Lebensmitteln versorgt. Als die Tafel im Jahr 2001 ihre Arbeit aufgenommen habe, seien es lediglich 35 Menschen gewesen.

52-köpfiges Team

An drei Tagen in der Woche seien 52 Männer und Frauen – darunter 14 Fahrerinnen und Fahrer – mit der Ausgabe der Waren beschäftigt. Die Ehrenamtlichen arbeiteten dienstags, mittwochs und freitags. 27 Geschäft aus der Region unterstützten Gifhorns Tafel. „Ein zusätzlicher Ausgabetag wäre personell nicht zu stemmen, auch die Lebensmittel würden dann nicht reichen“, sagt Sack. Im Einsatz seien inzwischen drei Kühlfahrzeuge. „Sie holen die Waren bei unseren Spendern ab und versorgen Tafel-Kunden, die auf Grund gesundheitlicher Einschränkungen nicht selbst kommen können“, so Sack.

Mehr Senioren und Kinder

Sack macht es besonders betroffen, dass immer mehr alte Menschen auf die Tafel-Hilfe angewiesen sind. „Bei vielen Seniorinnen und Senioren reicht die Rente nicht zum Leben“, weiß die Tafel-Chefin. Auch die Zahl der armen Kinder nehme weiter zu. „Viele Alleinerziehende kommen einfach nicht über die Runden“, führt Sack einen Vater als Beispiel an, der fünf Kinder zu versorgen habe. Trotz Arbeit arm: Edeltraud Sack ist richtig sauer darüber, dass auch die Anzahl dieser Personen in Gifhorn weiter steigt. „Wer täglich einem Beruf nachgeht, sollte nicht zum Aufstocken gezwungen sein.“

Standort-Suche

„Wir brauchen definitiv mehr Platz, doch bisher haben wir keinen anderen und geeigneten Standort gefunden“, hält Sack weiter die Augen offen. Ein neue Ausgabestelle für die Tafel in Gifhorn müsse zentral liegen, Bushaltestellen in der Nähe haben und mehr als 200 Quadratmeter, nennt Sack wichtige Kriterien.

Auf Spenden angewiesen

Die Tafel-Chefin ist froh darüber, dass es immer wieder Spenden gibt, die die Arbeit im Paulsumpf erst möglich machen. „Was wir demnächst dringend brauchen, ist ein Kühlaggregat, um gefrorene Lebensmittel lagern zu können“, so Sack. Auch müssten alle zwei bis drei Jahren neue Autos angeschafft werden.

Von Uwe Stadtlich

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