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Gifhorn Stadt Überraschende Erkenntnisse über den jüdischen Friedhof
Gifhorn Gifhorn Stadt Überraschende Erkenntnisse über den jüdischen Friedhof
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15:00 07.11.2019
Ein neues Buch über den jüdischen Friedhof in Gifhorn: Anne Martin (v.l.), Annette Redecker und Hartmut Rohde präsentierten es der Öffentlichkeit. Quelle: Mette Engel
Gifhorn

„Der jüdische Friedhof in Gifhorn: Geschichte, Dokumentation, Spurensuche“: So lautet der Titel des beeindruckenden Buches, welches Annette Redecker, Anne Martin und Hartmut Rohde erstellt haben und das am Mittwoch im Ratssaal des Gifhorner Rathauses vorgestellt wurde.

Lokalhistorische Forschung

Der jüdische Friedhof in Gifhorn war in den vergangenen zwei Jahren Schwerpunkt der lokalhistorischen Forschung der Stadt Gifhorn. Aus diesem Projekt heraus entstand der zweite Band mit 170 Seiten, der zur Schriftenreihe des Stadtarchivs gehört.

Das Besondere an Familie Menke

Die drei Autoren haben viele Informationen über die damalige jüdische Gemeinde und die hier Bestatteten herausgefunden und zusammengeführt. Ganz besonders liegt hier der Fokus auf der Familie Menke. Doch warum? Durch die Führungen über den Gifhorner Friedhof, die Annette Redecker seit 2017 anbietet, wurde ihr Interesse geweckt, sich mehr mit der Geschichte der Menschen zu beschäftigen. Bis sie bei Familie Menke Besonderheiten entdeckte, die normalerweise für Juden in dieser Zeit nicht üblich waren – so hatten auch die Kinder schon sehr imposante Gräber, was unüblich war. Auch eine Familiengrabstätte wie die der Menkes war damals in der jüdischen Gemeinde nicht üblich.

Die Geschichte hinter der Geschichte

„Dadurch stieg mein Interesse an der Geschichte hinter dieser Geschichte“, erklärte Annette Redecker „Viele Menschen wissen nicht, was es mit den Ereignissen, die passieren, auf sich hat, man sollte sich aber mit der Geschichte seines Ortes schon beschäftigen.“ Und dies hat sich gelohnt! Alle in den vergangenen Jahren zusammengetragenen Informationen wurden nun mit der Hilfe von Heike Klaus-Nelles, Leiterin des Stadtarchivs Gifhorn, zusammengetragen.

Die Probleme beim Fotografieren

Für die zahlreichen Fotos der Grabsteine war Hartmut Rohde zuständig. Für ihn als Fotograf war das jedoch gar nicht so einfach wie gedacht. „Im April wollte ich anfangen zu fotografieren, jedoch waren die Bäume so kahl, dass es überhaupt nicht aussah und ich im Juni wiederkommen musste“, erklärte er. „Im Juni warfen die Bäume dann jedoch Schatten auf die Grabsteine und ich musste an einem wolkigen Tag wiederkommen.“ Als die Verhältnisse dann perfekt waren, bemerkte er, dass insgesamt sechs von 32 Gräbern problematisch zum Fotografieren waren, da sie zu verwittert waren. Somit musste er diese zunächst säubern – der Geheimtipp: mit Rasierschaum! – und konnte dann auch hier mit dem Fotografieren beginnen.

Eigene Forschungen sind möglich

Unter den vielen Partnern, die an diesem Projekt mitgewirkt haben, ist das Salomon Ludwig Steinheim-Institut in Essen besonders hervorzuheben. Anne Martin, die an diesem Institut tätig ist, hat es möglich gemacht, dass der Gifhorner Friedhof in die epigraphische Datenbank als 200. Friedhof aufgenommen wurde. In der sogenannten „EpiDat“ können Interessierte mehr über sämtliche Bestattete, Grabsteine und mehr sowohl chronologisch als auch nach Orten sortiert erfahren und erforschen.

Das Buch können Interessierte ab heute für 17 Euro bei Bücher Nolte und bei der Buchhandlung Carl Dänzer erwerben. Ab Samstag kostet es dann 18 Euro.

Von Mette Engel

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