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Gifhorn Stadt Müll in Gifhorn: Warum sich das neue Gebührensystem bewährt
Gifhorn Gifhorn Stadt Müll in Gifhorn: Warum sich das neue Gebührensystem bewährt
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11:42 23.08.2019
Nicht schön: Die Hinterlassenschaft vom Campern am Laubberg: Anwohner ärgern sich über den Müll. Quelle: Privat (Archiv)
Gifhorn

Das ist eine erfreuliche Entwicklung: Im Landkreis Gifhorn fiel 2018 weniger Müll an als im Jahr davor. 2017 lag die Menge noch bei 93 030,53 Tonnen, im Jahr darauf waren es nur 88 767,62 Tonnen. Das ist ein Rückgang um 5,1 Prozent. Besonders erfreulich ist, das der Restmüll zurückgeht. Das sei ein Erfolg des neuen Gebührensystems, ist Landrat Andreas Ebel überzeugt.

Lesen Sie auch: Lebensmittelverschwendung: So landet weniger im Müll

Das System sieht so aus: Die Gebührenabrechnung richtet sich nach Anzahl der tatsächlich gezählten Leerungen. Dass bedeutet: Wer weniger Müll produziert, zahlt auch weniger. Aber es gebe noch Luft nach oben. „Mit einer noch konsequenteren Mülltrennung könnte das Restmüllaufkommen weiter verringert werden“, sagt Ebel.

Gebühren nicht pauschal, sondern nach Menge: Gifhorns Landrat Dr. Andreas Ebel hält diese Neuregelung für einen Erfolg. Quelle: Christina Rudert

Die Menge an Hausmüll im Landkreis lag 2017 bei 33 287,93 Tonnen, ein Jahr darauf betrug sie 30 539,44 Tonnen. Das sind 8,76 Prozent weniger. Pro Kopf lag die Hausmüllmenge 2018 bei 173,91 Kilogramm, im Jahr davor waren es 190,60 Kilogramm.

In fast allen Müllkategorien ging die Menge zurück: Organische Abfälle machten im vergangenen Jahr 16 572,56 Tonnen aus, 2017 waren es noch 18 469,92 Tonnen. Bei den Wertstoffen wie Altpapier, Altglas, gelber Sack und Elektronikschrott, gab es ebenfalls einen Rückgang, von 26 733,16 Tonnen auf 26 658,95 Tonnen. Diese Zahlen zeigen „eine gute Akzeptanz dieser Sammelsysteme“, sagt Andreas Ebel.

Wilder Müll in freier Natur: Die Mitarbeiter der kommunalen Betriebe müssen zur Nachlese ausrücken.. Quelle: PAZ (Archiv)

Auch beim wilden Müll sieht die Bilanz im Landkreis Gifhorn gut aus. Eine Zunahme sei derzeit nicht zu verzeichnen, so der Landrat. „Es gibt jedoch immer wieder Entsorgungen in freier Natur von Abfällen, für die es zum Teil kostenfreie Entsorgungswege gibt“, kritisiert er. Zum Beispiel für alte Elektrogeräte. Immer wieder komme es außerdem vor, dass Container-Standplätze missbraucht werden, um Abfall anzustellen.

Müllsünder müssen auch im Landkreis Gifhorn mit Strafen rechnen. In jedem Fall würden strafrechtliche Schritte eingeleitet. „Je nach Art und Menge der Abfälle drohen empfindliche Bußgelder oder auch eine Anklage“, erklärt Ebel. Beispielsweise wegen Bodenverunreinigung oder unerlaubtem Umgang mit Abfällen. Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren sind dafür möglich.

So klappt’s mit dem Abfall richtig

Altpapier:

Das gehört rein:

Zeitungen, Illustrierte, Prospekte, Kartons und Pappe, Schulhefte, Bücher aus Papier/Pappe und Schreibpapier

Das gehört nicht rein:

schmutziges oder nasses Papier, Tapeten, beschichtetes Papier (Milch- und Safttüten), Hygienepapiere wie Taschentücher und Toilettenpapier

Bioabfall:

Das gehört rein:

Obst- und Gemüseabfälle, Blumen und Pflanzen, Speisereste (außer Fleisch und Fisch und Knochen und Gräten), verdorbene Lebensmittel, Gartenabfälle wie Laub, Rasen-, Baum- und Strauchschnitt, Kaffeesatz, Eierschalen

Das gehört nicht rein:

Plastik aller Art, Windeln, Asche, Kehricht, Asche, Blumenerde, Kleintierstreu

Glas:

Das gehört rein:

Flaschen und Gläser nach Farben sortiert

Das gehört nicht rein:

Spiegel, Fensterglas, Bleiglas, Porzellan/Keramik, Glühbirnen

Gelber Sack:

Das gehört rein:

leere Verpackungen aus Kunststoff, Joghurtbecher, Saft- und Getränkekartons, Konservendosen, Flaschen von Spül-, Wasch- und Körperpflegemitteln, Metalldosen, Schraubverschlüsse, Aluschalen.

Das gehört nicht rein:

Papier, Pappe, Spielzeug, Elektrogeräte

Restmüll

Das gehört rein:

Alles, was nicht wiederverwertet werden kann, Windeln, Hygieneartikel, kalte Asche, Staubsaugerbeutel

Das gehört nicht rein:

wiederverwertbare Wertstoffe, Sonderabfälle, Batterien, Elektrogeräte

Von Sylvia Telge