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Gifhorn Stadt Gifhorner Feuerwehren für E-Autos gewappnet
Gifhorn Gifhorn Stadt Gifhorner Feuerwehren für E-Autos gewappnet
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06:00 23.02.2019
Brennende Autos: Bei einem E-Auto ist das für Feuerwehrleute noch gefährlicher als bisher.
Brennende Autos: Bei einem E-Auto ist das für Feuerwehrleute noch gefährlicher als bisher. Quelle: Cagla Canidar Archiv
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Gifhorn

Die drei wichtigsten Feuerwehrverbände haben laut Küllmer längst Merkblätter zum Thema herausgegeben. „Das Elektro-Auto ist genauso zu sehen wie ein normales Fahrzeug“, liest er daraus. „Löschmittel: Wasser.“

Viel mehr als zwölf Volt

Und die wichtigste Besonderheit hätten seine Leute längst verinnerlicht. Die Hochvolt-Batterien müssen schnellst möglich deaktiviert werden. „Jeder Feuerwehrmann weiß: Das orange farbene Kabel fasst man nicht an“, nennt Küllmer einen weiteren Punkt. Dabei gehe es nämlich nicht um zwölf Volt, es stecke viel mehr Saft dahinter. „Da muss ja Leistung rüberkommen.“

VW habe dazu bereits Merkblätter herausgegeben und einen Lehrfilm für Rettungskräfte ins Internet gestellt. „Ich habe den per Link auf Landkreis-Ebene verteilt“, sagt Küllmer, der selber bei VW Sicherheitsexperte ist.

Infos hinter die Sonnenblende

Der ADAC empfehle, die jeweiligen Merkblätter der Hersteller auszudrucken und für den Fall der Fälle an die Sonnenblende zu stecken. Auch Küllmer appelliert an die Fahrer von E-Autos, das so zu handhaben. So könnten die Einsatzkräfte mit einem Griff erkennen, wo sie die Hochvoltbatterie beim Unfallwagen deaktivieren können. Natürlich könne das die Wehr auch selbst recherchieren, nur das koste im Einsatz wertvolle Zeit. „Das verzögert die Rettungsarbeiten.“

Woher wissen die Einsatzkräfte, ob sie es mit einem E-Auto zu tun haben? Diese seien inzwischen nicht nur an Aufklebern oder Typennamen zu erkennen, sondern auch am E-Kennzeichen, sagt Küllmer.

Spezielle Löschlanzen

Der Autozulieferer Bertrandt schenkt der Samtgemeinde Boldecker Land und der Gemeinde Sassenburg je eine Löschlanze für brennende E-Fahrzeuge. Die machten für Einsätze in Werken durchaus Sinn, sagt Küllmer. Dort würden Batterien im Entwicklungsstadium „gestresst“ bis an ihre Leistungsgrenzen. Das Risiko von Bränden sei dabei recht hoch. Für seine Wehren sieht er keine Notwendigkeit, Löschlanzen anzuschaffen. Die auf den Straßen fahrenden Autos seien zugelassene und verifizierte Serienfahrzeuge.

Von Dirk Reitmeister