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Gifhorn Stadt Stromklau: Verfahren eingestellt
Gifhorn Gifhorn Stadt Stromklau: Verfahren eingestellt
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20:06 24.07.2019
Fall am Amtsgericht: Ein 37-Jähriger soll Strom der Nachbarn genutzt haben. Quelle: picture alliance / dpa
Gifhorn

Eine ganz schön verzwickte Kiste, die das Amtsgericht jetzt zu klären hatte: Hat ein 37-jähriger in seiner Zeit, als er in einem Wohnhaus in Isenbüttel lebte, Strom zu Lasten der Nachbarn abgezwackt? Der gelernte Elektriker stritt alles ab. Mitten im Prozess wurde es dem Richter zu bunt – das Verfahren ist eingestellt.

Schaden soll bei 1000 Euro liegen

Der Vorwurf der Staatsanwalt: Von Mitte 2016 bis ins Jahr 2018 soll der Mann im Zuge von Renovierungsarbeiten Stromfresser wie Waschmaschine und Co so in den Schaltkreis eingebunden haben, dass der Stromzähler munter bei den Nachbarn ratterte statt bei ihm selbst. Der Schaden soll bei 1000 Euro liegen. Der Angeklagte, der ohne anwaltliche Vertretung erschien, reagierte genervt auf die Vorwürfe. „Wer da was geschaltet hat, weiß ich nicht.“ Da staunte der Richter. Schließlich habe er doch als Mann vom Fach selbst die Arbeiten vorgenommen. „Komisch“ sei dann auch, dass nach Abschluss der Arbeiten an der Elektrik der Stromverbrauch in den benachbarten Wohnungen sprunghaft anstieg, in der Wohnung des Beschuldigten die Werte gleichzeitig drastisch sanken. Erklärung des Angeklagten: Man habe zu dem Zeitpunkt ein halbes Jahr auf dem Campingplatz gelebt. Außerdem sei der Verbrauch bei ihm vor den Neuerungen deshalb so hoch gewesen, weil Strom von seiner Wohnung für Trockner in den Nachbarwohnungen genutzt wurde.

Urzustand bewusst manipuliert?

Das Gericht vertiefte sich in den Kilowattverbrauch von Trocknern und der kaum nachvollziehbaren Elektrik-Struktur des Hauses. Ein Zeuge (45) bestätigte mehr oder weniger, dass an dem Haus durchaus nicht nachvollziehbare Elektroinstallationen gewesen sein könnten. „War also der Urzustand falsch oder wurde bewusst manipuliert?“, fragte der Richter den Zeugen. „Bewusst glaube ich nicht“, entlastete er den Angeklagten. Der blieb bei seinen entnervten Reaktionen auf jegliche Nachfragen, ob ihm als Experten die merkwürdige Stromkreis-Schaltung nicht hätte auffallen müssen. „Ist mir aber nicht.“

Richter kürzt ab

Als der Zeuge dann schließlich bestätigte, dass die stromfressenden Trockner eine Zeit lang den Verbrauch des Angeklagten in die Höhe getrieben haben könnten und deshalb dieser große Sprung zu erklären sei, kürzte der Richter ganz rasch ab. Das Verfahren wurde eingestellt, was der genervte 37-Jährige ohne jegliche weitere Regung zur Kenntnis nahm.

Von Andrea Posselt

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