Gifhorner Impulse zum Lockdown: Leben wir gerade in einer „Zeit ohne Plan“?
Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Gifhorn Stadt Gifhorn: Leben wir gerade in einer „Zeit ohne Plan“?
Gifhorn Gifhorn Stadt

Gifhorner Impulse zum Lockdown: Leben wir gerade in einer „Zeit ohne Plan“?

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:00 28.12.2020
Ein neuer Morgen zieht herauf: Peter Dobutowitsch sieht im Morgen einen neuen Tag mit neuen Möglichkeiten, mit neuen Chancen.
Ein neuer Morgen zieht herauf: Peter Dobutowitsch sieht im Morgen einen neuen Tag mit neuen Möglichkeiten, mit neuen Chancen. Quelle: dpa
Anzeige
Gifhorn

Der Beitrag aus unserer Reihe „Impulse zum Lockdown“ stammt heute von Peter Dobutowitsch. Der 67-Jährige ist verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder. Der Pastor im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden war mehrere Jahre in Leitungskreisen seiner Kirche aktiv. Er ist Humorist mit eigenem Programm und wohnt in Triangel.

Peter Dobutowitsch Quelle: Heinz-Werner Stiller

Mein oberfränkischer Landsmann Jean Paul schrieb über die Zukunft: „Man muss einmal eine Zeit ohne Plan erleben, wo man von der Zukunft nichts verlangt als die Fortsetzung der Gegenwart.“ Leben wir gerade in einer „Zeit ohne Plan“? Nein, das soll keine Kritik an den Plänen der Politik und der Wissenschaft sein, der Pandemie Herr zu werden. Ich denke da mehr an das Private. Als Rentnerehepaar halten wir uns an die Spielregeln des Lockdowns. Aber die Einschränkungen fordern uns heraus. Neue Pläne für einen sinnvollen Tagesrhythmus müssen her. Wir leben nicht „ohne Plan“, aber groß planen können wir dennoch nicht. Verreisen oder auch spontane Besuche sind nicht drin. Wir planen im überschaubaren Rahmen und stecken tatsächlich irgendwie in der „Zeit ohne Plan“.

Ich bin dankbar, nicht allein zu sein

Ich schaue meiner Frau beim Frühstück in die Augen und bin dankbar, nicht allein zu sein. Unverdientes Glück. Heiligabend und die Feiertage blieben wir zu zweit und fühlten uns ein bisschen wie Maria und Josef, allerdings ohne Kind. Mit den Kindern haben wir geskypt. Wir erlebten die Stille in der Nacht. Aber was, um alles in der Welt, meint der Dichter damit, dass man nach so einer eingeschränkten Zeit von der Zukunft die „Fortsetzung der Gegenwart“ verlangt? Lockdown forever kann das ja nicht bedeuten. Ich glaube, er wünscht sich einfach nur, dass das Leben weitergeht. Und tatsächlich verändert sich stets nur die Gegenwart. Entweder ereignet sich gerade etwas Unvorhergesehenes (zum Beispiel Virusmutation), oder sie verwandelt sich zur Zukunft. Dann ist morgen ein neuer Tag mit neuen Möglichkeiten. „Jeder Tag hat seine eigene Plage“ und ich ergänze: seine Chancen. Seit kurzem wird geimpft. Ich wünsche mir sehr, dass es weiter geht in der zukünftigen Gegenwart.

Bleiben Sie hoffnungsvoll!

Ihr Peter Dobutowitsch

Lesen Sie auch:

Von Peter Dobutowitsch